Personalmanagement | | von Annette Mattgey

Kommunikationsbranche scheut Langfrist-Pläne

Große wie kleine Unternehmen beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema Personalmanagement, die wenigsten verfolgen jedoch einen langfristigen Plan. So bleiben die Bemühungen, die Herausforderungen - vorneweg der Fachkräftemangel - zu meistern, Stückwerk. Um die Personalarbeit in deutschen Unternehmen besser analysieren zu können, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Langzeitstudie initiiert. Auf der Basis des Projekts „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg – Längsschnittstudie in deutschen Betrieben“ entsteht mit dem Linked Personnel Panel (LPP) ein neues Instrument zur Erhebung der Personalarbeit in deutschen Betrieben mit mindestens 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Insgesamt zeigt sich, dass nicht nur große, sondern auch kleine und mittlere Betriebe mehrheitlich zentrale Instrumente des Personalmanagements
anwenden. Das von Betrieben am häufigsten erwartete Personalproblem der nächsten beiden Jahre ist ein Fachkräfteengpass. Das Problem beschäftigt rund 60 Prozent der Befragten, vor allem in größeren Betrieben. Hohe Lohnkosten und häufige Fehlzeiten sind dagegen nur nachrangig und werden von weniger als einem Drittel angesprochen.

Im Wettbewerb um Fachkräfte fokussieren sich Unternehmen auf gezielte Personalarbeit zur Mitarbeiterrekrutierung und -bindung. Sie gehen dabei zunehmend neue Wege: Jeder zehnte Betrieb rekrutiert im Ausland und 27 Prozent der Betriebe suchen Fachkräfte über Social Media.

Dennoch hapert es an der Strategie: Obwohl fast zwei Drittel der Firmen über Personalpläne verfügen, plant nur jeder fünfte Betrieb länger als drei Jahre. Gerade in den Bereichen Information und Kommunikation halten sich Unternehmen zurück. Hier haben lediglich 17 Prozent der Unternehmen einen Personalplan, der auf mehr als drei Jahre ausgelegt ist. 

Feedback an die Beschäftigten ist den meisten Betrieben wichtig, 71 Prozent führen systematische Mitarbeitergespräche durch. Für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gehört das für mehr als 84 Prozent zur Routine.

Ein Großteil der Beschäftigten empfindet, dass ihr Betrieb spürbar an ihrer eigenen Weiterentwicklung interessiert ist. Allerdings fällt die Zustimmung bei Angestellten stärker aus als bei Arbeiterinnen und Arbeitern. Variable Vergütung spielt bei mehr als der Hälfte der Betriebe eine Rolle, wobei Teamerfolg den kleinsten Anteil im Vergütungsmix hat. Einige Betriebe haben sich das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Dies gilt vor allem für größere Betriebe, die bisher eher einen niedrigen Frauenanteil aufweisen. 30 Prozent der Angestellten arbeiten gelegentlich von zu Hause aus, wobei dies selten vertraglich geregelt ist oder finanziell kompensiert wird.

Die ersten Ergebnisse der Längsschnittstudie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ beruhen auf der ersten Befragungswelle und sind in einem ersten Zwischenbericht zusammengefasst. Es wurden zunächst 1.219 Personalverantwortliche in deutschen Betrieben des privaten Sektorsmmit einer Betriebsgröße ab 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu ihren Instrumenten des Personalmanagements, der Unternehmenskultur und der Zusammensetzung ihrer Belegschaft befragt. Dabei wurde ein kompletter Zyklus des Personalmanagements abgedeckt – von der Personalplanung und -rekrutierung über die Personalentwicklung bis hin zu Performancemanagement und Vergütung. Da die Betriebe aus dem IAB-Betriebspanel ausgewählt wurden, steht zudem eine breite Palette weiterer Informationen aus dieser jährlichen Befragung zur Verfügung. Zudem wurde eine Auswahl von 7.508 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus einem Großteil dieser Betriebe zu ihrer Arbeitsqualität, ihrer Teilhabe an Instrumenten des Personalmanagements, arbeitsplatzbezogenen Merkmalen sowie weiteren sozio-demografischen Merkmalen und Einstellungen interviewt.

Kommunikationsbranche scheut Langfrist-Pläne

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