Personalbedarf | | von Annette Mattgey

Gute Aussichten für Freelancer: "Externe Expertise immer bereichernd"

In deutschen Online- und Kreativ-Agenturen stehen die Türen für Freelancer offen. Je nach Unternehmensphilosphie haben sie sogar einen festen Platz innerhalb der Strategie. Eine Studie hatte jüngst ermittelt, dass in 80 Prozent aller Firmen Freie gefragt sind, besonders im Kreativ- und IT-Bereich. Große Bedeutung misst Stefan von den Driesch, Geschäftsführer der Digitalagentur mediaman, den Freelancern bei. "Wir wollen nicht nur Spitzen in unserer Auslastung abdecken, sondern langfristig ein dauerhaftes Netzwerk aus kreativen Spitzenkräften aufbauen. Unter dem Motto 'Connected creativity' suchen wir ständig und weltweit den Kontakt zu schlauen Köpfen in allen interaktiven Disziplinen." Wichtig sind ihm dabei vor allem "Erfahrung und kreative Exzellenz sowie die Fähigkeit und den Mut, sich einzumischen und neue Wege zu gehen." Was jedoch nicht fehlen darf: "Köpfe mit der heute notwendigen Expertise inhouse aufzubauen", insbesondere für die Kundenberatung.

Reservierte Schreibtische für die Freien - so fürsorglich geht We are Social mit den freien Kollegen um. "Mittlerweile hat sich ein Pool von Freelancern etabliert, mit denen wir gerne und viel zusammenarbeiten und auf die wir uns auch verlassen können", erklärt Bastian Scherbeck, Geschäftsführer der Social Media-Agentur. Ab 1. August bezieht We are social neue Räume und will dort "einen festen Raum für Freelancer schaffen - im Prinzip eine Art Co-Working Space." 

Daneben gibt es zahlreiche Arbeitgeber, die Freiberufler eher als Hilfe zur Krankheits- oder Urlaubsüberbrückung sehen. Sie kommen vor allem aus dem klassischen Bereich, aber nicht nur. So setzt SapientNitro vorwiegend auf Festangestellte. Myra Mac Links, Manager Hiring SapientNitro, will die Mitarbeiter gerne langfristig im Unternehmen entwickeln. "Außerdem stellen wir damit sicher, dass unsere Art zu arbeiten - wir nennen es „Idea Engineering“ - von allen unterstützt wird." Angst vor einem "Flickenteppich" hat Tino Lang, Geschäftsführer der zebra Werbeagentur. "Der große Vorteil bei Festanstellungen: Es senkt den Handlingsaufwand, der unweigerlich bei der Verpflichtung von Freien entsteht. Erst recht, wenn es sich – wie in der Agenturbranche nicht unüblich – um zahlreiche Kurzfrist-Engagements von wenigen Tagen handelt." Demgegenüber sieht Marcus Kikisch, Chief Digital Officer Hirschen Group und Geschäftsführer München, durchaus Vorteile von freien Mitarbeitern: "Ein externer Blick und externe Expertise sind immer bereichernd - sowohl für einzelne Projekte, als auch für alteingesessene Kollegen." Für den reibungslosen Ablauf sind "freie Mitarbeiter eine wichtige Stütze, gerade wenn in Zukunft die Arbeitsbelastung durch Pitches, Anfragen, etc. außerplanmäßig steigt, Kollegen durch Urlaub oder Krankheit ausfallen."

Gerade im digitalen Bereich fällt es den Personalern oft schwer, ihren Bedarf zu decken. So bekennt etwa Daniela Bartelt, Head of Human Resources der Scholz & Friends Group: "Mit unterschiedlichsten Werbeformen in Bereichen wie Online und Mobile haben sich völlig neue Berufe für Werber entwickelt. Gerade in diesen Bereichen gibt es eine hohe Nachfrage in der Branche. Es fehlt an digitalen Spezialisten wie Online Konzeptionern, Web Developern oder Technischen Projektmanagern. Je seniorer die Position, desto schwieriger ist die Besetzung dieser Stellen. Deshalb buchen wir für einzelne Projekte in diesem Bereich Freelancer mit einer bestimmten Expertise, die wir im Netzwerk nicht abdecken und nur kurzfristig benötigen." Im Senior-Bereich sucht auch We are Social: "Für uns sind vor allem Bewerber mit Qualifikationen in den Bereichen Grafik, Design, Social Media Beratung und App-Programmierung relevant", sagt Scherbeck. "Mit ausreichend Erfahrung und Referenzen." Bei den Hirschen ist vor allem "externe Unterstützung im Art-Bereich" gefragt. Digital-Spezialisten stehen auf der Wunschliste von mediaman, besonders "User Experience Designer, Information Architect und AD/CD genauso wie Application Developer."

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