Erst drei Prozent der Unternehmen sind agil organisiert
Erst drei Prozent der Unternehmen sind agil organisiert © Foto:Kienbaum/Stepstone

Kienbaum-Studie | | von Anja Janotta

Flache Hierarchien machen innovativer

Flache Hierarchien machen offenbar Unternehmen weit innovativer. 61 Prozent der flach organisierten Firmen bringen aus Sicht ihrer Mitarbeiter besonders gut neue Ideen hervor. Ganz anders bei den streng hierarchischen Unternehmen: Hier sagen nur ein Drittel der Beschäftigten, ihr Unternehmen sei innovativ. Das zeigt eine Studie von Kienbaum und StepStone, für die mehr als 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden.

Trotz aller Vorteile: Noch geht es eher traditonell zu in den deutschen Firmen: 74 Prozent der Fachkräfte und 68 Prozent der Führungskräfte arbeiten in einem eher oder stark hierarchischen Unternehmen. Und innerhalb der Hierarchien hängt es von der Führungskultur ab, ob auch Raum für neue Ideen bleibt oder nicht. Immerhin 18 Prozent der befragten Fachkräfte haben das Gefühl, die Führung ihres Unternehmens begrüße es nicht, wenn Mitarbeiter Ideen und Verbesserungsvorschlägen einbringen.

Wo flache Hierarchieebenen und motivierende Chefs nicht die Regel sind, stellen die Fachkräfte ein schlechtes Zeugnis aus: Zwei Drittel der in der Studie befragten Fachkräfte halten ihre Führungskraft nicht für fit für die Herausforderungen der Zukunft. Im Gegensatz dazu schätzen die Führungskräfte ihre Leistung wesentlich besser ein: Sie sind tendenziell davon überzeugt, dass sie eine Zukunftsvision verfolgen, die ihre Mitarbeiter anspornt, und dass ihre Mitarbeiter sie als Symbol für Erfolg und Leistung sehen. "Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Führungskräfte und der von den Mitarbeitern erlebten Realität von Führung im Arbeitsalltag. Das eröffnet Potenziale für die zukünftige Gestaltung und Entwicklung von Arbeitsinhalten und -abläufen in den Unternehmen", analysiert Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann. Das könnte sich allerdings ändern. 62 Prozent der befragten Fachkräfte glauben, dass sich die Innovationskultur mit einer Veränderung der Organisationsform verbessern ließe, von den Führungskräften sagen dies 61 Prozent.

Die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter variiert mit dem Führungssystem: Befragte, die in einem Unternehmen mit mehrere Berichtsebenen haben, also ein Mehrlinien-System, sind am unzufriedensten, ergab die Studie von Kienbaum und Stepstone. Am zufriedensten sind hingegen Mitarbeiter, die ausschließlich die Unternehmensgeschäftsführung als Vorgesetzte haben. "Mitarbeiter und Teams, die vorrangig durch die Unternehmensgeschäftsführung geführt werden, können sehr selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten– das steigert die Motivation sich stark für das Unternehmen zu engagieren und kreativ zu sein“, sagt StepStone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers.

"Die deutsche Wirtschaft verschenkt noch viel zu viel Innovationspotenzial. Anstatt jedoch zu fordern, jede Firma egal welcher Größe solle einfach seine Hierarchiestufen zusammenstreichen, sind neue Antworten gefragt, wie auch in großen Unternehmen mit vielen Leitungsebenen Verantwortung delegiert und der Mitarbeiter an Entscheidungen des Managements beteiligt werden kann", resümmiert Kienbaum-Geschäftsführer Jochmann.

Flache Hierarchien machen innovativer

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