Umfrage | | von Anja Janotta

Deutschland: Schlusslicht bei der Job-Zufriedenheit

Mehr Hälfte der deutschen Arbeitnehmer mag ihren Job. Sie halten ihn für eine angemessene Option für ihre jetzige Situation. Die große Liebe ist er allerdings nur bei ganz wenigen. Lediglich fünf Prozent "lieben" ihre Arbeit, sie würden sie sogar ohne Bezahlung machen. 30 Prozent sagen, der Job mache Spaß, aber man könnte ihn auch mehr mögen. Sechs Prozent geben an, sie könnten einen besseren Job haben, fünf Prozent betrachten ihn als notwendiges Übel. Das zeigt eine Befragung von Monster.de und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). 

Besonders nörgelig zeigen sich offenbar die jungen Arbeitnehmer. 46 Prozent mögen zwar den Job, sind aber letztlich nicht völlig davon überzeugt. Immerhin 14 Prozent der Befragten unter 35 Jahren gaben an, ihren Job nicht oder überhaupt nicht zu mögen. Für Bernd Kraft, Vize-Präsident bei Monster.de ist das alarmierend: "Die Young Professionals, insbesondere Vertreter der Generation Y, möchten von Anfang an eine erfolgreiche Karriere aufbauen. Ihre Erwartungen gegenüber den Arbeitgebern haben sich verändert", sagt er. Die Arbeitgeber hätten dies offenbar noch "nicht ausreichend reflektiert".  Er empfiehlt Mentoren-Programme, die dem Arbeitnehmer vermitteln, dass sie für Leistung geschätzt werden, damit diese engagiert bleiben und sich stärker dem Unternehmen verbunden fühlen.

Geld allein entschiedet nicht über die Jobzufriedenheit: Ein Arbeitnehmer mit größerer Lohntüte ist nicht automatisch glücklicher als einer mit geringerem Einkommen. Im Gegenteil: 41 Prozent der Geringverdiener lieben oder mögen ihren Job sehr, bei den Vielverdienern sind es 38 Prozent. Wohingegen bei den Durchschnittsverdienern nur 28 Prozent diesen Aussagen zustimmen würden, 11 Prozent mögen ihren Job nicht oder überhaupt nicht.

Zur Zufriedenheit im Job gehört laut Kraft deswegen mehr als Geld. Er führt als Beispiel Tätigkeiten in den Bereichen Erziehung, Pflege oder Wohltätigkeit an. Diese seien zwar oftmals nicht gut genug bezahlt, "bieten dem Einzelnen aber andere Formen der persönlichen Wertschätzung".

Die Deutschen bilden im internationalen Vergleich ein trauriges Schlusslicht in der Job-Zufriedenheit weltweit. Denn nur 35 Prozent mögen oder lieben ihren Job in Deutschland. Die Kanadier hingegen sagen das zu 64 Prozent. Dicht dahinter folgen die Niederlande (57 Prozent), Indien (55 Prozent), die USA (53 Prozent), das Vereinigte Königreich (46 Prozent) und Frankreich (43 Prozent).

Von der Negativseite aus überholen die US-Amerikaner die Deutschen: 15 Prozent der Befragten sind absolut unzufrieden. Das Vereinigte Königreich folgt mit 12 Prozent, dann kommen Deutschland (11 Prozent), Frankreich (9 Prozent), Kanada und die Niederlande (beide 7 Prozent) sowie Indien (5 Prozent).

Für die Studie wurden über 8.000 Menschen in Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und den USA  befragt. In Deutschland gaben 549 Menschen Auskunft.

Deutschland: Schlusslicht bei der Job-Zufriedenheit

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