Elance | | von Annette Mattgey

Knausrige Deutsche: Unternehmen zahlen nur 8,50 Euro für Marketing-Freiberufler

70 Prozent der bei Elance registrierten Selbstständigen sind mit ihrer Position zufriedener als in einem festen Job. Wer den aktuellen „Annual Impact Report“ (kurz: AIR) der Projektplattform Elance liest, könnte glauben, virtuelles Arbeiten rette den Planeten. Denn sie schont zudem die Umwelt: 4,8 Milliarden Kilogramm CO2-Ausstoß sparen die Elancer jährlich ein, weil sie ihre Arbeitswege reduzieren können. Die Datengrundlage der Studie basiert auf drei Tiefen-Umfragen und Interviews mit insgesamt 1.300 Teilnehmern. Zudem sind die virtuellen Mitarbeiter sehr zufrieden mit ihrer Lebensform.Bescheiden nehmen sich dagegen die Stundenlöhne aus, die deutsche Unternehmen bereits sind zu zahlen. Am besten schneiden noch IT und Service ab.

Deutlich verbessern können sich auf alle Fälle die Spezialisten, die außerhalb ihres Heimatmarkts gefragt sind. So kommen nach den USA (wo mehr als 700.000 Selbstständige registriert sind) die asiatischen Staaten Indien, Pakistan und die Philippinen. Hier haben sich zwischen 90.000 und 360.000 Personen als arbeitssuchend gemeldet. Indien steht den USA kaum hinterher, was die Verdienstmöglichkeiten angeht: Im Untersuchungszeitraum (Februar 2013) flossen knapp 170.000 Dollar an Amerikaner, 168.000 gingen an indische Nutzer. Programmieren, Texten und Web-Design sind die Tätigkeiten, die am häufigsten über Elance angeboten werden. Fündig werden die Jobsucher vor allem in den USA: Mehr als 1,6 Millionen Projekte verzeichnet Elance dort. Deutschland holt auf: Knapp 20 000 Projekte haben ihren Ursprung hier. Dabei sind 90 Prozent der Unternehmen, die Elance anwenden, Start-ups und Mittelständler. Vorwiegend gehören sie zur IT-Branche, bieten internetbasierte Service-Leistungen an oder Mediendienste. Marketing, Werbung, Handel/E-Commerce und Bauplanung sind ebenfalls häufig vertreten.

Warten müssen die Jobsucher in der Regel kaum bis zu ihrem ersten Auftrag. Jeder Vierte bekommt bereits binnen zwei Wochen ein erstes Pro­jektangebot. Und so geht es weiter: Durchschnittlich 5,8 neue Aufträge und Projekte erhalten Freelancer pro Monat. Dabei sind 69 Prozent der befragten Freiberufler in ihrer selbstständigen Tätigkeit zufriedener als mit einem klassischen Büro-Job – und verfügen zudem über mehr Freizeit. Auf schätzungsweise 28 Tage zusätzlich kommen Freiberufler im Vergleich zur Arbeit in einem festen Unternehmensgefüge. Das wiederum steigert die Produktivität, wie 71 Prozent der Befragten bestätigen.

Rosige Aussichten auf mehr Geld

Optimistisch schauen die Freelancer auf ihre Verdienstmöglichkeiten: 67 Prozent der professionellen Freiberufler erwarten in diesem Jahr einen kräftigen Anstieg ihrer Einnahmen. Online-Arbeit hat auch für die Unternehmen positive Aspekte: 85 Prozent der befragten Unternehmen verschafft die Zusammenarbeit mit Online-Freiberuflern einen Wettbewerbsvorteil. 38 Prozent der Firmen berichten nicht nur von Kostensenkungen, viel mehr zählen für sie die Zeitersparnis bei Online-Projekten sowie der Zugang zu Talenten, die sie auf dem heimischen Arbeitsmarkt vergeblich nachfragen. 74 Prozent der Studienteilnehmer werden 2013 noch öfter auf Freiberufler zurückgreifen.

Deutsche erzielen Stundenlohn von 35 Euro für Marketing-Tätigkeiten

Eine Lücke klafft zwischen den Stundenlöhnen, die deutsche Unternehmen bereit sind für Marketing-Leistungen zu zahlen und den Einkommen, die Freiberufler aus diesem Bereich im Durchschnitt verdienen. Grundsätzlich machen Jobs auf Stundensatzbasis nur 20 Prozent der bei Elance vermittelten Projekte aus. Der Rest sind Projekte zu einem Fix-Preis.

 

Die Zahl der auf Elance aktiven Freelancer ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen – um 52 Prozent. Im ersten Quartal 2013 inserierten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 60 Prozent mehr Jobs – und bis 2014 ist eine Verdoppelung der Online-Arbeit zu erwarten. AIR wertet Daten zu sechs zentralen Bereichen hinsichtlich der Arbeitssituation aus: Zufriedenheit, Community, Flexibilität, Gleichstellung, Produktivität und Entwicklungschancen. „Arbeit hat tiefgreifende positive Auswirkungen auf jeden Einzelnen – jenseits der traditionellen ökonomischen Dimensionen“, so Kjetil Olsen, Vice President Europa von Elance. „Dieser Bericht zeigt einige der Auswirkungen speziell von Online-Arbeit und den teilweise lebensverändernden, wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert, den dieses dynamische Arbeitsmodell den Millionen Unternehmern, Firmen und Freiberuflern bringt, die auf unserer Plattform zusammentreffen.“

Die quantitativen und qualitativen Daten hat das unabhängige Marktforschungsinstitut Imperative LLC gesammelt und ausgewertet. Die vollständige Studie steht online als Download zur Verfügung.

Knausrige Deutsche: Unternehmen zahlen nur 8,50 Euro für Marketing-Freiberufler

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