Monster-Studie | | von Annette Mattgey

Home Office: Arbeitnehmer glauben an ihre Produktivität

Beim Home Office gehen die Einschätzungen auseinander. Nur jedes dritte Großunternehmen hält Mitarbeiter im Home Office für produktiver als am Schreibtisch. Die Arbeitnehmer sehen das hingegen anders. Das Job- und Karriere-Portal Monster befragte dazu deutsche und österreichische Arbeitnehmer. Die deutliche Mehrheit ist davon überzeugt, zu Hause einen guten Job zu machen.

Sind Sie der Ansicht, dass Sie Ihre Arbeit adäquat von zu Hause erledigen können?

Ja – Deutschland 67 %/ Österreich 88 %

Nein – Deutschland 28 %/ Österreich 10 %

Weiß ich nicht – Deutschland 5 %/ Österreich 2 %

Nur flexible Arbeitgeber sind attraktiv

Die aktuellen Studien "Bewerbungspraxis 2015" und "Recruiting Trends 2015", die jährlich vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg in Kooperation mit dem Karriereportal Monster durchgeführt werden, zeigen, dass flexible Arbeitsmodelle für Arbeitnehmer eine große Rolle spielen: Knapp 86 Prozent der befragten Stellen- und Karriereinteressierten würden am liebsten bei einem Unternehmen arbeiten, das variable Arbeitszeiten und Home-Office ermöglicht.

Rund sieben von zehn Befragten würden ein Jobangebot sogar nur dann annehmen, wenn das Unternehmen flexible Arbeitszeiten – das heißt, das Arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten am selben Ort – ermöglicht. Etwa die Hälfte stellt die Möglichkeit des Home-Office als nötige Bedingung.

Die Firmen zeigen sich eher zögerlich: Nur knapp die Hälfte der größten Unternehmen und nur zwei von zehn mittelständischen Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern Home Office an.

Befürchtungen ansprechen 

"Home Office ist bei Arbeitnehmern sehr beliebt, die Umsetzung entsprechender Regelungen aber nicht unproblematisch. Die Mitarbeiter im Büro haben zum Beispiel häufig die Befürchtung, sie müssten mehr arbeiten als ihre Kollegen im Home Office. Die Kollegen im Home Office wiederum fühlen häufig einen Rechtfertigungsdruck oder haben das Gefühl, vom Informationsfluss abgeschnitten zu sein", erklärt Bernd Kraft, Vice President General Manager bei Monster. "Hinzu kommt, dass die wenigsten der befragten deutschen Großunternehmen glauben, ihre Mitarbeiter seien im Home-Office produktiver als im Büro."

So klappt's mit dem Home Office:

Monster gibt fünf Tipps, mit denen Sie die Vorteile der Home-Office-Regelung voll ausschöpfen können und gleichzeitig ein gutes Klima unter Kollegen bewahren.

1. Nutzen Sie Home Office richtig.

Viele Mitarbeiter gehen ins Home Office, wenn die Handwerker anrücken oder eine Lieferung erwartet wird. Dabei sollten Arbeitnehmer die Ruhe des Home Office besonders dann nutzen, wenn knifflige Projekte anstehen, die eine hohe Konzentration erfordern. Nehmen Sie das Home Office-Angebot Ihres Chefs an und verlegen Sie vor allem diese Aufgaben auf zu Hause. Ein gegenseitiges Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist hier natürlich die Grundlage.

2. Bleiben Sie erreichbar.

Um die Verbindung zwischen Home Office und Büro aufrechtzuerhalten, können ein Live Chat oder ähnliche Services von Nutzen sein. Kollegen haben somit das Gefühl, Sie auch im Home Office gut erreichen und trotz der physischen Distanz schnell und spontan mit Ihnen Rücksprache halten zu können – so als säßen Sie gleich nebenan.

3. Schaffen Sie sich eine Workzone.

Der Weg zur Arbeit, der Gang ins Büro – das bereitet Sie auf einen produktiven Arbeitstag vor. Auch im Home Office sollten Sie eine Routine finden und sich eine kleine Workzone mit Tisch, Stuhl, Rechner und ausreichend Licht einrichten. Gehen Sie bewusst an Ihren Arbeitsplatz im Home Office und lassen Sie die Jogginghose besser im Schrank – so fühlen Sie sich wie im Büro und halten leichter das entsprechende Leistungsniveau. Sprechen Sie auch offen über die gesetzlich zu erfüllenden Rahmenbedingungen an einen Arbeitsplatz im Home-Office. Hier kann die HR-Abteilung weiterhelfen.

4. Gleiches Recht für alle.

Wenn Home Office-Regelungen im Unternehmen existieren, sollte jeder Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sie zu nutzen. Wer das Arbeiten von zu Hause für sich ausprobieren kann, bekommt ein Gefühl für die eigene Produktivität. So entsteht kein Neid zwischen Kollegen, die im Büro sitzen und denen, die zu Hause arbeiten.

5. Planen Sie Home Office im Voraus.

Anfang der Woche geht es in den meisten Büros hektischer zu, ein Meeting jagt das andere und das Pensum ist meist entsprechend höher. Dies sind Tage, an denen es hilfreich ist, wenn Arbeitnehmer vor Ort im Büro sind. Günstiger gelegen ist es daher, wenn Sie Ihre Home Office-Zeiten auf das Ende der Woche legen und dies idealerweise rechtzeitig ankündigen – Ihre Kollegen werden es Ihnen danken.

Home Office: Arbeitnehmer glauben an ihre Produktivität

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht