Anzeige

Big Data – Videobranche unter der Lupe [Sponsored Post]

Holger Schöpper ist Regionalleiter für CEU bei Ooyala. Ooyala liefert personalisierte Fernseherlebnisse auf allen Bildschirmen und ist ein führender Anbieter von Online-Video-Management, -Publishing, -Analyse und Monetarisierung. Im Interview erklärt Schöpper die wichtigsten Trends in der Videobranche und wie Sie Daten verwenden können, um von der Beschleunigung des Wachstums im deutschen Markt zu profitieren.

Herr Schöpper, welches sind die wichtigsten Video-Trends in diesem Jahr? Worauf müssen Vermarkter und Werbetreibende sich vorbereiten?

Mobile Geräte und Tablets verzeichneten zuletzt ein Rekordwachstum und machen mittlerweile 34 Prozent aller Online-Videowiedergaben aus. Das 4. Quartal 2014 zeigt ungefähr das Doppelte im Vergleich zu den Zahlen des 4. Quartals 2013, mehr als das Fünffache gegenüber 2012 und entspricht der 16-fachen Anzahl der Wiedergaben mit mobilen Geräten/Tablets seit der ersten Ausgabe des Global Video Index Report von Ooyala. In den kommenden Monaten werden wir eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs um Videocontent sehen, denn Bannerwerbung steht immer weiter unter Druck. Dies insbesondere durch die Verschiebung der Nutzung zu mobilen Endgeräten - mit naturgemäß weniger Werbefläche - und durch weiter erodierende Preise für Bannerwerbung. Vielleicht sehen wir endlich tragende Geschäftsmodelle bei der Bewegtbildproduktion dediziert für das Internet. Die Vermarkter von Werbeinventar im Videoumfeld sehen sich dieses Jahr extrem mit AdBlocking konfrontiert und gleichzeitig müssen sie volle Transparenz bzgl. der Sichtbarkeit und der tatsächlichen Nutzungsparameter, also der KPIs, beim Videokonsum liefern. Adblocking wird zunehmend zu einer Bedrohung für Geschäftsmodelle und nur wer KPIs belegen kann, erhält auch künftig das Vertrauen der Mediaagenturen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Fernsehens? Immer weniger Millennials gucken fern. Sollen sich Fernsehfirmen und Publisher Sorgen machen?

Sorgen machen müssen sich diejenigen, die keine Antworten auf Veränderungen im Markt haben. Selbstverständlich ändert sich das Medien-Nutzungsverhalten, aber das hat es doch immer schon getan, wenn auch nicht so schnell. Damit einhergehend verschiebt sich auch die Verbreitung von Bewegtbild. Natürlich wird der Wettbewerb durch Netflix, YouTube, etc. härter. Aber es gibt auch Antworten durch lokale Vorteile, bessere Nutzerkenntnis, neue eigene Angebote, wie etwa Flimmit des ORF oder unabhängige Player wie Aximus, und entsprechende Modelle bei der Monetarisierung.

Welche Rolle spielt die Vermessung von Medienkonsum, beziehungsweise von Big Data im Videobereich?

Die tief gehende Kenntnis des Nutzers und dessen Verhalten ist die Kernkomponente des künftigen Erfolges. Stark vereinfacht gibt es vier Bausteine im Videobusiness: Produktion und Bereitstellung, Distribution, Nutzung, Monetarisierung. Früher konnte man sagen, es handelt sich um eine Wertschöpfungskette. Ich würde es heute eher als Wertschöpfungsmotor bezeichnen, bei dem alle Teile miteinander arbeiten und komplex verbaut sind. Nur wer diese Komplexität bis ins absolut Kleinste hinein beherrscht, wird Bedeutung haben. Früher wurde einfach produziert, ausprobiert, aus dem Programm geworfen oder die nächste Staffel vorbereitet. Heute fließt die Analyse des Konsumenten unmittelbar in den gesamten Produktionsprozess ein. Viele werden es nicht gerne hören, aber Kreativität wird mehr und mehr durch Technologie ergänzt. 

