Die Studie "Digital Divide" identifiziert den Anwender als größtes IT-Problem.
Die Studie "Digital Divide" identifiziert den Anwender als größtes IT-Problem. © Foto: Barco

Technik-Studie | | von Susanne Herrmann

Das IT-Problem sitzt vor dem Rechner

Es ist eine Binsenweisheit in IT-Abteilungen, dass die Ursache eines Computerproblems meist vor dem Bildschirm sitzt. Doch diese Binse erhält nun die Bestätigung: Eine weltweite Befragung von 1250 Entscheidern aus der IT zeigt, dass die meisten Technikprobleme aus fehlenden digitalen Fähigkeiten der Anwender resultieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Digital Divide" des Marktforschungsinstituts Vanson Bourne, die von Barco Clickshare in Auftrag gegeben wurde.

Überraschend dabei ist, dass nicht allein die Generation X (geboren 1965 bis 1980), sondern auch die Millennials (1980 bis 99) erhebliche Probleme mit der Technik haben - und zwar häufiger als die älteren Kollegen über 55. Einen Grund dafür ist laut der Datenwissenschaftlerin Inma Martinez die "digitale Frustration": Vor allem den jungen Kollegen fehle die Geduld dafür, ein technisches Problem zu lösen. Martinez: "Die jüngeren Generationen sind von Natur aus kurzfristig orientiert, denn sie sind an schnelle Lieferzeiten im E-Commerce, ständig verfügbare Internetverbindungen und nahtlose Benutzererfahrung durch mobile Apps gewohnt. Außerhalb dieses digitalen Umfelds, wenn es beispielsweise darum geht, mehrere Geräte miteinander zu verbinden, erleben sie so etwas wie'digitale Frustration'. Weil Geduld oftmals nicht ihre Stärke ist, benötigen sie in solchen Fällen die Unterstützung von IT-Profis – mehr als andere Generationen."  

Wo kommen die Anfragen an den IT-Support her?

Wo kommen die Anfragen an den IT-Support her?

Herausforderung Konferenzraum

Vor allem mit der Präsentationstechnik in Konferenzräumen kommen den befragten ITlern zufolge die Mitarbeiter nicht klar. Martinez: "Millennials, Centennials und einige Mitarbeiter der Generation X sind zwar mit digitalen Technologien und mobilen Endgeräten aufgewachsen, ihnen fehlt aber oftmals die Fähigkeit der Interoperabilität – das heißt, es fällt ihnen schwer, zu verstehen, wie sich Desktop-Computer mit anderen Geräten verbinden oder wie die Netzwerkinfrastrukturen, die sie täglich nutzen, tatsächlich funktionieren." 

Darauf deutet die Studie hin: Die meisten Probleme gibt es nach Ansicht der befragten Experten aus Deutschland, England, Frankreich und den USA beim Verbinden der Hardware (67 Prozent), bei der Bedienung der Besprechungs- und Präsentationssoftware (58 Prozent) sowie beim Einwählen in Telefon- und Videokonferenzen (57 Prozent). 

Was die Anwender im Konferenzraum überfordert.

Was die Anwender im Konferenzraum überfordert.

61 Prozent der deutschen IT-Entscheider sehen die Schuld dafür maßgeblich bei den Mitarbeitern (weltweit 58 Prozent). Vor allem liege das daran, dass 58 Prozent der Mitarbeiter nicht über das notwendige digitale Verständnis verfügen. In anderen Ländern wird die Ursache eher der Arbeit der IT-Abteilung oder dem generellen Mangel an Trainingsmöglichkeiten zugeschrieben. 84 Prozent der deutschen IT-Entscheider mahnen zudem an, dass viel Zeit und Ressourcen für die Behebung technischer Probleme aufgewendet werden, die Mitarbeiter leicht selbst lösen könnten. 

"Technikprobleme stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Unsere Untersuchung zeigt, dass Angestellte häufig mit der Präsentationstechnik in Besprechungsräumen überfordert sind", sagt Lieven Bertier, Leiter Produktmanagement bei Barco Clickshare. Barco entwickelt Visualisierungslösungen, etwa Videowände, Projektionstechnik und unter "Clickshare" drahtlose Kooperationssysteme.

Auswirkungen von IT-Problemen hat "Digital Divide" ebenfalls erfragt.

Auswirkungen von IT-Problemen hat "Digital Divide" ebenfalls erfragt.

Das IT-Problem sitzt vor dem Rechner

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!