Diese sechs Buchstaben hätten die meisten Absolventen gern auf ihrer Visitenkarte.
Diese sechs Buchstaben hätten die meisten Absolventen gern auf ihrer Visitenkarte. © Foto:Google

Arbeitgeberranking | | von Anja Janotta

Google ist der Traum für Europas Studenten

Der Suchmaschinenriese Google bleibt der beliebteste Arbeitgeber der europäischen Absolventen. Egal ob Wirtschafts- oder Ingenieursstudenten - am allerliebsten würden diese bei der Internet-Company anfangen. Für 11,54 Prozent der Wirtschafts- und für 14,98 Prozent der Technik-Studenten ist Google unangefochten ihre Nummer eins, wie das aktuelle Trendence Graduate Barometer 2016 zeigt.

Volkswagen hingegen leidet unter dem Imageverlust nach dem Abgasskandal und muss unter den Wirtschaftsstudenten seinen vormaligen zweiten Platz nun an Apple abtreten. Ein Sturz um immerhin 0,93 Prozentpunkte auf 6,17 Prozent - nirgendwo innerhalb der Top Ten war die Bewegung nach unten deutlicher als bei den Wolfsburgern. Apple, das bei 8,17 Prozent liegt, hatte ein deutliches Plus von 1,33 Prozentpunkten zu verzeichnen. Aber immerhin bleibt es noch bei Platz drei für Volkswagen. Auf vier und fünf liegen BMW und die Unternehmensberatung PriceWaterhouse Coopers vor Microsoft (mit einem Plus von 0,69 Prozentpunkten auf 4,00 Prozent), und den Beratungsfirmen Ernst & Young und Deloitte.

Die IT- und Ingenieurs-Studenten würden ebenso Google den Vorzug geben, hier allerdings sieht es in der weiteren Top Ten schon ganz anders aus: Der zweitbeliebteste Arbeitgeber ist Microsoft, für das sich 8,14 Prozent der Absolventen entscheiden würden (plus 0,90 Prozentpunkte). Für Volkswagen auf Rang drei würden sich 7,75 Prozent der Absolventen entscheiden (minus 1,02 Prozentpunkte), für Apple 7,35 Prozent (plus 0,80 Prozent). Rang vier belegt BMW vor Airbus, IBM, Siemens, Bosch und Intel.

Die Studienautoren, die 300.000 Absolventen aus 24 Ländern befragten, haben vor allem zwei Trends ausgemacht: Alle Absolventen zieht es für ihren ersten Job stärker in die IT-Branche und viele der Top-Arbeitgeber aus Deutschland verlieren - insbesondere in der Gunst der Techniker.  IT-Unternehmen zählen demnach in diesem Jahr zu den Gewinnern unter den Wunscharbeitgebern der europäischen Absolventen, allen voran Microsoft. "Microsoft hat in den einzelnen europäischen Ländern nationale Strategien entwickelt. Das erlaubt es dem Unternehmen, flexibel auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Absolventen in den einzelnen Ländern einzugehen, statt starr zentralen Vorgaben zu folgen", erklärt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch den Erfolg. Im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Techniker befinden sich mit Google, Microsoft, Apple und IBM insgesamt vier IT-Unternehmen in den Top 10. Für die Wirtschaftsabsolventen ist zwar immer noch ein Job bei einer Unternehmensberatung attraktiv, aber nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren.

Die fünf bestplatzierten deutschen Unternehmen im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Techniker – Volkswagen, BMW, Siemens, Bosch und Bayer – haben im Jahresvergleich allerdings an Gunst bei den europäischen Absolventen verloren. "Nach Dieselgate hat 'Made in Germany' an Anziehungskraft verloren – auch bei den Bewerbern", erklärt dies Koch. Andere deutsche Unternehmen entwickeln sich hingegen positiv: Lidl beispielsweise steigt im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber Europas von Rang 68 auf 57. Der Lebensmittelhändler aus Neckarsulm kann seine Popularität als Arbeitgeber in fast allen Ländern Europas steigern. In Irland beispielsweise ist der Discounter besonders beliebt und landet dort auf Rang 2 der Arbeitgeberwunschliste der Wirtschaftswissenschaftler. 

Eine weitere spannende Erkenntnis der Befragung: Weibliche Wirtschaftsstudenten verlangen im Schnitt ein Viertel weniger Gehalt als ihre männlichen Kommilitonen. Damit legen sie schon beim Jobeinstieg den Grundstein für den Gender Pay Gap. Am ausgeglichensten sind die Gehaltswünsche in Irland und Großbritannien. Die Türkei liegt auf Rang 3 und damit deutlich vor den Ländern der DACH-Region. Deutschland belegt den 10. von 24 Plätzen: Die Wirtschaftsstudentinnen verlangen hierzulande 13,2 Prozent weniger Gehalt als ihre Kommilitonen. Bei den Technikern sind die Gehaltswünsche zwischen Frauen und Männern etwas ausgeglichener: Die Technikerinnen in Europa geben sich mit 20,6 Prozent weniger Gehalt zufrieden als ihre Kommilitonen. Deutschland liegt bei einer Differenz von 8,7 Prozent (Rang 6).

Das Gründerfieber hat auch die Unis erreicht: Rund ein Viertel der europäischen Absolventen will nach dem Studium ein Startup gründen – und geht damit den Unternehmen als Mitarbeiter verloren. Die meisten Gründungswilligen stammen aus Osteuropa. Die Deutschen  hingegen sind im Europavergleich viel vorsichtiger: Sie belegen den letzten Platz im Ranking der gründungswilligsten Wirtschafts-Absolventen, bei den Ingenieuren und Informatikern liegen sie auf Rang 18 von 24. 

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