Das gemeinsame Projekt von Staat, Bitkom und Wirtschaft.
Das gemeinsame Projekt von Staat, Bitkom und Wirtschaft. © Foto:Join

Praktikantenbörse | | von Annette Mattgey

"Join" ist die neue Dating-Plattform für Arbeitgeber und Flüchtlinge

Eine neue Internetplattform soll künftig Flüchtlinge auf der Suche nach Praktikumsplätzen mit Unternehmen zusammenbringen. Die Plattform "Join" wurde auf dem nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken vorgestellt. An ihrer Entwicklung waren das Bundesministerium des Inneren, der Digitalverband Bitkom und zahlreiche Unternehmen wie Dataport, McKinsey, SAP und Software AG beteiligt.

"Join" soll den Koordinierungsaufwand bei Flüchtlingen, Arbeitgebern und Verwaltung verringern: "Mit der Praktikumsplattform Join leisten wir gemeinsam mit der Wirtschaft einen Beitrag zur frühzeitigen Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive. Wer über Join Praktika anbietet oder einen Praktikumsplatz annehmen möchte, wird Schritt für Schritt durch die notwendigen Prozesse geführt und kann sich sicher sein, alle notwendigen und vor allem korrekten Formulare zu erhalten", sagte Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern.

Migranten könnten mithilfe von Praktika ihre Qualifikationen auffrischen und verbessern, auch wenn sie noch keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hätten. Gerade erst hat Frank Weise, Chef des Bundesamts für Migration, die Ergebnisse einer Studie bekanntgemacht, dass die Flüchtlinge zum Teil über bessere Qualifikationen verfügen, als bisher angenommen.

Aktuell hat nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten bereits einem Flüchtling ein Praktikum angeboten oder kann sich das in Zukunft vorstellen. Größter Hinderungsgrund für die Vergabe von Praktikumsplätzen sind fehlende Sprachkenntnisse der Flüchtlinge (81 Prozent). Daneben beklagen die Unternehmen den hohen bürokratischen Aufwand, um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten (46 Prozent). Jedem vierten Unternehmen (24 Prozent) fehlt es an einer Möglichkeit, geeignete Flüchtlinge anzusprechen. Entsprechend wünschen sich neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), dass der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen reduziert wird, etwa durch Service-Angebote der Verwaltung. "Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereit, Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten. Das ist ein riesiges Potenzial und eine große Chance, um die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Karl-Heinz Streibich. "Join bietet genau das, was bisher gefehlt hat: eine Plattform, die eine unkomplizierte Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen kann."

Join wird seit Anfang November im Pilotbetrieb getestet. Damit soll es für Unternehmen möglich sein, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Flüchtlinge registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, kann sich der Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen alle relevanten Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse angeboten.

Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, und Geflüchtete, die einen Praktikumsplatz suchen, können sich unter www.join-now.org registrieren.

"Join" ist die neue Dating-Plattform für Arbeitgeber und Flüchtlinge

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