Employer Branding (wie hier von Rewe) wird immer wichtiger.
Employer Branding (wie hier von Rewe) wird immer wichtiger. © Foto:Screenshot Youtube Rewe-Karrierevideo

Personal | | von Anja Janotta

Fünf Trends des Recruitings 4.0

Worauf müssen Personaler und Führungskräfte in den kommenden Jahren achten? Welche Trends werden künftig den Personalmarkt beherrschen? Ina Meyer, stellvertretende Personaldirektorin vom Bildungsdienstleister Berlitz hat die wichtigsten Trends zusammengefasst.
 
Trend 1 Diversity Management: Vielfalt konstruktiv nutzen
 
Insbesondere junge Arbeitnehmer erwarten ein von Toleranz geprägtes Klima in Unternehmen. Dazu gehört ein vorurteilsfreier Umgang mit Geschlecht, Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung und Religionszugehörigkeit. Ein optimales Diversity Management vermeidet nicht nur Diskriminierung, sondern integriert die Vielfalt der Fähigkeiten so in die Unternehmenskultur, dass sie für den Erfolg nutzbar werden. Bei der Umsetzung spielen Führungskräfte die Schlüsselrolle. Von ihnen müssen erste Signale ausgehen. Sie führen Mitarbeitergruppen, sind Ansprechpartner und nehmen an Trainings teil.
 
Trend 2 Employer Branding: Für Fachkräfte attraktiv werden
 
Im harten Wettbewerb um Talente sollten Unternehmen nicht nur gegenüber potenziellen Kunden ihre Stärken präsentieren, sondern auch intensiv um Fach- und Führungskräfte werben, um sich positiv von anderen Firmen abzuheben. Imageanzeigen und Karrieretage können zwar punktuell hilfreich sein, doch benötigen Personaler eine umfassende Strategie, um Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden: Der erste Eindruck im Internet und der Umgang mit Menschen im Bewerbungsprozess spielen eine ebenso große Rolle, wie das, was langjährige und ehemalige Mitarbeiter über das Unternehmen und ihre Vorgesetzte in der Öffentlichkeit sagen.
 
Trend 3 Performance Marketing: Gespräch statt Leistungsmessung
 
Gehörten Jahresgespräche oder 360-Grad-Feedbacks bis vor kurzem noch zum Standard, schafften einige amerikanische Firmen wie Adobe die Leistungsbeurteilung ihrer Mitarbeiter erfolgreich ab und ersetzten sie durch so genannte "Check-ins". Check-ins sind informelle Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Bislang waren die Leistungsmessungen eher rückwärtsgewandt und förderten den Konkurrenzkampf. Die Check-ins richten das Augenmerk eher auf die zukünftige Entwicklung von Teams und einzelner Mitarbeiter. Diese Feedback-orientierte Methode hat bei Adobe zu 30 Prozent weniger Kündigungen geführt.
 
Trend 4 Zeitgemäße Führung – vom Anführer zum Moderator
 
Eine autoritär-hierarchische Führungskultur hat in modernen Unternehmen weitgehend ausgedient. Jetzt stellen gesellschaftliche Transformationsprozesse wie die Digitalisierung Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Schließlich geht es im Web 2.0 nicht um Hierarchieebenen, sondern um Vernetzung und Austausch. Zukunftsfähige Unternehmen benötigen daher Führungskräfte, die Wissen teilen und anderen verfügbar machen. Demnach treten die Chefs von morgen eher als Moderatoren von Teams auf. Die Kultur ist demokratischer geprägt, der Chef nicht mehr der alleinige Anführer.

Trend 5 E-Learning: Baustein für die persönliche Entwicklung
 
In vielen Firmen ist die Zeit für Fortbildungen knapp bemessen, trotzdem sind Weiterbildungen dringend nötig. Daher braucht es Lernformen, die zeitlich flexibel sind, wie E-Learning-Programme. Im Trend liegen auch Micro-Learning oder Learning Nuggets: Diese "Lern-Häppchen" erleichtern beispielsweise das Lernen von Vokabeln auf dem Weg zur Arbeit.

Fünf Trends des Recruitings 4.0

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