Stellenmarkt | | von Annette Mattgey

Gute Job-Chancen bei Start-ups

Wer auf der Suche nach einer neuen Stelle ist, hat derzeit gute Aussichten, bei einem Start-up unterzukommen. Binnen eines Jahres stieg der Arbeitskräftebedarf um 70 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Job-Suchmaschine Adzuna, die in ihre Analyse mehr als  400.000 Stellenangebote aus ganz Deutschland einbezogen hat. Dabei kommt die Nachfrage nicht nur aus Berlin, auch in München und Leipzig fehlen den Start-ups junge Talente. 

Aktuell vermeldet Adzuna knapp 2000 Arbeitsangebote, die von Start-ups stammen. Anfang November 2013 lagen sie bei rund 1100. Die Zahl der in Berlin gelisteten Stellen hat innerhalb der letzten zwölf Monate um 29 Prozent zugenommen, jedoch verzeichnet Adzuna derzeit mehr Anzeigen für Start-up-Stellen in München als in der Haupstadt. Eine Reihe von regionalen Förderprogrammen, passende Studiengänge sowie zahlreiche ansässige Risikokapitalgeber sind nur einige Punkte, die die Münchner Szene für Gründer attraktiv machen. Mit dem drittgrößten Stellenangebot zieht Leipzig im Städteranking an den klassischen westdeutschen Wirtschaftsstandorten wie Frankfurt oder Hamburg vorbei. Internationale Veranstaltungen der Szene wie das Start-upWeekend finden hier statt und locken zahlreiche Gründer in die aufstrebende Metropole. 

Wie im Vorjahr werden für die meisten offenen Stellen IT-Fachkräfte wie Software-Entwickler gesucht . 25 Prozent der Anzeigen entfallen auf diesen Bereich. Daneben haben Projektleiter (15 Prozent) sowie PR-/Marketingfachkräfte (9 Prozent) gute Chancen, einen Job in der aufstrebenden Szene zu ergattern.

Inja Schneider, Country Manager Germany bei Adzuna kommentiert: "Wir finden es sehr interessant, die Dezentralisierung auf dem deutschen Markt zu beobachten, was die Verteilung der bei uns gelisteten Start-up-Jobs verdeutlicht.  Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, wo die Hauptstädte wirtschaftlich dominieren, kann Deutschland neben Berlin viele weitere attraktive Städte bieten, die alle Top-Standorte für junge Unternehmen darstellen – das macht Deutschland einzigartig!" 

Adzuna untersuchte bereits im November 2013 die Entwicklung des deutschen Start-up-Markts. Für die aktuellen Daten wurde ebenfalls das auf Adzuna.de vorhandene Stellenangebot betrachtet sowie die geographische Verteilung und Job-Kategorie der gelisteten Start-up-Jobs. 

Top 5: Städte für Start-Up Jobs*

Stadt % Offener Start-Up Stellen
München 22%
Berlin 20%
Leipzig 8%
Hamburg 5%
Frankfurt 4%

 

Top 5: Job-Kategorien für Start-Up Jobs*

Job-Kategorie % Offener Start-Up Stellen
IT 25%
Beratung 15%
Marketing 9%
Vertrieb 9%
Buchhaltung 6%

 

*Basierend auf gelistetem Jobangebot auf Adzuna.de, Oktober 2014

PS: Wohin bewegt sich das Personalmarketing? Beim Human Resource Marketing Congress 2014 am 17. November in München zeigen Experten aus Unternehmen Lösungswege, wie Arbeitgeber den veränderten Recruiting-Bedingungen begegnen und hochqualifizierte und passende Mitarbeiter gewinnen.

Gute Job-Chancen bei Start-ups

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Banker- oder Hipster-Style? So klappt das Vorstellungsgespräch in einem Start-up

von Annette Mattgey

Hoodie oder Krawatte? Das fragen sich viele, wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Start-up eingeladen sind. In seiner Kolumne für W&V rät Personalberater Harald Fortmann vor allem zu "Engagement und Leidenschaft".

Die Frage stellt sich schon länger, erst recht seit dem Candystorm rund um Sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger (#Hoodiejournalismus) oder dem #Hoodiegate, das Mark Zuckerberg 2012 auslöste: Wall-Street-Banker bezeichneten seinen Kapuzenpulli als Zeichen seiner Unreife und mangelnder Ernsthaftigkeit. Nun ja, Mark Zuckerberg kann anziehen, was er will. Sein Erfolg spricht ohnehin für sich.

Wer aber – unabhängig davon, ob in der Old oder New Economy – noch am Anfang seiner Karriere steht, fragt sich vor Bewerbungsgesprächen oftmals: Was ziehe ich an?

Nun ist die Bekleidungsetikette in der traditionellen Wirtschaft gelernt und es gibt zahlreiche Tipps dazu im Netz. Bei Start-ups zu arbeiten, bedeutet jedoch, in einem dynamischen, innovativen Umfeld tätig zu werden. Kreative, smarte Köpfe bekommen jede Menge Entfaltungsraum und schnelle Aufstiegschancen geboten. Die Unternehmen befinden sich noch im Aufbau und sind auf zupackende, mitdenkende, eigenständig agierende Mitarbeiter angewiesen – in der Personalberaterbranche gern auch als Menschen mit einer starken Hands-on-Mentalität bezeichnet. Sie sollten daher vor allem von ihrem Typ zu dem Unternehmen passen. Insofern weht bei Start-ups auch ein anderer Wind hinsichtlich der Kleidungswahl als bei Mittelständlern und Konzernen: Schlips und Kragen oder Business-Kostüme sind in der Digitalwirtschaft eher die Ausnahme. (Ist später der Investorentermin geplant, kann man den Kommunionsanzug aber immer noch rausholen ...)

Die Regel sind Outfits, die die eigene Persönlichkeit widerspiegeln. Vom Hoodie über die Jeans zum Sakko bis hin zum bunten Rock zur Lederjacke ist es individuelle Geschmackssache, was angebracht ist. Die Hauptsache ist aber eine saubere Kleidung und ein gepflegtes Äußeres. Denn: Fühlen sich Bewerber in ihrer Kleidung wohl, macht sich das definitiv bemerkbar – sie wirken sicherer und agieren kompetenter.

Mein persönlicher Tipp: Mit Business Casual machen Bewerber nichts falsch, das passt immer. Am wichtigsten ist jedoch immer, dass sie mit ihrer Persönlichkeit überzeugen. Mit ihrem Engagement und vor allem ihrer Leidenschaft. So habe ich es in meinem gesamten Berufsleben noch nie erlebt, dass man mich und meine Leistung aufgrund meiner Kleidung beurteilt hat.

Harald Fortmann ist sowohl Vizepräsident des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDW) als auch Director Executive Search bei der Personalberatung Cribb, wo er Konzerne und Mittelständler berät. Zudem unterstützt er Start-ups als Beirat oder Investor.

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