Es geht um die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens: Markenberater Marc Sasserath.
Es geht um die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens: Markenberater Marc Sasserath. © Foto:Sasserath Munzinger Plus

Interview | | von Irmela Schwab

Innovationskultur entsteht durch Menschenliebe

Neugierig, kreativ und angstrei: Für Marc Sasserath sind das wichtige Voraussetzungen, um innovativ zu sein. Zusammen mit Fabian Kienbaum hat der Markenberater die Entwicklungsfirma Sasserath Kienbaum Plus (SK+) gegründet, um diesen Nährboden zu schaffen. Im Interview mit LEAD digital beschreibt Sasserath, wie Innovationskultur in Unternehmen entsteht und welche Mitarbeiter dazu benötigt werden.

Herr Sasserath, was ist eigentlich eine Innovation? Und wann weiß man, ob man einer auf der Fährte ist? 

Eine Innovation ist eine Neuerung mit einer neuen Nutzenstiftung. Innovation ist also etwas Neues, Einzigartiges und Nützliches.

Sie haben gerade eine Agentur für Innovationskultur gegründet. Warum gerade jetzt?

Alle sprechen heute über Transformation. Märkte verändern sich speziell durch die Digitalisierung dramatisch. Viele Unternehmen haben daher das dringende Bedürfnis zum Wandel - wissen aber nicht, wie sie diesen bewerkstelligen sollen. Die Forschungsergebnisse untermauern das recht erschreckend: zirka 70 Prozent aller Transformationsprozesse erreichen die definierten Ziele nicht. Der Hauptgrund für das Scheitern? Kultur. 

Wie sieht diese Kultur aus, die Innovationen begünstigt?

Es geht um ein Umfeld, das kreativitätsfreundlich ist, in dem Neugier geschätzt wird und kollaborativ entwickelt werden kann, am besten in einem angstfreien und vielleicht sogar menschenliebenden Raum. Sicherlich gehört auch die Kultivierung des verrückten und unorthodoxen dazu: „There is no creation without a certain degree of craziness“, so hat es Gilles Amado einst an der französischen Elite-Hochschule HEC Paris postuliert.

Welche Art von Mitarbeitern ist dabei gefragt?

Das "Handelsblatt" titelte in diesen Tagen „Bremse für Innovation“. Im Artikel belegte eine Studie des DIHT, dass der Mangel an qualifiziertem Personal zur Hauptgefahr für die Innovationsdynamik wird. Das liegt aber sicherlich weniger an der grundsätzlichen Qualität der Mitarbeiter, sondern an ihrer Qualifizierung und ihrem Umfeld. Insofern sind wir auch hier wieder bei einer Kultur der Innovation, die den Unterschied macht.

Welche Rolle spielen Hard- und Softskills der Mitarbeiter: Was ist wann wichtig?

Auch hier geht es grundsätzlich um Offenheit und Neugier, um die Lust und Gabe zu beobachten, Muster zu erkennen und dann kreativ zu sein. Das ist natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt, die Grundanlagen existieren aber in uns allen.

In viele Unternehmen und Startups zieht ja nun der Feelgood-Manager ein - welche Funktion hat er, wenn es um Innovationskultur geht?

Ich habe immer ein wenig Sorge, wenn ich von Feelgood-Managern höre. Es geht mehr um die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens. Das ist ein wenig wie Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit als isolierte Abteilung ist lange nicht so stark und wirkungsvoll, wie eine grundsätzlich nachhaltige und verantwortungsvolle Ausrichtung des Unternehmens in seinem Kern. Genauso verhält es sich beim Thema Feelgood-Manager: Sind diese ein Feigenblatt, ist es schlecht. Sind sie aber der operative Arm einer grundsätzlich den Menschen schätzenden Unternehmensausrichtung, dann ist das sehr gut.

Innovationskultur entsteht durch Menschenliebe

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