Das Betriebsklima entscheidet, ob wir einen Job annehmen.
Das Betriebsklima entscheidet, ob wir einen Job annehmen. © Foto:Stepstone

Jobwahl | | von Anja Janotta

Betriebsklima schlägt Gehaltsscheck

Nur wenige Faktoren entscheiden tatsächlich darüber, warum wir einen Job annehmen oder nicht. Das Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com hat 12.451 Personen in Europa befragt. Erfolg, gute Aufstiegschancen oder mehr Eigenverantwortung sind dabei nicht so wichtig wie anderes: Am entscheidendsten ist ein positives Betriebsklima (62 Prozent der Nennungen). Ein gutes Einkommen ist für 58,2 Prozent wichtig und für 53,6 Prozent ist das eigene Interesse an der Tätigkeit entscheidend. 44,6 Prozent halten auch die Work-Life-Balance für einen deutlichen Faktor.

Die deutschen Befragten sind übrigens ein wenig skeptischer. Nur für 59,8 Prozent ist das Arbeitsklima besonders wichtig, für 57 Prozent der Spaß an der Tätigkeit und für 53,9 Prozent das entsprechende Entgelt. Und 41 Prozent achten auf ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Familie.

marketagent-umfrage

Work-Life-Balance schlägt Richtung Life-Balance um

Liebe schlägt Beruf: 25,9 Prozent sagten, sie könnten sich vorstellen, wegen eines Partners innerhalb eines Landes ihren Wohnort zu wechseln, aber nur 19,2 Prozent würden das eines Jobs willen tun. In ein anderes Land ziehen würden gar nur 17,7 Prozent. Und für den Traumjob auf eine Partnerschaft oder Zeit mit der Familie verzichten - das kommt nur für 3,9, bzw. 3,7 Prozent der Befragten in Frage. Hier sind die deutschen Befragten deutliche Ausreißer: Sie würden immerhin zu 6,8 Prozent Partner und Familie zurückstellen - wenn sie ihren Lieblingsjob in Aussicht hätten.

Erhebung von Marketagent.com

Erhebung von Marketagent.com

Spannender Aspekt der Umfrage: Geht es nach dem Partner, ist klar, wohin die Work-Life-Balance ausschlägt. Ins Privatleben.  Mehr als die Hälfte der Befragten wünschen sich einen Famlienmenschen an die Seite, der im Zweifel der Familie Priorität einräumt. Nur für 38,2 Prozent ist es von Bedeutung, dass der Partner erwerbstätig ist. Und beruflicher Erfolg des Partners ist nur für 16,7 Prozent wichtig.

Streitthema: Mütter in Vollzeit

Auch nach einem Klischee befragte Marketagent die Teilnehmer - ob Vollzeit berufstätige Frauen bzw. Männer gute Eltern sein können. 51,8 Prozent schreiben vollbeschäftigten Frauen sehr gute Mutterqualitäten zu. Damit traut man es dem weiblichen Geschlecht weniger zu als Männern, die von 62,6 Prozent trotz Berufstätigkeit "auf jeden Fall" als gute Väter bezeichnet werden. Skepsis am guten Elterndasein erwerbstätiger Frauen und Männer herrscht vor allem in Russland und Deutschland, in Rumänien und Kroatien ist man hingegen zuversichtlich, die Familie und das Arbeitsleben erfolgreich unter einen Hut zu bringen.

Betriebsklima schlägt Gehaltsscheck

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