Jobware-Studie | | von Annette Mattgey

Einstiegsgehalt: Auf die Größe kommt es an

Lieber mit einem Bachelor in einem großen als mit einem Master in einem kleinen Unternehmen: So lässt sich die Einstiegssituation für Hochschulabsolventen am besten beschreiben. Das zeigt die aktuelle "Hochschul-Recruiting-Studie 2014" der Jobbörse Jobware und der Hochschule Koblenz. Sie untersuchten, was Unternehmen von Bewerbern erwarten, ob und wen sie einstellen wollen und was sie bezahlen. 

Grundsätzlich gilt: Bachelorabsolventen können in größeren Unternehmen mehr verdienen als Masterabsolventen in kleinen Unternehmen. Durchschnittlich verdienten Bachelorabsolventen bei Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern ein Jahresgehalt von 40.940 Euro. Masterabsolventen erhielten ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von rund 38.460 Euro bei Unternehmen, die weniger als 51 Mitarbeiter beschäftigen. Insgesamt konnten Bachelorabsolventen über alle Unternehmensgrößen hinweg mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 38.900 Euro rechnen. Demgegenüber standen allerdings 76 Prozent der Unternehmen mit weniger als 51 Mitarbeitern, die nur ein Gehalt unter 37.999 Euro zahlten. Die Einstiegsgehälter nehmen jedoch mit steigender Unternehmensgröße kontinuierlich zu.

Masterabsolventen erhielten 2013 ein durchschnittliches Einstiegsgehaltvon 41.780 Euro. Unternehmen mit 501 bis 2.500 Mitarbeitern boten Masterabsolventen die höchsten durchschnittlichen Einstiegsgehälter. Finanzielle Gründe sollten demnach nicht vorrangig für die Entscheidung sein, ein Master-Studium aufzunehmen.

Anders ist es mit der Promotion: Ausschließlich Absolventen mit Promotion können über alle Unternehmensgrößen hinweg ein durchschnittliches Einstiegsgehalt über 40.000 Euro erwarten. Rund 27 Prozent aller Unternehmen zahlen sogar ein Einstiegsgehalt über 52.000 Euro.

Für das Geld erwarten die Firmen von ihren neuen Mitarbeitern allerdings auch einiges: Der perfekte Hochschulabsolvent hat während seines Studiums Praxiserfahrung gesammelt. Diese Anforderung stellten 80 Prozent der Unternehmen, die an der "Hochschul-Recruiting-Studie 2014"  teilnahmen. Der perfekte Hochschulabsolvent hat seinen Studiengang und seinen Studienschwerpunkt sorgfältig gewählt (erwarten 70 Prozent der Unternehmen), hat erstklassige Praktikumszeugnisse (erwarten 55 Prozent) sowie eine hervorragende Abschlussnote (erwarten 41 Prozent), bringt Auslandserfahrung mit (erwarten 39 Prozent) und verfügt über Fremdsprachenkenntnisse (erwarten 39 Prozent).

Was 51 Prozent der Unternehmen bei anderen Hochschulabsolventen als Einstellungshindernis kennen, nutzt der perfekte Hochschulabsolvent zu seinen Gunsten: Bestens informiert über das Unternehmen und die ausgeschriebene Position hat er exzellente Chancen, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Während seine Mitbewerber ein unangemessen hohes Gehalt fordern, bleibt er finanziell auf dem Boden und kennt seine Stärken, die er strukturiert darlegen kann. Der perfekte Hochschulabsolvent ist zudem vorbildlich auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet.

Fragt sich, wo die Unternehmen solche Kandidaten finden und welche Fachrichtungen sie dabei bevorzugen. Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker dominieren das Feld. Geisteswissenschaftler oder gar Psychologen wollen die Personaler eher weniger. 

 

Online-Jobbörsen und die eigene Karriere-Website werden von mehr als der Hälfte aller Unternehmen zur Gewinnung von Hochschulabsolventen eingesetzt. Sie sind somit die erfolgreichsten Rekrutierungsinstrumente. Rund 49 Prozent der Unternehmen geben weiterhin an, Hochschulabsolventen über Praktika/Werkstudententätigkeiten zu gewinnen. Eigene Websites (58,8 Prozent), Hochschulkooperationen (34,6 Prozent), Social Media (19 Prozent) und Print (11,4 Prozent) haben deutlich an Relevanz verloren.

 

Einstiegsgehalt: Auf die Größe kommt es an

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