Eigene Akzente setzen: "Cosmopolitan"-Redakteurin Svenja Lassen in Signalrot.
Eigene Akzente setzen: "Cosmopolitan"-Redakteurin Svenja Lassen in Signalrot. © Foto:Martin Kroll

W&V Women Business Summit 2017 | | von Irmela Schwab

Eine ganz andere Kultur: Frauen müssen lernen, eigene Akzente zu setzen

Die Digitalisierung hat für Frauen viele Vorteile. Über mobile und flexible Arbeitszeitmodelle können sie von zuhause aus arbeiten, zwischendurch den Haushalt schmeißen und Kinder versorgen - daher sind selbst Mamas heute in der Arbeitswelt willkommen. Das wurde beim W&V Women Business Summit 2017 in Partnerschaft mit der Frauenzeitschrift “Cosmopolitan” in München diskutiert. Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland, bringt damit ihre Karriere - eine 40-Stunden Woche und mehr -  und vier Kinder unter einen Hut. Manchmal schiebt sie nachmittags noch einen Kaffee mit Freundinnen ein und wirft einen Blick auf die Hausaufgaben der Kinder. Abends stehen dann noch Calls mit den USA an. Ganz flexibel eben.

Diese Art zu arbeiten liegt Frauen. Flexibilität, so wie das heute von Unternehmen eingefordert wird, müssen sie daher gar nicht mehr lernen. Eher das Gegenteil - so sieht es Nicholas Pesch. Als Coach von Führungskräften stellt er fest, wie sehr Glaubenssätze Erfolg fördern - oder aber verhindern. Gedanken wie “Ich bin nicht genug” oder “Erst die Arbeit dann das Vergnügen” ziehen eher runter, als dass sie Auftrieb geben. Über tägliches, zirka halbstündiges Meditieren kann man diesen Karriere- und Lebens-Bremsern auf die Schliche kommen - und Klarheit gewinnen. Das sollten auch Frauen, die in vielen Bereichen Großes leisten: Mit seiner Keynote „Wonderwoman - immer busy, nie genug?“ riet Pesch den Frauen sich von Glaubenssätzen, alles machen und können zu müssen, immer mit der Angst nicht zu genügen, zu befreien.

Inne halten, zu überlegen, was für einen persönlich wichtig ist - und dann auf das Ziel hinarbeiten: Das ist ein Prozess, den Frauen noch stärker praktizieren sollten. Das zeigte die Diskussionsrunde “Empathie versus Selbstdarstellung: Was Frauen von Männern lernen können - und umgekehrt!” Was immer wieder missverstanden wird: Frauen müssen nicht die besseren Männer sein, um zu reüssieren. Aber sie müssen die Spielregeln im Unternehmen durchschauen und sie für sich nutzen. "Das Spiel mit dem Status", so nannte es Dominic Stühler, Gründer Presentation Punk.

Und noch eine Erkenntnis, die wichtig ist: "Nett sein" bedeutet nicht gleich "inkompetent sein". Wie Anja Delastik, Chefredakteurin der "Cosmopolitan", sagte, geht es durchaus sich durchzusetzen - mit dem ganz eigenen weiblichen Stil. Dazu gehören letztlich - man sah es den 130 Teilnehmerinnen des W&V Women Business Summit an - auch bunte Akzente. Während sie früher zu Beginn ihrer Karrieren im Nadelstreifen-Anzug ins Büro gegangen sind, bekennen Film-Regisseurin und Authentizitätsberaterin Philine von Sell und Sabine Fäth, Gründerin Scribershub, heute Farbe. Fäth, die schon bei vielen Frauenzeitschriften wie bei “Für Sie” Chefredakteurin war, trug zu ihrer dunklen Hose zum Beispiel eine leuchtend gelbe Jacke.

Ein gutes Mittel, um sich abzuheben aus all den grauen Anzugträgern - denn eines wurde an diesem Tag ganz deutlich gemacht: Frauen sind nun mal anders als Männer. “Sie haben eine ganz andere Kultur”, so beschrieb es Regisseurin von Sell. Männliche Kollegen legten nun mal ganz andere Parameter an als Frauen, und können wiederum deren Maß nicht beurteilen - "weil sie eben Männer sind". Ihr Appell: “Wir müssen uns trauen unser eigenes Maß anzulegen.”

Eine ganz andere Kultur: Frauen müssen lernen, eigene Akzente zu setzen

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