Thorben Fasching | | von Thorben Fasching

In der Provinz hilft nur eines: Nachwuchsförderung

In Deutschland gibt es mehr als 12.000 Werbeagenturen, 2.000 davon allein in Hamburg. In Bremen jedoch, etwa 120 Kilometer entfernt, gibt es gerade einmal 150. Reduziert man diese Zahl noch auf die reinen Digitalagenturen, reichen zwei Hände allemal, um diese aufzuzählen.

Bremen ist also keine Stadt, die auf der Medien-Landkarte eine große Rolle spielt. Wohl eher ist sie bei den Nachwuchs-Kreativen, -Programmierern und -Projektmanagern für Roland, Rathaus und Weser bekannt als für Texterschmieden, Ad-Schools und trendigem Großstadtflair.

Für uns als eine der größten Digitalagenturen Deutschlands stellt unser Hauptsitz Bremen daher im Bezug auf das Talent-Recruiting eine gewisse Herausforderung dar. Denn genauso wie die Konkurrenz in Hamburg oder den anderen Medien-Metropolen ist natürlich auch Hmmh in Bremen auf talentierten Nachwuchs angewiesen. Um diesen Standortnachteilen nachhaltig entgegen zu wirken, haben wir schon vor vielen Jahren ein erfolgreiches System entwickelt, das Jugendliche und junge Erwachsene bereits während ihrer Ausbildung anspricht.

Unser Erfolgsrezept: Nicht die Agentur, sondern vor allem der Nachwuchs soll von der Zusammenarbeit profitieren. Denn so bleibt Hmmh im besten Fall über lange Zeit, also über Studium, Praktika und der ersten Anstellung hinweg, positiv im Gedächtnis. Die Erfahrung hat gezeigt: Viele der heute Festangestellten waren in der Vergangenheit Teil des Recruitment-Programms und kamen nach einigen Jahren bewusst wieder zurück nach Bremen.

Folgende zwei Säulen stützen das Programm:

1.  Schülerpraktium

Hmmh setzt bewusst auf die junge Generation und bietet Schülern die Möglichkeit, das Leben in der Agentur über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen kennenzulernen. Dabei sehen wir die Schüler so, wie sie wirklich sind: unerfahren, oft unsicher, aber neugierig und dankbar für jeden Input. Deswegen haben wir einen festen Plan entwickelt, durch den die Schüler interdisziplinär feste Aufgaben verfolgen und praxisnah einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Sie sollen nicht drei Wochen unseren Mitarbeitern schweigend über die Schulter schauen, sondern sich selbst mit der Materie beschäftigen.

Auf diese Weise lernen sie viel über die Arbeit in einer Digitalagentur. Wo sich in anderen Unternehmen die Praktikanten die Aufgaben teils selbst suchen müssen, bekommen sie bei uns eine feste Ansprechperson, der sie am Ende ihres Praktikums ihre Ergebnisse präsentieren. Egal ob leichte oder keine Vorkenntnisse, jeder erstellt eine kleine Broschüre mit den Ergebnissen seiner/ihrer Arbeit, wie z.B. das CI eines selbst erfundenen Flagshipstores einer fiktiven Marke.

Somit nehmen sie mehr mit als einfach nur Erfahrung und einen ersten Einblick. Sie erhalten eine nachhaltig positive Perspektive auf Hmmh als potentiellen Arbeitgeber in ihrer Zukunft. Christoph Schroeder, heute Strategic Conceptioner, fand nach Bachelor- und Masterstudium sowie einiger Zeit bei einem anderen Unternehmen genau wegen dieses Praktikums in seiner Schulzeit wieder zurück zu Hmmh.

2. Studentische Hilfskraft

Viele Studenten suchen einen Nebenjob, der nicht nur allein das WG-Zimmer finanziert, sondern sich auch im zukünftigen Berufsfeld befindet. Hmmh bietet ihnen diese Option und stellt gezielt talentierte Studenten in Teilzeit ein, um spezifische Projekte und/oder Bereiche zu unterstützen. Auch hier steht im Fokus, dass die Studenten sich einbringen, Teil des Teams werden und darüber hinaus viel für sich mitnehmen und lernen können. Deswegen bekommen sie, wie jeder Mitarbeiter, einen Paten zur Seite gestellt und erhalten die Möglichkeit, je nach Interesse die Bereiche zu wechseln sowie an anderen Projekten mitzuarbeiten.

Auch für die Endphase eines Studiums bietet Hmmh eine auf die Bedürfnisse der Studenten ausgerichtete Lösung: Unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen bieten wir ihnen das Angebot, sie halbtags als studentische Hilfskraft einzustellen. Gemeinsam wird ein Thema für die Abschlussarbeit gesucht, das in Zusammenhang mit den Aufgaben in der Agentur steht. So arbeiten sie die eine Hälfte des Tages bei Hmmh und die andere Zuhause für ihr Studium. Das Wissen aus dem Job können sie auf ihre Abschlussarbeit anwenden. Außerdem haben sie bei Fragen immer einen Experten in der Nähe und können auf Recherche-Tools und Kontakte der Agentur zugreifen.

Die Chancen, nach dem Abschluss eine Stelle bei Hmmh zu erhalten, sind dabei sehr hoch. Neben anderen Mitarbeitern sind Jana Loock, heute Strategy & Planning Manager, und Florian Podszun, Project Manager, auf diesem Weg zu Hmmh gekommen. Die Agentur profitiert von Absolventen, die zum Zeitpunkt ihrer Übernahme bereits im Team integriert und vollständig eingearbeitet waren, die Studenten von einem fließenden Übergang ins Berufsleben – natürlich mit einer, von uns empfohlenen, kurzen Auszeit dazwischen. 

Was diese beiden Angebote so besonders macht, ist die Tatsache, dass sie voll auf die Bedürfnisse der Praktikanten bzw. Studenten ausgerichtet sind. In Kombination mit dem Engagement und den Verbindungen zu Bremer Hochschulen sowie der lokalen Kreativ-Szene bildet sich somit ein Recruitment-Konstrukt, das nachhaltig und erfolgreich junge Talente nach Bremen in den Weser-Tower lockt – egal ob mit 12 oder 12.000 Agenturen in der Nachbarschaft.

Thorben Fasching, Director Marketing & User Experience bei Hmmh, ist einer der LEAD digital-Blogger, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreiten. Diesen Text hat er zusammen mit Henning Flaspöler, Creative Conceptioner bei Hmmh, verfasst. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

In der Provinz hilft nur eines: Nachwuchsförderung

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