Dwight Cribb Personalberatung | | von Annette Mattgey

Gehaltsstudie: Kreativ- und Technik-Vorstände verdienen am wenigsten

Zweiklassen-Gesellschaft in der deutschen Digitalwirtschaft: Je nach Spezialisierung des Unternehmens und nach dem eigenen Tätigkeitsschwerpunkt spreizen sich die Gehälter auf der Vorstandsetage weit auf. Während einzelne Manager über ein Jahresgehalt von 700.000 Euro inklusive Boni, betriebliche Altersversorgung und Aktienoptionen verfügen, kommen ihre Kollegen am unteren Ende der Skala  auf 65.000 Euro. Das zeigt die soeben abgeschlossene Gehaltsstudie der Dwight Cribb Personalberatung. Sie hat mehr als 202 Spitzenkräfte der deutschen Online-Branche anonym befragt.

Im Durchschnitt tragen die Unternehmens- und Bereichschefs pro Jahr 216.775 Euro nach Hause. Davon machen erfolgsabhängige Zulagen zwischen 35 und 40 Prozent aus. Unter den Onlinern geht es denjenigen, die für E-Commerce-Unternehmen und Portale arbeiten, am besten. Hier werden Durchschnittsgehälter auf Vorstandsebene in Höhe von rund 268.000 Euro bzw. 225.000 Euro verdient. Wer in den Medien beschäftigt ist, muss sich mit weniger zufrieden geben. Mit einem Jahresgehalt von 199.500 Euro bildet die Branche das Schlusslicht in der Cribb-Umfrage. Auf dem vorletzten Platz: Agenturen. Sie zahlen ihren Chefs etwa 203.500 Euro. 

Nimmt man die Tätigkeitsschwerpunkte genauer unter die Lupe, so erzielen Geschäftsführer und Vorstände, die im Bereich Vertrieb Verantwortung tragen, die höchsten Gehälter (235.000 Euro). Aber auch Einkaufs- und IT-Experten kommen auf überdurchschnittliche Bezüge. Wenig lukrativ sind dagegen die Posten als Kreativ-Chefs (183.000 Euro) oder Technik-Vorstand (194.000 Euro): Sie sind die Schlusslichter der Gehaltstabelle. Dabei unterschieden sich die Fixgehälter zwischen den Kreativen und den Verkäufern kaum. Den Unterschied machen zu einem kleineren Teil die variablen Bestandteile aus, zu einem größeren die Zusatzleistungen. Sie alleine führen zu einem Vorsprung des Vertriebs-CEOs von mehr als 30.000 Euro im Jahr.

„Die Gehaltsstudie verdeutlicht, dass sich die Internet-Branche mittlerweile durch eine enorme Diversifikation auszeichnet und  attraktive Gehaltsperspektiven bietet“, so Geschäftsführer Dwight Cribb (Foto). Warum Kreative eher schlechte Karten haben, erklärt er so: „Bei Kreativen sind die Motivatoren häufig inhaltlicher Natur, was bedeutet, dass Freiraum für Neues und geeignete Rahmenbedingungen einen höheren Stellenwert als Gehalt haben.“ Wer seine finanzielle Situation ändern will, muss überlegen, wie er sich im "Spannungsfeld zwischen Profitabilität und persönlicher kreativer Entfaltung" positioniert. "Diese Pole sind nur selten zusammenzubringen. Jeder Kreativ-Chef wird sich für seinen persönlichen Weg entscheiden und kann darüber sein Einkommensniveau durchaus maßgeblich beeinflussen.“

In Agenturen liegen die gutdotierten Jobs in den Bereichen Vertrieb, IT, Finanzen und General Management (über 210.000 Euro). Marketing liegt knapp dahinter (201.000 Euro). Als Kreativ-Geschäftsführer lassen sich dagegen nur rund 152.000 Euro verdienen. Schlechter hat es hier nur der Technikvorstand getroffen. Die befragten E-Commerce-Unternehmen setzen andere Schwerpunkte: Die höchste Entlohnung entfällt auf die Ressorts Personal und Organisation (310.000 Euro). Etwa gleichauf liegen Marketing, Vertrieb, Kreation und Beratung (290.000 Euro). Beste Verdienstmöglichkeiten hat in Medienunternehmen der Finanz-Vorstand oder -Geschäftsführer (227.500 Euro). IT und Technik sind den Medien nur Jahressummen von rund 142.000 Euro wert, Marketing-Chefs erhalten 173.000 Euro. 

Cribb hat darüberhinaus noch untersucht, wie sich das Unternehmensalter, der Umsatz, der Bildungsabschluss und weitere Parameter auf die Gehaltsstruktur der Vorstandschaft auswirken. Die komplette Studie lässt sich per Mail an info@cribb.de anfordern.

Gehaltsstudie: Kreativ- und Technik-Vorstände verdienen am wenigsten

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