Interview Gerd Mittmann | | von Annette Mattgey

"Digitale Tools können Gespräche nicht ersetzen"

Die Mitarbeiter von Shutterstock, einem Anbieter lizenzfreier Fotos und Videos, sind inzwischen über die ganze Welt verteilt. Dennoch hat sich der Spirit des Start-ups gehalten. Darauf legt Gerd Mittmann, Vice President International bei Shutterstock, besonderen Wert. Wie das funktioniert, erklärt er im LEAD digital-Interview.

Bei Shutterstock arbeiten rund um den Globus rund 325 Mitarbeiter zusammen. Wie stark müssen sie über Ländergrenzen hinweg arbeiten und wie helfen sie dem einzelnen dabei, dass es funktioniert?

Sehr stark, denn wir haben nicht nur in New York, sondern vielen anderen Standorten weltweit Büros und Mitarbeiter, die von zuhause arbeiten. In Berlin bauen wir zum Beispiel zurzeit unsere Europazentrale auf. Gerade unser Managementteam ist zudem häufig international unterwegs. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein und sich im Team abzustimmen, nutzen wir vor allem digitale Tools, die auch mobil zur Verfügung stehen: Mails natürlich, aber auch Google Drive, andere Filesharing-Plattformen und unsere Knowledgebase im Shutterstock Extranet. Damit können alle im Team zu jeder Zeit den aktuellen Projektstatus einsehen. Das kann aber ein Gespräch nicht ersetzen, deshalb telefonieren und skypen wir zusätzlich regelmäßig.

Wie lässt sich überhaupt eine Corporate Identity global erzeugen und am Leben halten?

Wenn die CI klar formuliert ist und kontinuierlich gelebt wird. Shutterstock steht beispielsweise für eine stark kreative Gründerkultur. Wir legen trotz internationalem Wachstum großen Wert darauf, die flexiblen, dynamischen Strukturen eines Start-ups zu bewahren. Das ist historisch bedingt, denn vor rund zehn Jahren hat CEO Jon Oringer das Unternehmen als One-Man-Shop gegründet und zunächst mit seinen eigenen Ideen vorangetrieben. Auch heute arbeiten wir eher in kleinen Gruppen an Projekten, weil hier Ideen schneller geteilt werden. Um sicherzustellen, dass zwar auf regionale Besonderheiten eingegangen, aber eine globale Linie verfolgt wird, sind mehrere Regionalteams im Einsatz. Sie planen und realisieren für ihre Region sämtliche Kommunikationsmaßnahmen. Die regionalen Team-Leads stehen im ständigen Austausch untereinander und mit dem New Yorker Headquarter.

Was sind Ihre Auswahlkriterien, wenn Sie nach neuen Mitarbeitern schauen?

Wir suchen ganz gezielt nach Leuten, die nicht nur sehr gut in ihrem Fachbereich sind, sondern den beschriebenen Unternehmergeist teilen. Shutterstock-Mitarbeiter sind kreative Querdenker, die Neues schaffen wollen und mutig genug für verrückte, ungewöhnliche Ideen sind.

Shutterstock hat eine recht junge Belegschaft. Wie motivieren Sie sie?

Was unsere Mitarbeiter vor allem antreibt, ist die Möglichkeit, innerhalb des global agierenden und schnell wachsenden Unternehmens eigene Ideen verfolgen und im Team umsetzen zu können.

Wie fördern Sie das Entstehen neuer Ideen und wie konsequent sind Sie in der Umsetzung?

Wir veranstalten beispielsweise einmal pro Jahr einen 24-Stunden-Hackathon. Alle Mitarbeiter arbeiten hierbei einen ganzen Tag lang durchgängig an ihren Ideen und stellen sie dann vor. Hieraus sind im Laufe der Jahre viele erfolgreiche Produktinnovationen entstanden. Zum Beispiel Spectrum, ein Bildsuchtool, mit dem man die Suchergebnisse nach Farbe und weiteren optischen Kriterien filtern kann.

Gerd Mittmann arbeitet als Vice President International bei Shutterstock. Zuvor war er bei Weight Watchers und IDG tätig. Shutterstock ist ein globaler Anbieter von hochwertigen lizenzfreien Fotos, Vektorgrafiken, Illustrationen und Videos für Firmen, Marketingagenturen und Medien. Shutterstock arbeitet eng mit einer stetig wachsenden Anbieter-Community zusammen, die mehr als 40.000 Fotografen, Videografen, Illustratoren und Designer umfasst. Zum Portfolio zählen auch die Bildagenturen Bigstock und Offset sowie Skillfeed, ein E-Learning Portal.

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