Karriere | | von Judith Stephan

Diskretion Ehrensache: So schützen Sie sich in Job-Netzwerken

Auf das Angebot von Nicole Bernthaler hat die Branche offensichtlich gewartet. Gemeinsam mit ihrem Partner Christoph Bücheler hat sie Exxecta gegründet, eine spezielle Recruiting-Plattform für weibliche Spitzenführungskräfte, die in diesen Tagen ans Netz geht und besonderen Wert auf Verschwiegenheit legt. Bereits in der Pre-Launch-Phase ließen sich über 1000 Führungspersönlichkeiten eintragen, die den internen Zugangskriterien der Exxecta-Gründer entsprechen. Dazu zählen unter anderem mindestens fünf Jahre Berufserfahrung und eine Position auf erster, maximal zweiter Führungsebene.

Das Online-Portal berücksichtigt insbesondere den bei Top-Managerinnen ausgeprägten Wunsch nach Diskretion.Weibliche Führungskräfte haben die Chance, ihren Marktwert zu testen, ohne dabei ihre Identität preisgeben zu müssen. Personalentscheider und Executive Searcher erhalten Zugang zu einer Quelle evaluierter weiblicher Führungseliten aller Branchen im europäischen Raum.

Wie Sie sich in Karriere-Netzwerken diskret verhalten und nicht zu viel von sich offenbaren, hat Bernthaler in der aktuellen W&V zusammengefasst.

Tipps zur Selbstdarstellung  in Karriereportalen:

- Anonymität wahren: Vermeiden Sie branchenspezifische oder firmeninterne Bezeichnungen in Ihrem Titel, auch wenn er so auf der Visitenkarte stehen mag. Oft kann hierüber noch vor dem Zugriff auf die vollständigen Daten eine Identität im Internet recherchiert werden.

Hinweis: Die meisten Anbieter allerdings erlauben Ihren zahlenden Kunden den direkten Zugriff auf alle angegebenen Daten. Insofern macht das Einstellen des Profils nur dann Sinn, wenn Sie (auch Ihrem aktuellen Arbeitgeber!) "Wechselwilligkeit" signalisieren möchten.

- Jede Führungsposition nennen: Zwar gleichen nicht alle Anbieter auch ältere Karriereschritte ab, doch sollten Sie darauf achten, auch vorherige Positionen anzugeben. Dann sind Sie auch aufgrund dieser Tätigkeiten bei entsprechenden Suchanfragen auffindbar. Karrierestationen im selben Unternehmen sollten nicht in einer Position zusammengefasst werden.

Hinweis: Dieser Tipp gilt selbstverständlich nur, wenn die Möglichkeit gegeben ist, nicht alle Details Ihres Profils der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Dezidierte Angaben bei Anbietern, die dem Leser alle Details zeigen, sollten Sie natürlich vermeiden – es sei denn, Sie sind aktiv auf der Suche nach einem neuen Job.

- Mehr ist mehr!  Nutzen Sie auch solche Felder, die Sie optional angeben können – je mehr ein Searcher über Sie aus Ihrem Profil erfährt, desto besser kann er einschätzen, ob Sie zu der Vakanz und dem Unternehmen passen. Dies steigert die Effizienz im Recruiting-Prozess für beide Seiten erheblich. Hinweis: Hier gilt dasselbe wie im Punkt zuvor.

- Lücken im CV sind okay – wenn sie plausibel sind: Eine Auszeit zwischen zwei Positionen? Kinder angegeben, aber keine Elternzeit? Damit Ihr Lebenslauf schlüssig ist, nutzen Sie Angaben wie Sabbatical, Elternzeit oder auch Phasen, in denen Sie selbstständig als Beraterin oder Freelancerin gearbeitet haben, statt zeitliche Lücken nicht zu erklären.

- "In meiner Branche bin ich als einzige Frau sofort identifizierbar": Sollten Sie in einer kleinen, überschaubaren Branche Karriere gemacht haben, nennen Sie lediglich allgemeinere Tätigkeiten, respektive Branchen (also z.B. Finanzen, Automobil anstelle von Ltg. Controlling, Automobilzulieferindustrie) – so können Sie selbst Ihre Identität schützen.

Was Ihnen Exxecta im Vergleich zu anderen Karriere-Portalen bietet, lesen Sie in der W&V 18/2014. Außerdem bieten wir W&V-Lesern einen exklusiven Schnupper-Zugang. Hier geht es zum aktuellen Abo-Angebot.

Diskretion Ehrensache: So schützen Sie sich in Job-Netzwerken

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