Kienbaum | | von Annette Mattgey

Dringend gesucht - Diese Führungsqualitäten verlangt die Digitalisierung

Muss der Chef ein Tausendsassa sein? Das wohl nicht, aber er sollte Change-Management- sowie Kommunikations- und Vernetzungskompetenz besitzen und jeden einzelnen Mitarbeiter wertschätzen. Diese Vorstellungen äußerten Deutschlands Personaler in der aktuellen "HR Trendstudie 2015" der Unternehmensberatung Kienbaum.

"Digital Leadership verlangt Führungskräften einen Mix aus klassischen Management-Kompetenzen und neuen Führungsansätzen ab: Denn trotz digitalisierter Prozesse und Geschäftsmodelle, die vom Management durchdrungen werden müssen, rücken Mitarbeiter und Organisation ins Zentrum eines modernen Leaderships", sagt Walter Jochmann, Geschäftsführer von Kienbaum Consultants International.

Führung und Kulturmanagement entscheidend

Die drei wichtigsten Kompetenzen, über die die Führungskräfte laut Einschätzung der Studienteilnehmer im Rahmen des digitalen Wandels verfügen müssen, sind Change Management, Vernetzung und Kommunikation sowie Wertschätzung des Individuums. Weitere wichtige Punkte sind Relationship Management, Feedbackkompetenz und Wissbegierde/Lernbereitschaft.

"Die Unternehmen sollten die Personalfunktion zentral einbinden, damit die digitale Transformation gelingt. Gemeinsam mit der Unternehmensführung in diesen drei Aufgaben zu überzeugen, wird zur Mammutaufgabe für alle Beteiligten", sagt Hans-Werner Feick, Geschäftsführer von Kienbaum Management Consultants.

Welche HR-Prozesse werden in Zukunft wichtig?

 

Unternehmen behandeln digitale Lösungen bisher oft stiefmütterlich

In den befragten Firmen hat der digitale Wandel oft noch nicht Einzug gehalten: Zum Beispiel nutzen nur sieben Prozent der Unternehmen intensiv Data Analytics. Die Möglichkeiten, die sich durch Big Data ergeben, bleiben der großen Mehrheit noch verschlossen. Außerdem setzt nur etwa jedes fünfte Unternehmen auf Cloud-Lösungen, wenn es darum geht, Daten zeitgemäß zu verarbeiten und zu speichern.

Etwas weiter verbreitet ist Social Media (28 Prozent), aber auch hier steckt noch mehr drin: In der Zukunft will mehr als die Hälfte Social Media sehr stark oder stark einsetzen. Im Bereich Mobile (Apps, Mobile Devices) zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Hier schrumpft die Zahl derjenigen, die sich dem Thema auch in Zukunft verweigern auf vier Prozent.

Dass sich die Digitalisierung auch auf das Verhältnis zu den Mitarbeitern und die Anforderungen an das Arbeitsumfeld auswirkt, begreifen die Personaler allmählich. Etwa die Hälfte ermöglicht ein flexibles Arbeiten vom Home Office aus. Für Schulungen  zu digitalen Themen macht sich allerdings nur ein Drittel stark.

"Wir merken immer wieder: Die digitale Transformation beginnt am Markt, setzt sich in den Köpfen fort und dann erst in den Prozessen und Systemen. Bei den meisten Unternehmen steckt sie noch in den Köpfen – und von dort müssen wir die Konzepte und Innovationen jetzt in die Organisation holen", meint Feick.          

Die HR-Trendstudie gibt es hier zum Download.                           

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