Jobsuche | | von Annette Mattgey

Bewerber nehmen sich kaum Zeit für die Recherche

Schnell-schnell ist die Devise der Jobsuchenden. Auf den jeweiligen Karriereseiten oder Job-Portalen verbringen sie immer weniger Zeit, dafür suchen sie verstärkt mobile Zugänge. Nur jeder Fünfte nimmt sich für die Jobsuche mehr als eine Stunde Zeit, alle anderen deutlich weniger. Nahezu jeder Vierte liest sich Stellenanzeigen nicht im Detail durch, sondern hat bereits nach einem schnellen Überfliegen entschieden, ob die Ausschreibung für ihn in Frage kommt. Da ist es nicht verwunderlich, dass eine klare Beschreibung der Position und der des Tätigkeitsfeldes die Angaben sind, auf die die Befragten bei einer Stellenausschreibung am meisten Wert legen. Gehalt, Benefits und Karriereaussichten folgen erst auf den hinteren Rängen. Die Meta-Jobsuchmaschine Indeed hat in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Teilnehmer zu ihren präferierten Methoden bei der Jobsuche befragt.

Offen für einen neuen Job sind rund 64 Prozent der Studienteilnehmer, selbst wenn sie eine Festanstellung haben. Dabei planen die einen aktiv die nächsten Karriereschritte, während die anderen generell ein Auge auf den aktuellen Arbeitsmarkt haben. Anders als für aktiv Arbeitssuchende hat die Jobsuche für diese Kandidatengruppe nicht oberste Priorität, was dazu führt, dass sie über die klassischen Kanäle nicht leicht zu erreichen sind. Die Mehrheit von ihnen nutzt das Smartphone, um sporadisch nach interessanten Angeboten zu schauen.

"Unsere Auswertungen zeigen, dass das mobile Internet die Jobsuche revolutioniert hat. Die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte ermöglicht es Kandidaten, immer und überall nach interessanten Angeboten zu schauen - in der Bahn, in der Supermarktschlange oder wo auch immer sich Wartezeiten ergeben", erklärt Frank Hensgens, Managing Director von Indeed Deutschland. Für Arbeitgeber bedeutet das: Die Zeitspanne, in der Kandidaten nach Jobs suchen, verkleinert sich. Das hat Auswirkung auf die Gestaltung, meint Hensgen: "Stellenanzeigen müssen deshalb schon auf den ersten Blick überzeugen, in erster Linie durch schnelle Ladezeiten, eine leichte Lesbarkeit auf mobilen Endgeräten sowie aufmerksamkeitsstarke und treffende Jobbeschreibungen. Nur so erreichen Stellenanzeigen heute die Aufmerksamkeit passender Kandidaten, die von Arbeitgebern schlichtweg erwarten, dass sie sich der neuen Realität bei der Jobsuche anpassen."

Optimieren Sie die Kontaktchancen via Mobile

Auf diese Weise bietet das mobile Internet Arbeitgebern eine Möglichkeit, auch mit schwer zu erreichenden Kandidaten in Kontakt zu treten. Bieten Unternehmen nicht nur die wichtigsten Informationen zu der freien Stelle in einem übersichtlichen und mobil optimierten Layout, sondern zusätzlich auch noch die passenden Funktionen für eine schnelle, effiziente und mobile Bewerbung, stehen die Chancen gut, sich von den Mitbewerbern abzuheben und die besten Kräfte für sich zu gewinnen. Schließlich hat bereits jeder sechste Teilnehmer schon einmal nach dem Lesen einer Stellenausschreibung den Job gewechselt, obwohl es gar nicht in seiner Intention lag. „Entscheidend ist, dass der Kandidat einen nahtlosen mobilen Bewerbungsprozess erlebt, ohne an irgendeiner Stelle in einer Sackgasse zu landen. Dann verliert der Bewerber schnell die Lust und wendet sich womöglich einem anderen Unternehmen zu“, weiß Hensgens.

Ansonsten bestätigt die Studie den Trend in Richtung Mobile: 60 Prozent der Jobsuchenden verwenden ein Smartphone oder ein Tablet, um sich zu informieren. Fast 65 Prozent dieser mobilen Jobsucher nutzen in erster Linie Jobseiten, die Stellenanzeigen in mobil optimierter Ansicht veröffentlichen. Über 38 Prozent von ihnen haben auch bestimmte Apps auf ihrem Smartphone oder Tablet-PC installiert. Und rund 21 Prozent nutzen zusätzlich zu einem stationären PC auch mobile Endgeräte, um ihre Bewerbungen gleich von unterwegs aus zu verschicken.

Die Umfrage von Indeed zeigt darüber hinaus, dass Jobsuchen über Smartphones und Tablets für fast alle Altersgruppen von Bedeutung sind und nicht nur bei jüngeren Kandidaten eine Rolle spielen. In der Altersgruppe der unter 25-jährigen liegt der Nutzungsanteil mobiler Endgeräte mit 80 Prozent erwartungsgemäß am höchsten. Doch auch Kandidaten jenseits der sogenannten Generation Y greifen bei der Jobsuche verstärkt zu Smartphone und Tablet-PC: bei den 35 bis 45-Jährigen mehr als jeder zweite (52 Prozent), bei den über 45-Jährigen jeder dritte (31 Prozent).

 

Interesse an mobilen Bewerbungen

"Gerade die Investition in Apps und mobile Angebote zur Jobsuche lohnt sich für Unternehmen, Karriereportale und Jobbörsen. Arbeitnehmer fast aller Altersgruppen stehen dieser Form des Recruitings offen gegenüber und nutzen sie zunehmend", kommentiert Hensgens. Während Unternehmen die Bedeutung der mobilen Jobsuche allerdings erst langsam erkennen, sind ihnen die Kandidaten bereits zwei Schritte voraus: Nicht allein die Jobsuche, sondern auch die Bewerbung sollte aus Kandidatensicht bevorzugt mobil stattfinden, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. "Zwar bewerben sich Kandidaten weiterhin hauptsächlich vom heimischen PC oder Laptop aus, allerdings würden 76 Prozent der Befragten sich mobil bewerben, wenn sie sicher sein könnten, dass ihre Einreichung genauso von Arbeitgebern akzeptiert wird wie eine herkömmliche Bewerbung", so Hensgens weiter. "Dabei stehen aber nicht nur Schnelligkeit und Flexibilität sondern auch Qualität im Vordergrund. Für 75 Prozent der Teilnehmer ist bei einer mobilen Bewerbung wichtig, dass diese genauso professionell aussieht wie herkömmliche Bewerbungen per Mail oder Post."

Generell unterscheiden sich die Deutschen kaum voneinander, wenn es um ihre Präferenzen bei der Suche nach neuen Jobs oder den Bewerbungsprozess geht. Die Umfrage von Indeed hat nur geringe Differenzen beim Verhalten festgestellt – unabhängig von Alter, Bildungsgrad oder Wohnort. Das macht es für Unternehmen einfach, sich dem Markt anzupassen, da Bewerberseiten nur geringfügig auf bestimmte Personengruppen zugeschnitten werden müssen und macht Investitionen in neue Recruitment-Werkzeuge überschaubar.

Bewerber nehmen sich kaum Zeit für die Recherche

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