Digitalisierung - können wir das überhaupt?
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Digitalisierung - können wir das überhaupt?

Digitalisierung? Müssen wir auch machen. So ein bisschen. Das dürfte die gefühlte Situation in vielen deutschen Unternehmen sein. Jedes Unternehmen weiß, dass die Digitalisierung nicht vor dem eigenen Unternehmen halt macht – egal, ob es sich um Agenturen, KMUs oder E-Commerce-Händler handelt. Doch viele Unternehmen wissen nicht so genau, wo sie überhaupt stehen. Daher hat das Hamburger Beratungsunternehmen Liquam den E-Quick-Check entwickelt. Natürlich, um Beratungsbedarf zu wecken. Aber das Wachrütteln ist erst einmal kostenlos.

Auch die Agentur Des Wahnsinns fette Beute (DWFB) widmet sich dem Stand der digitalen Transformation. Mit der Studie "Markenmonitor" will sie beleuchten, wie es um die Marketing-Fähigkeiten und den Einsatz neuer Technologie im Marketing steht. Unternehmen, die sich an der Studie beteiligen, können wertvolle Erkenntnisse darüber gewinnen, wie zeitgemäß sie mit ihrer Marketing-Technologie, auch im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern, aufgestellt sind. Ein Performance-Index soll die Leistungsfähigkeit des digitalen Marketings der Unternehmen darstellen.

Ist es nun die Technologie, an der es noch hapert oder sind es die Menschen? Sven Kramer, Geschäftsführer bei Liquam zufolge liegt es ein bisschen an beidem: Es mangelt es speziellen Fachkräften. Und Silos müssen aufgebrochen werden – Stichwort Marketing gegen IT und Vertrieb gegen Marketing.

Führungskräfte versagen bei der Digitalisierung

Aber vielleicht liegt es auch ein wenig an der Führung. Die Mitarbeiter in den Unternehmen sind häufig überfordert, weil sie das große Ganze, die Vision nicht sehen oder verstehen. Doch wenn sie nicht wissen, wo die Reise für sie hingeht, lehnen sie Veränderung ab. Das ist nur menschlich.

Die Menschen suchen nach dem Sinn der Veränderung. Die Chefetage muss daher den größeren Rahmen erklären, sie müssen offen darüber sprechen, welche Prozesse sie planen und welche Erwartungen sie an ihre Belegschaft haben. Viele Veränderungsprozesse laufen nur auf der Führungsebene oder hinter verschlossenen Türen ab. Aber vor allem die jungen Mitarbeiter wollen mit einbezogen werden und mitbestimmen. Lässt man sie außen vor, verliert man viel kreatives Potenzial. Um also die Mitarbeiter nicht in die Resignation zu verlieren, müssen Unternehmen verstärkt auf zwischenmenschliche Kommunikation setzen und sich nicht allein auf die Technik fokussieren.

Bei Mercedes-Benz hat man das schon verstanden. Paolo AnaniaCEO der Granpasso Digital Strategy hält Mercedes-Benz sogar für ein leuchtendes Beispiel. Vorstandschef Dieter Zetsche bekannte sich bereits auf der IAA 2015 zur digitalen Transformation. Mercedes-Benz wandelt sich vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsanbieter. Damit entwickele sich das Unternehmen konsequent weiter und sichere so seine Zukunftsfähigkeit ab", so Zetsche. Das klingt nach schnödem Management-Statement, aber der Konzern verhält sich auch entsprechend. Die Akquisition der MyTaxi-App ist nur eines von vielen Beispielen dafür.

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