Descape | | von Brigitte Bauer

Flucht aus dem Bürojob: Darf es Surfbrettbauer oder Werbetexter sein?

Überstunden und Wochenendarbeit sind in vielen Berufen - vor allem in der Werbebranche - Gang und Gäbe. Oftmals kommen viele gar nicht dazu ihren Büro-Ausgleich in einem Hobby zu leben. Das Startup ­Descape hat die Lösung parat: Auf der Homepage descape.com kann sich jeder tageweise in ein anderes Berufsfeld flüchten. Dafür müssen die Interessenten zwar zahlen, doch so kommen sie ihrem vermeintlichen Traumjob für die Zukunft etwas näher. Die Nachfrage bei Descape ist enorm.

Gegründet haben das Startup Lena Felixberger, Heiko Strubel und Jens Ehne. Felixberger hat zuvor in Agenturen wie Heye, Jung von Matt und dann als freie Texterin gearbeitet. Jetzt leitet sie den Bereich Marketing und Kommunikation bei Descape. Strubel war als freier Art Director tätig und kümmert sich auch bei Descape um Produkt und Design. Jens Ehne ist für das operative Geschäft zuständig.

Zusammen bieten sie "Kurztrips in andere Arbeitsbereiche weltweit", sagt Felixberger. Gefragt sind vor allem handwerkliche Berufe wie Tischler, Metzger, Bestatter und Schuster, aber auch Surfbrettbauer in Portugal, Wildlife-Ranger in Costa Rica und Gin-Destillateur in London. Der Bezug zur Werbung ist ebenfalls gegeben. VCCP, Berlin, bietet den Traumjob "Werbetexter" für ein paar Tage in der Agentur an. Dort arbeiten Interessierte dann auf realen Kundenbriefings.

Als Descape 2014 startete, konnten die Gründer die Flut an Anfragen gar nicht bewältigen. Jetzt haben sie ihr Startup neu positioniert. Seit einigen Wochen ist die Website online, auf der sich sowohl Jobsuchende als auch Jobanbieter tummeln. Da die Kunden dafür zahlen, einen Tag in einen neuen Job zu schnuppern, erhalten sie "Einblicke auf Augenhöhe", wie Felixberger erklärt. Wissensaustausch und Praxis sollen ausgeglichen sein. Im besten Fall nimmt man sich nach einem oder mehreren Tagen beim Surfbrettbauer oder Schuster sogar sein selbst erstelltes Produkt mit nach Hause.

Flucht aus dem Bürojob: Darf es Surfbrettbauer oder Werbetexter sein?

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(3) Leserkommentare

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht