Die Vorlesungen finden am Campus Griebnitzsee in Potsdam statt.
Die Vorlesungen finden am Campus Griebnitzsee in Potsdam statt. © Foto:K. Fritze/Uni Potsdam

Uni Potsdam | | von Annette Mattgey

Hier können Sie digitale Transformation studieren

An der Universität Potsdam geht im Herbst erstmals ein Masterstudiengang an den Start, der sich interdisziplinär der digitalen Transformation widmet. Potsdam ist Vorreiter: Nach eigenen Angaben ist es die erste deutsche Uni, die einen Master mit diesem Schwerpunkt anbietet.

Der offizielle Titel lautet "Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation". Angesiedelt ist er am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, der Teil der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ist. Personell scheint das Institut gut gerüstet: Es wurde in den vergangenen Jahren auf drei Lehrstühle und eine Juniorprofessur aufgestockt, darunter ein Stiftungslehrstuhl und eine Stiftungsjuniorprofessur des Softwareunternehmens SAP. Dadurch haben Bachelorstudenten aller Studiengänge bereits seit 2015  die Möglichkeit, sich im Rahmen ihrer Schlüsselkompetenzen mit der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Forschungsorientiert und flexibel

Der neue Masterstudiengang umfasst die Pflichtfächer Anwendungsentwicklung mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 (Prof. Norbert Gronau), Mobile + Digital Business (Prof. Key Pousttchi) und Social Media Research (Prof. Hanna Krasnova). In einem dieser Pflichtfächer oder im Fach Digital Government (Prof. Dr. Moreen Heine) arbeiten die Studenten in den folgenden drei Semestern forschungsorientiert an aktuellen Praxisthemen oder an Grundlagen der digitalen Transformation.

Daneben gibt es eine breiter Palette zusätzlicher Fächer, aus denen sich die Studenten ihren Lehrplan zusammenstellen können. "Das Programm ist sehr anspruchsvoll und wir erwarten überdurchschnittliches Engagement," so Prof. Key Pousttchi, der den neuen Studiengang federführend konzipiert hat. "Aber wir bieten dafür nicht nur die Möglichkeit, die digitale Transformation zu erlernen und schon im Studium aktiv mitzugestalten, sondern geben den Studenten auch viel Freiheit, ihre Lehrinhalte in einem modernen Baukastensystem selbst zusammenzustellen und ihr eigenes Profil zu entwickeln."

Die Wahlpflichtfächer können etwa tiefer in die Wirtschaftsinformatik führen, klassische BWL-Fächer umfassen oder in Richtung IT Systems Engineering am Hasso-Plattner-Institut gehen. Damit ist die Palette noch nicht mal vollständig: Volkswirtschaftslehre, Verwaltungswissenschaft, Soziologie und weitere interdisziplinäre Vorlesungen ergänzen das Angebot. 

Uni Potsdam

Initiator Pousttchi geht es nicht darum, das Silicon Valley abzukupfern, sondern die typische deutsche, sprich ingenieurmäßige Vorgehensweise der Wirtschaftsinformatik zum Kern eines ganzheitlichen Ansatzes zu machen: "Für die digitale Transformation brauchen wir aus vielen Fächern Knowhow", so Pousttchi. "Nur auf diese Weise kann man heute den Chief Digital Officer für Unternehmen und gesellschaftlich relevante Organisationen ausbilden."

Morgen werde diese Ausbildung als Generalist mit tiefem Verständnis der digitalen Welt Voraussetzung für jede Art der Unternehmensführung sein.  Auch für Gründer bieten der Studiengang, die Universität Potsdam und die Nähe zur Startup-Metropole Berlin ein sehr fruchtbares Umfeld.

In der Industrie stößt das neue Angebot auf sehr großes Interesse: "Die Universität Potsdam stattet Nachwuchskräfte mit passendem digitalen Fach- und Methodenwissen aus, um die Lücken bei der digitalen Qualifikation, dem vielzitierten 'Digital Skills Gap' zu schließen", so Bernd Welz, Chief Knowledge Officer bei SAP. "Dieser strategische Ansatz ist wichtig und notwendig um die digitale Transformation erfolgreich meistern zu können."

Mehr Infos zu den Master-Studiengängen Wirtschaftsinformatik, darunter auch der mit Schwerpunkt digitale Transformation sowie zu den Zulassungsvoraussetzungen.

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