Monster-Studie | | von Annette Mattgey

Kicker aufstellen ist kein Employer Branding

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Prioritäten, was einen angenehmen Arbeitsplatz angeht, stark verändert. Das Betriebsklima ist zum bestimmenden Faktor geworden und auf flexible Arbeitszeitmodelle wird mehr Wert gelegt. Andere Faktoren büßten dagegen an Bedeutung ein. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Job-Portals Monster

Während 2004 der Inhalt der Tätigkeit und das Gehalt die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber waren, finden sich zehn Jahre später soziale Aspekte wie ein attraktives Betriebsklima und flexible Arbeitszeitmodelle an erster Stelle.

Wünsche der Bewerber: Wendung um 180 Grad

In den letzten zehn Jahren sammelten Monster und das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) an der Uni Bamberg im Rahmen der Studienreihe "Bewerbungspraxis" exklusive Daten rund um das Thema Stellensuche. Die Ergebnisse der Studie spiegeln die Perspektive von Bewerbern und Karriereinteressierten wider und zeigen entscheidende Veränderungen hinsichtlich der Kriterien, die ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen.

Was macht ein Unternehmen attraktiv für Kandidaten?          

2004

Inhalt der Tätigkeit (68 Prozent)

Gehalt (64 Prozent)

Betriebsklima (53 Prozent)

Karrieremöglichkeiten (38 Prozent)

Flexible Arbeitszeiten (28 Prozent)

Vereinbarkeit von Familie und Beruf (27 Prozent)

Im Jahr 2014 hat sich einiges geändert:

Betriebsklima (94,3 Prozent)

Flexible Arbeitszeiten (85,9 Prozent)

Karrieremöglichkeiten (84,5 Prozent)

Weiterbildung und Wissensaustausch (83,7 Prozent)

Vereinbarkeit von Familie und Beruf (67,9 Prozent)

Gehalt (50 Prozent)

Kicker aufstellen ist kein Employer Branding

"Wir wollen mit dieser Auswertung die Unternehmen wachrütteln", erklärt Studienleiter Prof. Tim Weitzel. "Die Zeiten, in denen Geld die Antwort auf alle HR-Herausforderungen war, sind vorbei. Employer Branding muss sehr viel umfassender aufgestellt sein." Die Maßnahmen, die er Unternehmen empfiehlt, sind sehr umfassend - beginnend bei der Kennenlernphase eines potenziellen Mitarbeiters bis über das Ausscheiden hinaus. "Schon beim ersten Kontakt macht sich der potenzielle Mitarbeiter sein Bild vom Aufgabengebiet und der Arbeitsatmosphäre. Hier ist das richtige Stichwort 'Candidate Experience'. Aber genauso wichtig ist das Bemühen um die bestehenden Mitarbeiter und sogar um die, die das Unternehmen verlassen (Stichworte: Exit-Gespräche und Alumni-Netzwerke)." Was dagegen nicht ausreicht: Ein Kickertisch für die Mittagspause. 

Bei einigen Unternehmen lassen sich bereits Strategien erkennen, um  als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Das zeigen die Ergebnisse der Studien "Recruiting Trends 2015" und "Bewerbungspraxis 2015", die das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster seit nunmehr 13 Jahren durchführt.

Sowohl der deutsche Mittelstand als auch Großunternehmen betrachten das Binden von Mitarbeitern und den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke als die größten Herausforderungen in der Personalbeschaffung. Dabei ist es entscheidend, dass Unternehmen je nach ihrer eigenen Kultur vorgehen. Das kann in einem Startup ganz anders aussehen als in einem alteingesessene Familienbetrieb. Bernd Kraft, Vice President General Manager Central Europe bei Monster: "Ein gutes Employer Branding verlangt eine individuelle Ansprache. Wo beispielsweise das hippe Jungunternehmen mit viel Spaß und Action punkten kann, könnte sich der etablierte Mittelständler vor allem auf Authentizität und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf konzentrieren."

Kicker aufstellen ist kein Employer Branding

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht