Jeff Bezos - hier im Gespräch mit Henry Blodget, Business Insider (li.) -  bietet seinen Mitarbeitern keine Gratismassagen an.
Jeff Bezos - hier im Gespräch mit Henry Blodget, Business Insider (li.) - bietet seinen Mitarbeitern keine Gratismassagen an. © Foto:Irmela Schwab

Work-Life-Balance | | von Irmela Schwab

Jeff Bezos: Stress ist ein Mangel an Kontrolle

Jeff Bezos hat große Pläne. Mit seiner Drohnenflotte Prime Air sollen Bestellungen auf Amazon in maximal 30 Minuten zugestellt werden. Zusätzlich investiert der Unternehmer mit eigenem Kapital in eine Raumfähre, mit der er seinen Kindheitstraum realisieren - und den Weltraumtourismus anschieben will. Per Flugzeug zu reisen hat für den Amazon-Boss offenbar an Reiz verloren: Wie er auf der Ignition Konferenz von Business Insider in New York City  sagte, befindet er sich nur gute zehn Prozent seiner Gesamtarbeitszeit auf Geschäftsreise.

Die Reiseunlust hat aber auch mit seiner Familie zu tun, wie Bezos sagt. Lieber verbringe er Zeit mit seiner Frau und seinen vier Kindern - drei Jungen und ein Mädchen. Wen die Arbeit am Privatleben hindere, sei selbst schuld: “Stress ist nichts anderes als ein Mangel an Kontrolle.” Das sei insbesondere dann der Fall, wenn man an der Spitze eines Unternehmens steht, wo man ja schließlich das Gros an Verfügungsgewalt habe.

Auch die strittigen Arbeitsbedingungen bei Amazon waren ein Thema während des Gesprächs über “Betting on the Digital Future”. Wie Business Insider-CEO Henry Blodget sagte, verwöhnten Giganten wie Disney oder Google ihre hart arbeitenden Mitarbeiter mit kostenfreiem Essen und Massagen. Bei Amazon dagegen müssen die Mitarbeiter ihr Mittagessen selbst bezahlen - von Gratismassagen ganz zu schweigen. Dass das dem Arbeitsklima abträglich sei, bestritt Bezos jedoch vehement. Dadurch, dass es keine Gratiskantine gebe, scharten sich eine große Anzahl von Imbissbuden rund um den Unternehmenshauptsitz in West Seattle. Dadurch blieben die Mitarbeiter ihrer Außenwelt gegenüber offen, so der Amazon-Chef, der es seinen Mitarbeitern auch freistellt, selbst bei Regen bei geöffnetem Fenster zu arbeiten.

Der zentrale Firmensitz habe aber noch einen anderen Vorteil: “Anstatt auf einem Campus außerhalb der Stadt zu sein, befinden wir uns mitten in Seattle.” Dadurch könnten viele der Mitarbeiter, die ebenfalls in der Nähe wohnten, zu Fuß in die Arbeit laufen, so Bezos, der darin einen Zugewinn an Lebensqualität sieht. Der Milliardär, der Amazon 1994 in einer Garage gegründet hat, sieht sich dabei als Vorbild: “Noch heute tanze ich jeden Tag zur Arbeit.”

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