Mehr arbeiten? Warum einige das ernsthaft anstreben
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Arbeitszeit | | von LEAD digital

Mehr arbeiten? Warum einige das ernsthaft anstreben

Den meisten Erwerbstätigen in Deutschland passt ihre Arbeitszeit, doch knapp jeder 15. will deutlich mehr arbeiten. Vor allem Teilzeitbeschäftigte waren im Jahr 2015 mit ihrer Wochenarbeitszeit nicht zufrieden, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Auswertung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

So flexibel, wie die Arbeitgeber gerne scheinen, sind sie also offensichtlich doch nicht. Erst kürzlich wehrten sie sich massiv gegen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, das Arbeitszeitgesetz zu reformieren und eine befristete Teilzeitarbeit einzuführen.

Laut Mikrozensus und Arbeitskräfteerhebung fühlen sich von gut 40 Millionen Erwerbstätigen 2,7 Millionen unterbeschäftigt und würden auf ihre durchschnittlich 28,3 Wochenstunden noch 11,3 Stunden draufsatteln. Von diesen "Unterbeschäftigten" hatten wiederum gut 1,5 Millionen einen Teilzeitjob mit durchschnittlich 19,3 Wochenstunden. Hier ist der Wunsch nach Mehrarbeit mit 14,6 Stunden noch stärker. Immerhin waren aber auch 85 Prozent aller Teilzeitkräfte mit ihrer Arbeitszeit zufrieden.

Die Inhaber von Vollzeitjobs (durchschnittliche Arbeitszeit nach eigenen Angaben 41,7 Stunden) wollen noch seltener etwas ändern. Von ihnen zeigten sich 93 Prozent mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Wer in dieser Gruppe noch aufstocken will, arbeitet etwas weniger als die übrigen (40,2 Stunden) und möchte 6,9 Stunden oben draufpacken.

Den Unterbeschäftigten stehen eine gute Million Menschen gegenüber, die trotz Gehaltseinbußen gerne beruflich kürzer treten würden. Die Arbeitszeiten dieser "Überbeschäftigten" liegen mit 44,0 Stunden bei Vollzeit und 26,2 Stunden bei Teilzeit deutlich über den Gesamtwerten. Im Schnitt würden sie gerne elf Stunden die Woche weniger arbeiten.

Aus den ermittelten Arbeitszeitwünschen aller ergibt sich im Saldo der Wunsch nach durchschnittlich einer halben Stunde Mehrarbeit in der Woche pro Erwerbstätigen. Voll- und Teilzeitkräfte arbeiten im bundesdeutschen Schnitt 35,6 Stunden wöchentlich. Männer sind dabei deutlich länger (39,7 Stunden) engagiert als Frauen (30,9 Stunden), die deutlich häufiger und längst nicht immer freiwillig in Teilzeit angestellt sind.

Die SPD-Bundestagsfraktion sieht sich von den Ergebnissen bestärkt, dass das im Koalitionsvertrag vereinbarte Recht auf befristete Teilzeit kommen müsse. "Menschen in Teilzeit wollen mehr arbeiten", erklärte die Sprecherin für Arbeit und Soziales, Katja Mast.

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