Büroorganisation | | von Annette Mattgey

Denkwerk-Chef Schlaier über Großraumbüros: "Zusammenhalt ist sehr groß"

Ruhe hat man im Großraumbüro nicht, dafür viel Kommunikation. Während Betriebsärzte vor den negativen Auswirkungen warnen, ist in Kreativagenturen die turbulente Atmosphäre gewollt. Etwa bei der Digitalagentur Denkwerk. Erst kürzlich hat sie ihre  Sitzordnung radikal geändert. Im LEAD digital-Interview erklärt Denkwerk-Geschäftsführer Jochen Schlaier, welche Vorteile er sich davon erhofft und wie die Veränderung bei den Kollegen ankommt.

Aus welchem Grund haben Sie Ihre Mitarbeiter neu gruppiert?

Denkwerk möchte die übergreifende Zusammenarbeit bei der Entwicklung innovativer digitaler Produkte und Services fördern und die Effizienz steigern. Die geänderte Platzstruktur ist Teil einer Initiative, die mehrere neu geschaffene Formate zur Vernetzung der Mitarbeiter umfasst. Zuletzt wurde der erste „denkwerk Hackday“ veranstaltet, bei dem an einem einzigen Tag knapp 600 Ideen entstanden. Bei dem innovativen Format zeigte sich bereits die kreative Kraft der bunt zusammengewürfelten Teams.

Digital-Agenturen müssen heute mehr denn je vernetzt denken und werken. Gerade in großen Agenturen sind kurze Abstimmungswege im Team besonders wichtig. Ob nun bei komplexen, internationalen Projekten oder gezielten, digitalen Innovationen – in beiden Fällen zählt eine effiziente Arbeitsweise. Zudem muss das klassische Wasserfallmodell des Projektmanagements in Frage gestellt werden. In der Strategie muss bereits die Umsetzung und im Design die technische Entwicklung berücksichtigt werden.

Wieviele Personen betrifft das?

Sämtliche 170 Mitarbeiter von Denkwerk.

Waren sie in den Prozess eingebunden?

Bei der Planung der neuen Sitzordnung wurden die Teams, die regelmäßig zusammenarbeiten, berücksichtigt und die Teamleiter in die Findung der neuen Struktur einbezogen.

Zu wievielt sitzen die Denkwerk-Mitarbeiter maximal im Büro?

Die Büros teilen sich in unterschiedliche Größen auf: Von zwei bis über fünfzig Mitarbeiter sitzen in verschieden großen Räumlichkeiten zusammen.

Gab es schon Beschwerden über Großraum-Büros?

Eher das Gegenteil ist der Fall: Der gemeinschaftliche Zusammenhalt ist bei Denkwerk sehr groß, daher ziehen die meisten Mitarbeiter es vor, mit ihren Kollegen zusammen zu sitzen. So können sie schnell und einfach miteinander kommunizieren und bleiben immer auf dem Laufenden.

Wie versuchen Sie, den Stress zu reduzieren beim gemeinschaftlichen Arbeiten?

Unsere großzügig aufgeteilten Büros lassen genug Raum für Privatsphäre zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen. Immer wieder fällt unseren Gästen auf, dass es selbst in den größten Büros erstaunlich leise ist – das liegt zum einen an verschiedenen Schalldämpfungen, die wir angebracht haben – zum anderen aber auch am Respekt der Kollegen untereinander. Für Meetings und längere Gespräche haben wir genügend Konferenzräume und Rückzugsmöglichkeiten.

Denkwerk-Chef Schlaier über Großraumbüros: "Zusammenhalt ist sehr groß"

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