Die Telekom-Zentrale.
Die Telekom-Zentrale. © Foto:Telekom

Unternehmenskultur | | von Annette Mattgey

Fehlerkultur: Telekom will nicht in die VW-Falle tappen

Widerspruch ist künftig ausdrücklich erwünscht: Die Deutsche Telekom startet eine umfassende Initiative, um integres Verhalten zu fördern. Ein unabhängiger Expertenkreis überwacht die Fortschritte.

Gesetzes- und Regelbrüche in Unternehmen gefährden Reputation und Geschäftserfolg – das hat nicht nur der Fall VW gezeigt. "Es genügt nicht, ein so genanntes Compliance-Management-System zu etablieren, um Verstöße zu verhindern, aufzuklären und zu ahnden. Entscheidend ist letztlich auch eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter Fehlverhalten offen ansprechen können", sagt Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom.

Die Telekom will deshalb das integre Verhalten und die Widerspruchskultur im Unternehmen stärken. "Der erste Schritt ist zu analysieren, wie es um die Kultur im Unternehmensalltag tatsächlich bestellt ist und welche Ursachen es für Fehlverhalten gibt", erläutert Manuela Mackert, Chief Compliance Officer der Telekom. "Mit Hilfe eines Expertenkreises werden wir dann erarbeiten, wie wir unsere auf Compliance ausgerichtete Unternehmenskultur verbessern können." Die Telekom hat die European School of Management and Technologie (ESMT) und die Hertie School of Governance beauftragt, die Unternehmenskultur mit einer wissenschaftlichen Studie international unter die Lupe zu nehmen.

"Wir wollen herausfinden, welchen Stellenwert ethisches und regelkonformes Verhalten im Unternehmen haben und welche Rolle etwa Hierarchie und die Ausrichtung auf bestimmte Ziele dabei spielen", sagt Prof. Jörg Rocholl von der ESMT Berlin. Und Prof. Helmut Anheier von der Hertie School of Governance ergänzt: "Mögliche Treiber für unethisches Verhalten können unklare Verantwortlichkeiten oder falsch verstandene Loyalität sein. Die gilt es aufzudecken."

Begleitet wird die Studie von einem unabhängigen Expertenkreis, der am 1. September 2016 zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt. Mitte 2017 sollen die Ergebnisse der Studie sowie Handlungsempfehlungen vorliegen. Ziel ist zudem ein Weißbuch, aus dem auch andere Unternehmen Erkenntnisse für eine Kultur ziehen können sollen, die das Risiko von Gesetzes- und Regelbrüchen minimiert.

Für den Expertenkreis konnte die Telekom u.a. Sylvia Schenk, die Vorsitzende von Transparency International Deutschland, gewinnen. Mit dabei sind auch Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin, Prof. Stephan Grüninger, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz und Prof. Klaus Leisinger, Präsident der Stiftung Globale Werte Allianz. Von der Telekom kommen Manuela Mackert, Chief Compliance Officer, Monika Brandl, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Deutsche Telekom und Birgit Klesper, Leiterin Group Transformational Change & Corporate Responsibility, Deutsche Telekom.

Fehlerkultur: Telekom will nicht in die VW-Falle tappen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht