GWA | | von Annette Mattgey

Magere Einstiegsgehälter verstärken Nachwuchsprobleme für Digital-Jobs

Über Schwierigkeiten, digitale Talente zu finden, klagen bis zu 80 Prozent aller europäischen Agenturen. Nachwuchsmangel, auch für andere Positionen, plagt einen Großteil der Agenturen. Besonders in Deutschland ist die Lage brenzlig. Das ergab eine Studie, die der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA angestoßen hat und die vom EACA, dem Europäischen Verband der Kommunikationsagenturen, in 22 europäischen Ländern umgesetzt wurde. Geantwortet haben 177 Dienstleister, davon 34 aus Deutschland. Fullservice-Agenturen machen mit 70 Prozent den Großteil aus. 42 Prozent der Befragten sprechen von einem Problem Nachwuchskräfte zu finden, 38 Prozent sehen keinerlei Schwierigkeiten und 20 Prozent der Teilnehmer der Studie stehen der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern neutral gegenüber. Kaum Schwierigkeiten bei der Talentsuche scheinen Agenturen aus Bulgarien, Dänemark, Finnland und Rumänien zu haben. Die Studie zeigt, dass knapp 80 Prozent der deutschen Befragten die Rekrutierung von Nachwuchskräften als problematisch erachten. Fast 18 Prozent stehen der Rekrutierung von Nachwuchs neutral gegenüber und nur knapp drei Prozent sehen das Thema positiv.

Strategische Planner und Digital sehr gefragt

Mangel herrscht vor allem in den Bereichen Strategie und Digital. 76 Prozent der Befragten gaben an Probleme bei der Rekrutierung von zukünftigen strategischen Planern zu haben und 80 Prozent haben Schwierigkeiten kommende Experten für den Bereich Digital zu finden. Andererseits gaben im Bereich Media Planung, Recherche und Einkauf nur 42 Prozent der Teilnehmer der EACA Studie an Probleme bei der Rekrutierung zu haben.

 

Miese Gehälter für Misere mitverantwortlich

Allerdings sind die befragten Agenturen selbstkritisch genug, um die drängendsten Problem zu erkennen. Nicht zuletzt die schlechten Einstiegsgehälter halten viele der Agenturen für ein Hemmnis.

 

Angaben in absoluten Zahlen.

Einsteigern zahlt ein gutes Viertel (27 Prozent) der Dienstleister ein monatliches Brutto-Einkommen von 2100 bis 2500 Euro. Weitere 27 Prozent rangieren zwischen 1100 und 2000 Euro. Dafür dürften vor allem die Unterschiede der Lohngefüge innerhalb Europas verantwortlich sein.

 

Angaben in absoluten Zahlen.

Social Networks holen bei der Jobsuche auf

Bei der Suche nach Nachwuchskräften verlassen sich europaweit 89 Prozent der Befragten auf persönliche Kontakte, 71 Prozent nutzen für diesen Zweck ihre eigene Webseite, 64 Prozent schreiben Stellen in Jobbörsen aus. 61 Prozent suchen über Social Media Kanäle und 52 Prozent suchen den Kontakt zu potenziellen Mitarbeitern über Universitäten. Facebook finden 42 Prozent wichtig für die Suche nach Young Professionals, mit 61 Prozent sind Xing und LinkedIn sogar noch wichtiger. Headhunter spielen mit 39 Prozent eine geringere Rolle und nur 31 Prozent haben ein Budget für die Rekrutierung von Nachwuchskräften.

 

 

Magere Einstiegsgehälter verstärken Nachwuchsprobleme für Digital-Jobs

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