Mobile Recruiting | | von Raoul Fischer

Job-Posts bei Twitter? Personaler zögern

Stellenanzeigen auf Twitter? Die Branche ist da geteilter Meinung. Ein neues Angebot von Monster erschließt den Kanal für Recruiter. Die sind allerdings skeptisch. Anfang Oktober hat die Jobbörse ein erweitertes Produktportfolio vorgestellt, das Job­suchenden und Unternehmen einen breiteren Zugang zu verfügbaren Stellenangeboten und Kandidaten bieten soll. Ein Teil des Pakets: Monster-Twitter-Cards, die HR-Verantwortliche im Social Recruiting unterstützen sollen.

Die Cards funktionieren im Prinzip recht einfach: Es handelt sich dabei um automatisierte Job-Tweets, die in der Twitter-Reichweite der Kunden erscheinen. Das heißt, Monster bietet seinen Anzeigenkunden an, Jobinserate über eine Schnittstelle an die Twitter-Follower der jeweiligen Unternehmen zu schicken. Die Monster-Twitter-Cards bestehen aus einem 140 Zeichen langen Standard-Tweet mit indivi­dualisierten Hashtags sowie einem erweiterten Content-Bereich.

Monster will mit diesem Angebot Recruitern einen Service anbieten, der die Präsenz in Social Media automatisiert und ihnen so Zeitersparnis bringt. "Wir sehen Social Recruiting nicht als Hype, sondern als sinnvollen Teil einer zukunftsorientierten Personalplanung. Was Unternehmen häufig fehlt, sind einfache Lösungen", erklärt Bernd Kraft, Vice President General Manager bei Monster. In Deutschland sieht er gerade mit Blick auf Twitter noch einiges an Potenzial.

Andere Experten sind hingegen mit Blick auf diesen neuen Service eher skeptisch. "Diese Dienstleistung braucht niemand", sagt Jan Kirchner, Geschäftsführer der auf Online- und Social-Media-Recruiting spezialisierten Agentur Wollmilchsau. Jeder, der eine signifikante Twitter-Reichweite aufgebaut habe, könne das selber machen. Zudem ist Kirchner nicht begeistert von der Idee, Stellenanzeigen in der eigenen Twitter-Audience zu verbreiten. "Bei Unternehmen, die pro Monat 50 Jobs und mehr inserieren, wird das schnell zu Spam", sagt er. Der Experte empfiehlt Arbeitgebern dagegen, Twitter wie eine Datenbank zu nutzen: Jobs in einem eigenen Kanal posten, der nicht auf Dialog und Kommunika­tion ausgerichtet ist. Der Benefit: Wer nach bestimmten Jobs sucht, findet sie dort – und die Präsenz wird zudem von Google angezeigt.
 
Auch Experten aus Unternehmen, wie Jürgen Sorg (Bild), Senior Manager Social Media Recruiting bei der Techniker Krankenkasse, sehen das Angebot kritisch. "Auf mobilen Geräten oder Social-Media-Dashboards wie Hootsuite wird das Format nicht angezeigt. Diese werden allerdings von vielen Usern genutzt, um über das Geschehen in mehreren Kanälen auf dem Laufenden zu bleiben", so Sorg. "Zudem ist Twitter ein Echtzeit-Medium. Da verschwindet ein Job-Post sehr schnell wieder im Stream", gibt er zu bedenken. Robindro Ullah hingegen sieht mit Blick auf bestimmte Zielgruppen durchaus Möglichkeiten, auch auf Twitter Jobs zu posten – etwa zwei bis drei pro Monat, nicht mehr. Der Leiter Employer Branding und HR-Kommunikation von Voith rät: "Die Follower erwarten auf Twitter nicht nur Job-Posts, sondern eben auch Information und Kommunikation. Wenn ein Unternehmen hier den richtigen Modus findet, dürfen Job-Posts im Grundrauschen dabei sein."

Lesen Sie den vollständigen Artikel in in LEAD digital Nr. 21/2014. Außerdem: Titelthema Start-ups, Omnichannel, Callcenter, Intranet 2.0, Trackvertising und Kandidatensuche per Twitter. Noch kein Abo? Hier geht es zum aktuellen Angebot...

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