Trend | | von Irmela Schwab

Junge Startup-Familien: Wie in den USA gelebt und gearbeitet wird

Sie sind miteinander befreundet, wohnen zusammen - und gehen auch noch dem selben Job nach: Die junge Generation von US-Startups setzt gezielt darauf, privat und Beruf zu vermengen. In Downtown Las Vegas, wo Zappos-CEO Tony Hsieh, derzeit neue Businesses und Startups um sich schart, haben Dylan Jorgensen, Joe Henriod und Jacqueline Jensen, die drei Gründer von Ticket Cake, ein Vertriebskanal für Konzert- und Eintrittskarten, ihr Wohn- und Arbeitslager aufgeschlagen. Alle drei wohnen im Appartment in einem Hochhaus, genannt The Odgen, in dem auch Hsieh sein Appartment hat.

Manchmal nutzen sie auch die Gemeinschaftsarbeitsplätze, die in leerstehenden Spielbanken und Bars entstehen. Wenn sie nach einem neuen Mitarbeiter Ausschau halten, denken sie vor allem daran, ob er auch menschlich ins Team passt. “Begegnen wir jemandem, der zu uns passt, fragen wir ihn direkt, ob er sich uns anschließen will”, sagt Co-Gründerin Jensen gegenüber LEAD digital. Der Fokus auf dem Community-Modell übt für sie eine ganz besondere Anziehungskraft aus. 

Beruf und Privat bringen auch Porter Haney und Jimmy Jacobson unter einen Hut. Die Gründer des Startups Wedgies, einem Portal für Live-Umfragen, leben mit ihren mittlerweile vier Mitarbeitern als Freunde und Kollegen in einem Haus einen Kilometer von Las Vegas Downtown entfernt (siehe Bild).  Manchmal haben die beiden Gäste bei sich, die ihr Haus als Arbeitsplatz nutzen oder sich dort zum Meeting  treffen. “Neben uns wohnen und arbeiten bis an die zehn weitere Startups”, erklärt Haney LEAD digital. “Über  unsere Nachbarschaft bekommen wir so viel Hilfe wie nirgendwo sonst.”

Das Gute an dem familiären Job-Modell: Alle können arbeiten, wann und - weitgehend auch - wie sie wollen: das hat bekanntermaßen auch Facebooks Mark Zuckerberg einen Milliarden-Erfolg beschert. Auch Enplug aus Los Angeles setzt auf das Modell. Das ein Jahr alte Startup produziert interaktive Displays für Bars und Restaurants. Unter den Enplug-Mitarbeitern gibt es sogar ein Ehepaar

Wo so viel Freunde untereinander sind, ist es auch schwer Hierarchien zu implementieren. GitHub, ein fünf Jahre altes Startup für Collaboration-Software aus San Francisco, sträubt sich bis heute dagegen einen Manager zu bestimmen, wie das "Wall Street Journal" in einer Geschichte über managerlose Jung-Unternehmen berichtet. Dabei hat das Unternehmen mittlerweile gut 200 Mitarbeiter. Und auch, wenn bei der Größe nicht mehr zusammengewohnt wird, so überwiegt der Wunsch, so autonom wie möglich zu arbeiten - und das in familiärer und freundschaftlicher Atmosphäre. 

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