Die Personalchefin bei Kolle Rebbe: "Lebensläufe spielen bei uns keine zentrale Rolle".
Die Personalchefin bei Kolle Rebbe: "Lebensläufe spielen bei uns keine zentrale Rolle". © Foto:Kolle Rebbe

Interview mit Personalchefin Susanne Dera | | von Sebastian Blum

Kolle Rebbe: "Lebensläufe spielen bei uns keine zentrale Rolle"

Hat der Lebenslauf beim Recruiting ausgedient? Die Agentur JWT London stellt ihren Bewerbern etwa erstmal online paar Fragen, bevor sie zum Jobinterview lädt. Und hierzulande? Während Sapient Nitro nicht ohne Lebenslauf auskommt, sieht man das bei Kolle Rebbe etwas anderes. W&V Online hat bei der Personalchefin der Hamburger Susanne Dera nachgefragt. 

Frau Dera, wie wichtig ist der Lebenslauf für Kolle Rebbe? Worauf achten Sie, bevor Sie den Bewerber zum Interview einladen?

Lebensläufe per se spielen bei uns keine zentrale Rolle. Zu erfahren, was der Bewerber oder die Bewerberin schon gemacht hat, für welche Kunden hat er oder sie gearbeitet und was genau an den jeweiligen Stationen die individuellen Aufgaben waren, schon.

Dabei bietet ein Lebenslauf den Vorteil, dass er schnell alle relevanten Fakten zu den Kandidaten liefert: Die standardisierte Form ist auf beiden Seiten gelernt und verschafft uns einen ersten Eindruck von der Person. Ein aussagekräftiges Xing- oder Linkedin-Profil erfüllt zum Beispiel aber denselben Zweck und reicht uns auch völlig aus.

Aber uns interessiert auch immer, was die Kandidaten außerhalb der Agentur, neben der Arbeit so umtreibt. Sind sie leidenschaftliche Musiker, Extremsportler, Langschläfer, ganz egal. Je besser man die Person hinter dem Lebenslauf kennenlernt, umso spannender für uns – Ecken und Kanten inklusive.

Was halten Sie von der Änderung bei JWT?

Kandidaten stehen heute nicht mehr in Zweierreihe bei uns vor der Tür, deshalb finde ich es immer spannend, sogar notwendig, innovative und neue Wege zu gehen. Das machen wir bei Kolle Rebbe im unternehmerischen Bereich, indem wir in Produktinnovationen oder Start-ups investieren. Gleiches gilt aber auch fürs Recruiting. Ich bin in jedem Fall gespannt, ob JWT mit dem neuen Vorgehen erfolgreicher ist als zuvor und würde mich über einen Erfahrungsbericht der Kollegen freuen.

In der ersten Bewerbungsphase auf den Lebenslauf zu verzichten bedeutet laut JWT auch mehr Diversity: Stimmen Sie zu? Wie garantiert Kolle Rebbe Vielfalt am Arbeitsplatz?

Wie allein der Verzicht auf den Lebenslauf zu mehr Diversity führt, sehe ich nicht. Wenn, dann müsste das Verfahren anonymisiert werden, wie es in einigen großen Unternehmen üblich ist. Für uns sind bei der Personalauswahl einzig die Erfahrungen, Fähigkeiten und persönliche Eindrücke wichtig. Alles andere spielt für uns keine Rolle.

Welche sechs Fragen würden Sie stellen, um den richtigen Kandidaten für das Bewerbungsgespräch auszuwählen?

Das hängt sehr stark vom Job ab und ist nicht pauschal zu beantworten. Aber auch ohne Lebenslauf interessiert mich natürlich trotzdem, welche Erfahrungen die Bewerber mitbringen, für welche Aufgaben sie sich interessieren, was sie antreibt oder wie sie zum Beispiel im Team funktionieren. 

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