 
 

Welche Unterschiede gibt es zwischen der deutschen Videobranche und den Aussichten in anderen Ländern?

Dies ist eine sehr weit gefasste Frage, deren Antwort eigentlich Seiten füllen würde. Aber schauen wir uns noch einmal Produktion und Bereitstellung, Distribution, Nutzung sowie Monetarisierung an, dann sehen wir folgendes:

Produktion: In fast allen Ländern fehlt Content und Reichweite. Das sorgt gleichzeitig für neue Geschäftsmodelle in der Produktion - Chance - und bedenkliche Praktiken bei der Erzeugung von Reichweite - bot traffic / Fraud.

Distribution: In Deutschland halten sich traditionelle Videotheken noch recht wacker, wo diese in anderen Ländern wie USA und England bereits kaum noch eine Rolle spielen. Überall finden sich nun Redistributionsplattformen wie zattoo oder Magine und alle TV-Sender entwickeln ihre "New TV"-Angebote weiter, zu nennen wären etwa RTLnow, myvideo, 7TV und maxdome, oder kooperieren mit Anbietern wie dailyme im Bereich VOD mit Offline-Funktionen.

Nutzung: In Skandinavien ist die mobile Nutzung bereits zwei Jahre weiter und in Frankreich hat IPTV mit Set-Top-Boxen einen großen Marktanteil. Aber über alle Länder hinweg werden bald 40 Prozent aller Videos mobil abgerufen. Suche und Abruf von Short-Form Videos erfolgt über alle Screens. Auf Mobile Phones werden stärker Videos mit weniger als 10 Minuten Länge abgerufen. Tablets sind stärker bei Videos ab 10 Minuten Länge.

Monetarisierung: Hier sehen wir die größten Unterschiede im Ländervergleich. Hervorzuheben ist die Stärke der Top10-Vermarkter in Deutschland und die damit verbundene eher langsamere Adaption von programmatischem Verkauf oder Handel - Real Time Bidding - von Video-Werbeinventar.

Welche Firmen sind Ihrer Meinung nach die "ones to watch" der deutschen Videobranche?

Selbstverständlich sind hier vorneweg RTL und ProSiebenSat.1 zu betrachten. Allein die Bedeutung durch Marktanteile - auch beim nicht-linearen Fernsehen - setzt diese beiden TV-Anbieter auf Platz 1 der Watchlist. Wie reagieren sie auf den weiter steigenden Druck durch Google und YouTube? Wie schaffen es die beiden, sich gegen die Power von Netflix, Amazon Prime Video und Apple zu behaupten? Kartellrecht und Regulierung, wichtige, aber der Marktsituation hinterher hinkende Institutionen, schwächen die Wettbewersfähigkeit dieser Dickschiffe. Mit Weitsicht und Kreativität, Innovation und Kundenkenntnis müssen sie zukunftsfähig bleiben. Auch Videosyndizierer wie Videovalis, die tiefer in die Wertschöpfung einsteigen und zunehmend selbst produzieren, neue Videoplattformen wie ilovevideo oder TVSmiles, ein Bonusprogramm für TV-Werbezuschauer, feiern Erfolge und sorgen für Bewegung im Markt.

Zum Schluss, wenn Sie nur 3 Tipps an Video-Vermarkter geben könnten, welche wären das?

Ohne massive Verbesserung der eigenen Daten und Analysen gibt es keinen Blumentopf gegen die massive Konkurrenz zu gewinnen. Um innovativ und ausreichend flexibel zu sein und gleichzeitig die Kontrolle über den Content und die Daten zu behalten, sollten Cloud-basierte Technologien eingesetzt werden, die intelligent in das eigene Technologieumfeld eingebettet werden. Im Kampf gegen die internationale Konkurrenz helfen nur strategische Kooperationen mit Partnern, die die eigene Position ergänzen und dem Motor, siehe oben, die richtigen Umdrehungen verleihen.

 

 
Holger Schöpper

Holger Schöpper
Regional Director, Central & Eastern Europe

holger.schoepper@ooyala.com
+49 (0)151 65514611

Big Data – Videobranche unter der Lupe [Sponsored Post]

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht