KarmaKonsum | | von Annette Mattgey

LOHAS wollen auch am Arbeitsplatz korrekt leben

Wer im Privatleben auf Umweltschutz achtet, will das auch im beruflichen Umfeld. Die Zusammenhänge zwischen dem Konsum der LOHAS und ihren Ansprüchen an die Arbeitgeber, untersucht Christoph Harrach,wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet „ Arbeitslehre/ Ökonomie und Nachhaltiger Konsum“ der Technischen Universität Berlin. Bei der Onlinebefragung verglich Harrach die Aussagen aus der so genannten "grünen Community" mit dem Rest der Bevölkerung.71 Prozent der Mitglieder der „Grünen Community“ geben an, dass es ihnen sehr wichtig ist, ihr umweltfreundliches Verhalten aus dem Privatleben auch am Arbeitsplatz einzubringen. Im repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt stimmten dem 54 Prozent der Befragten zu.

Der tatsächliche Einfluss des Einzelnen ist dagegen gering: Nur etwa 17 Prozent der Befragten beider Stichproben geben an, mit darüber zu entscheiden, was in ihrem Unternehmen bezüglich Nachhaltigkeit geschieht. Wer also die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter und die Loyalität stärken will, sollte hier ansetzen und mehr Mitsprache ermöglichen. Dies kann relativ einfach über klassische Instrumente wie das betriebliche Vorschlagswesen oder Ideenwettbewerbe umgesetzt werden. Auch der Aufbau von bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen kann helfen.

Starke Arbeitgeber-Marke dank Umweltschutz

Darüber hinaus gibt die Studie Hinweise auf die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit für die Personalbeschaffung. Die Studie zeigt, dass Unternehmen, die sich aktiv für Umwelt und Gesellschaft engagieren, am Personalmarkt als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden. Und das ist nicht nur für die überdurchschnittlich gebildeten Mitglieder der grünen Community so, die zu 77 Prozent dieser Auffassung sind. Auch im repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt bewerten 44 Prozent der Befragten verantwortungsvolle Unternehmen als besonders attraktive Arbeitgeber.

Die Studie wird im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Praxisprojektes „Nachhaltig leben und arbeiten“ unter wissenschaftlicher Leitung von Ulf Schrader mit den Praxispartnern tegut, Alnatura und REWE umgesetzt. An der Online-Befragung haben im November 2012 insgesamt 2.443 Arbeitnehmer aus dem deutschsprachigen Raum teilgenommen. Davon kamen 1.079 Teilnehmer aus der „normalen“ Bevölkerung (repräsentative Stichprobe) und 1.364 aus der „Grünen Community“. Letztere wurden über Online Plattformen wie Utopia oder KarmaKonsum oder Medien wie die taz und Schrot und Korn gewonnen. Die detaillierten Umfrageergebnisse werden in einem Vortrag am 23. Mai 2013 im Rahmen der KarmaKonsum Konferenz in der IHK Frankfurt vorgestellt

Der vollständige Gastbeitrag von Christoh Harrach zu den ersten Studienergebnissen findet sich bei GreenWiwo.

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