World Economic Forum | | von Annette Mattgey

Mehr Digitalisierung, weniger Arbeitslose

Einen ganz klaren Zusammenhang zwishen Digitalisierung und Wohlstand zeigt der aktuelle "Global Information Technology Report". Die von Booz & Company im Auftrag des World Economic Forum (WEF) und der Business School INSEAD erhobenen Daten machen deutlich: Bereits ein zehn Prozent höherer Digitalisierungsgrad eines Landes führt zu einem 0,75 Prozentpunkten höheren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und einer um 1,02 Prozentpunkten niedrigeren Arbeitslosenquote. Dabei nimmt die Digitalisierung einen weitaus wichtigeren Platz ein als andere Faktoren wie etwa der Breitbandausbau. Fortschritte in diesem Gebiet erhöhen das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,16 Prozentpunkte.

Den Berechnungen der Strategieberater zufolge sind in Deutschland zwischen 2010 und 2011 rund 8,7 Prozent des Wachstums beim Bruttoinlandsprodukt und 7,7 Prozent der neu geschaffenen Arbeitsplätze auf den Ausbau von digitalen Infrastrukturen zurückführen. "Damit schuf  die steigende Digitalisierung weltweit allein in 2011 rund sechs Millionen neue Arbeitsplätze und trug 193 Milliarden Dollar zur globalen Wirtschaftsleistung bei", sagt Roman Friedrich, Partner und Telekommunikationsexperte von Strategy&.

Deutschland arbeitet sich auf  Platz 13  im Digitalisierungsranking vor

Teil der Analyse war auch der Networked Readiness Index (NRI). Dieser gliedert 144 Staaten nach ihrem Angebot, dem Zugang zu und der Umsetzung an Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Die Hauptvariablen, welche in die Berechnung des NRI einfließen, sind Bereitschaft für die regelmäßige Nutzung von IKT, tatsächliche Verwendung von IKT, sowie die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Die Spitzenplätze des Rankings belegen in diesem Jahr Finnland (Vorjahr: 3), vor Singapur (2) und Schweden (1). Im Vergleich zum Vorjahr konnte Deutschland seine Position von Rang 16 auf Platz 13 verbessern. Laut Booz & Company haben insbesondere die Bereitschaft und der Ausbau von E-Government-Dienstleistungen sowie der verbesserte Zugang zu digitalen Inhalten zu dieser Entwicklung beigetragen. "Die bessere Positionierung belegt, dass sich Deutschland auf einem guten, aber immer noch langsamen Weg befindet", sagt Friedrich.

Ranking Networked Readiness Index 2013 

Rang       Volkswirtschaft
 1          Finnland
 2          Singapur
 3          Schweden
 4          Niederlande
 5          Norwegen
 6          Schweiz
 7          Großbritannien
 8          Dänemark
 9          Vereinigte Staaten
10          Taiwan, China

Quelle: WEF/INSEAD, 2013

"Entscheidungsträger hierzulande haben aber erkannt, dass eine funktionierende digitale Infrastruktur ebenso wichtig ist, wie ein  ausgebautes Schienen- und Straßennetz", so Friedrich weiter. Politische Entscheider müssen zu 'digitalen Marktmachern' werden:  Ihre Aufgabe besteht darin, eine digitale Wirtschaft zu etablieren, die allen Beteiligten - Arbeitnehmern, Arbeitgebern und wirtschaftlichen Sektoren - wettbewerbsentscheidende Vorteile bietet. Darüber hinaus wird ein hohes Maß an Bereitschaft zur Entwicklung und Umsetzung von digitalen Angeboten entscheidend sein, denn das ist die Voraussetzung für eine leistungsstarke und innovative Gesellschaft. Eine enge Zusammenarbeit von Industrie, Verbrauchern und Behörden ist hierfür unerlässlich.

Während entwickelte Länder durch den vermehrten Einsatz von Digitalisierung in erster Linie von einem wirtschaftlichen Wachstum profitieren, gelingt es aufstrebenden Ländern vor allem, neue Arbeitsplätze zu schaffen. So lassen sich für 2011 in Nord-Amerika und West-Europa knapp 400.000 neue Stellen auf den Einsatz digitaler Techniken zurückführen, indes die neuen Märkte (Afrika, Ost-Europa, Latein-Amerika und die Karibik, Süd-Asien sowie die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) auf über 5,5 Millionen neue Arbeitsplätze kommen.
  

Mehr Digitalisierung, weniger Arbeitslose

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