Nico Rose | | von Nico Rose

Ihr Bild im Netz: So strahlen Sie mehr Kompetenz aus

Bevor Sie weiterlesen, werfen Sie bitte einmal einen kurzen Blick auf Ihr – hoffentlich vorhandenes – Linkedin- oder Xing-Profilbild. Wie sind Sie dort zu sehen? Mir geht es hier nicht um die Farbe der Krawatte oder der Ohrringe. Prüfen Sie bitte, inwieweit Ihr Gesicht den jeweils zur Verfügung stehenden Rahmen ausfüllt – beziehungsweise wieviel Schulter und Oberkörper noch zu sehen sind. Die Antwort auf diese Frage könnte mit darüber entscheiden, ob Sie beispielweise einen Auftrag als Freelancer oder auch einen Anruf vom Headhunter erhalten werden. Warum ist das so?

In mehreren Studien konnte gezeigt werden: Je mehr Platz das Gesicht in einem Bildausschnitt einnimmt, desto intelligenter und kompetenter wird die abgebildete Person eingeschätzt. Aus diesem Umstand ergibt sich die "Face-ism Ratio": Ein Bild, das ausschließlich das Gesicht zeigt, hat einen Wert von eins. Je mehr Körper zu sehen ist, desto stärker strebt der Wert gegen null.

 

Der betrübliche Aspekt (und auch Grund für die pointierte Namensgebung des Effekts) ist, dass die Forscher außerdem folgendes nachweisen konnten: Medien zeigen Frauen typischerweise mit einer niedrigen und Männer mit einer hohen "Face-ism Ratio". Dies wurde zunächst für Zeitungen und Magazine nachgewiesen, könnte später jedoch auch für Bildausschnitte im Fernsehen und im Internet bestätigt werden. Ergo: Die Bildauswahl zementiert – bewusst oder unbewusst – althergebrachte Geschlechterklischees vom kompetenten und glaubwürdigen Mann bzw. der zugänglichen, aber wenig kompetenten Frau.  

Nun können wir schlechterdings den Medien diktierten, was sie zu schreiben haben. Aber wir können zumindest unsere eigene Marke bewusst beeinflussen und pflegen. In den vergangenen Jahren hat der Begriff "Personal Branding" eine immer größere Verbreitung gefunden. Hierunter versteht man den bewussten Aufbau einer Personenmarke, also der Positionierung und Schaffung von Unverwechselbarkeit des eigenen Wissens- und Kompetenzprofils in einem abgegrenzten Markt (siehe z.B. das neue Startup von Internet-Unternehmer Ibo Evsan).

Was früher nur für Promis galt, ist heutzutage, dank Internet und vor allem Social Networks, für jedermann möglich – und aus meiner Sicht auch angeraten, egal, man nun Freelancer/Experte oder braver Angestellter ist. Da ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte sagt, liegt hier auch ein besonderer Hebel; und es beginnt bei jenen Bildern, die wir in beruflichen Netzwerken wie Linkedin und Xing nutzen. In diesem Sinne dürfte es beiden Geschlechtern helfen, hier Bilder mit möglichst hohem Gesichtsanteil zu wählen, zumindest wenn es die Intention ist, Kompetenz auszustrahlen.

Nico Rose  ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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