#realdiversitynumbers | | von Annette Mattgey

Google bremst Gehaltsliste aus - und handelt sich Ärger ein

In den USA gehen die Menschen viel offener mit Angaben zu ihrem Gehalt um, als es hierzulande üblich ist. Das nutzte eine Google-Angestellte und mobilisierte ihre Kollegen, sich anonym an einer Umfrage zu beteiligen. Not amused war dagegen ihr - inzwischen ehemaliger -  Arbeitgeber.

Portale wie Glassdoor leben davon - anonymisierte Angaben über Arbeitsatmosphäre, Weiterbildungsmöglichkeiten und nicht zuletzt das Gehalt. So lassen sich zumindest Tendenzen erkennen, für welche Qualifaktionen und Funktionen welche Gehaltsspannen gezahlt werden. In diesen Fällen machen die Firmen gute Miene zum bösen Spiel und versuchen umgekehrt, sich möglichst mitarbeiterfreundlich und fair - Stichwort Employer Branding - zu geben und gestalten bei Kununu, Glassdoor und Co. entsprechende Firmenporträts.

Zu detailreich darf es jedoch nicht werden. Google "bestrafte" eine Angestellte, die in einer privaten Initative ihre Kollegen aufgefordert hat, ihre Gehälter in eine Excel-Tabelle einzutragen. Damit wollte Erica Baker die mangelnde Fairness von Google öffentlich machen. Beteiligt haben sich rund 5 Prozent aller Google-Angestellten, also um die 2.500 Personen.

Ihr Twitter-Account zeigt die Entwicklung:

Bestraft wurde sie insofern, weil ihre Vorgesetzten ihr Bonuszahlungen verweigerten, während ein anderer Kollege - ebenfalls an dem Projekt beteiligt - sich weiter über Zusatzzahlungen freuen darf. Die beiden trennen zwei Dinge: Rasse und Geschlecht.

Die Initiative von Erica Baker hat Folgen: zum einen nehmen einige Google-Mitarbeiter die Liste zum Anlass, neu mit ihren Chefs über ihre Gehälter zu verhandeln. Zum anderen entspinnt gerade eine Debatte bei Twitter unter dem Hashstag #RealDiversityNumbers. 

Apple, Facebook, Google sowie andere Tech-Companies veröffentlichen regelmäßig Diversity-Berichte und müssen zerknirscht zugeben, dass weiße Männer überrepräsentiert sind, Frauen und Farbige es dagegen wesentlich schwerer haben. Sogar Klagen sind deswegen anhängig.

Das bewegt die Twitter-Nutzer aktuell:

Google bremst Gehaltsliste aus - und handelt sich Ärger ein

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