Mit solchen Spaßvögeln steigt die Produktivität.
Mit solchen Spaßvögeln steigt die Produktivität. © Foto:PhotoAlto

Studie | | von Annette Mattgey

Humor hebt nicht nur die Stimmung, sondern auch den Gewinn

In Deutschland ist Humor unterentwickelt, dabei liegen hier noch ungenutzte Potenziale, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen geht. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Mittwoch in Nürnberg veröffentlicht wurde. Moderate Humoraktivität im Arbeitsleben hat positive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Ist die Stimmung während der Arbeitszeit hingegen zu ausgelassen, wirkt sich das aber negativ auf die unternehmerischen Ziele aus.

Mithilfe einer neu entwickelten Messmethodik konnte über eine Befragung von mehr als 2.500 Mitarbeitern in deutschen Unternehmen erstmalig deren Humoraktivität ermittelt werden: Auf der 10-Punkte-Skala ist 5 der optimale Wert, 0 und 10 stehen für "kein Humor vorhanden" und "hier wird zu viel gelacht". Im Durchschnitt aller Unternehmen lag dieser Hiecher-Index für Humor-Intensität (HIHI) im April 2015 bei 3,6 Punkten und damit 1,4 Punkte signifikant unter dem Optimum.

Über die Auswertung von Befragungsdaten aus dem Jahr 2005 konnten die Forscher zudem eine Tendenz ausmachen. 2005 hatte der Durchschnittswert der Unternehmen noch bei 1,4 Punkten gelegen. "Es geht bergauf in Deutschland, in den letzten zehn Jahren haben die Deutschen gerade im Arbeitsalltag mehr Humor entwickelt. Auch über die Qualität der betriebsinternen Fröhlichkeit lassen sich mit unserem Verfahren erste Aussagen treffen", so G. Labert, einer der Autoren der Studie.

Teil der Befragung waren beispielsweise humorvolle Aussagen, die den Befragten vorgelegt wurden. Je nach Intensität und Länge des Lachens in Relation zur zuvor mit wissenschaftlichen Verfahren bestimmten objektiven Witzigkeit der Aussage bekamen die Befragten Punkte für die Qualität ihres Humors, die dann wiederum auf das Unternehmen hochgerechnet wurden. Auch hier hat Deutschland den Forschern zufolge im internationalen Vergleich, insbesondere mit Großbritannien, noch Nachholbedarf.

Mit einer auf die Befragung aufsetzenden Humorverfahrensanalyse haben die IAB-Forscher administrativ erhobene Unternehmensdaten in Bezug zur Stimmungslage der Beschäftigten in Unternehmen gesetzt. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten habe der interne Grad an Humor die Lage der Unternehmen positiv beeinflusst. "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", fassen die Arbeitsmarktforscher ihre Ergebnisse sprichwörtlich zusammen. Wo Humor allerdings produktives Arbeiten erschwere, gehe die Skala über den optimalen Wert 5 hinaus: "Unsere Ergebnisse zeigen: Auch zu viel des Guten kann negative Folgen haben." Regional findet sich dieses Phänomen besonders häufig im Rheinland. Die Ursachen dafür sollen in zukünftigen Studien noch näher unter die Lupe genommen werden.

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