So weichen die Kreativ-Gehälter je nach Region vom Bundesdurchschnitt ab.
So weichen die Kreativ-Gehälter je nach Region vom Bundesdurchschnitt ab. © Foto:COP CompensationPartner

Länder-Ranking | | von Martin Bell

Gehälter in der Provinz: Wo Agenturen am besten zahlen

In der Kreation liegt das durchschnittliche Jahressalär deutlich über 50.000 Euro, verkündete kürzlich der Agenturverband GWA nicht ohne Stolz. Allerdings mit Einschränkungen. Die Vergütungen, die die Gehaltsdatenbank Personalmarkt.de exklusiv für W&V ermittelte, liegen weit darunter. Im Mittel bleiben Texter und Konzepter, Designer, Art- und Kreativdirektoren allesamt unter 50.000 Euro Jahresgehalt, zum Teil sogar erheblich. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Erfahrungsleveln. Konzepter kriegen als Anfänger nur gut die Hälfte des Lohns, den erfahrene Kollegen erhalten (5000 Euro im Monat). Das höhere Gehaltsniveau, das der GWA ausweist, beruht auf dem erlesenen Zirkel von 47 befragten Agenturen. Personalmarkt hingegen bildet einen Querschnitt aus Mitspielern aller Größen ab, darunter auch kleine. 

Wie etwa die Nürnberger Agentur Bloom: "Spitzengehälter wie in München oder Hamburg zahlen wir nicht", sagt  Geschäftsführerin Eva-Maria Engelbrecht. Nicht mal für ausgewiesene Werbecracks. "Die Fairness gegenüber langjährigen Mitarbeitern gebietet, dass wir das Gehaltsgefüge nicht zugunsten einzelner überdehnen." Das erschwert zwar die Besetzung offener Stellen, aber es verhindert auch Neiddebatten in der Agentur und kommt dem Betriebsklima zugute. Dass es in kleineren Agenturen, die nicht in Metropolen liegen, auch noch weitere Vorzüge gibt, zeigt auch das Beispiel Cyperfection in Ludwigshafen: "Wir arbeiten nicht bis in die Puppen", sagt Sven Korhummel, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Cyperfection.

Unterschiede hat Personalmarkt.de auch je nach Bundesland gefunden. Hamburg und Bayern finden sich, wie zu erwarten, auf den vorderen Plätzen (fünf bis sechs Prozent über dem Schnitt). Allerdings nicht ganz vorn. Den Rang laufen ihnen zwei andere Landstriche ab: Baden-Württemberg (gut neun Prozent über Durchschnitt) und der Überraschungssieger: Das beste Gehalt streicht man in Hessen ein – bald elf Prozent mehr als im bundesweiten Schnitt. Schlusslichter, das verwundert nicht, sind die ostdeutschen Länder. Das Einkommensniveau bewegt sich hier 20 Prozent unter dem Bundesschnitt, sogar fast 25 Prozent im Fall des Tabellenletzten Mecklenburg-Vorpommern.

Was kreative Leistungen abseits der Metropolen wirklich wert sind und welche regionalen Unterschiede es in der Gehaltsstruktur der Werbeszene gibt, erfahren Sie in der aktuellen W&V-Ausgabe 49 (Erscheinungstermin 05.12.2016). In der dreiteiligen Serie "Gehalt" beleuchtet W&V neben den Gehältern in der Werbebranche auch die Digitalszene und das Gehaltsgefüge in Marketingabteilungen.

Das komplette Bundesländer-Ranking:

 

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