W&V Coach | | von Annette Mattgey

Banker- oder Hipster-Style? So klappt das Vorstellungsgespräch in einem Start-up

Hoodie oder Krawatte? Das fragen sich viele, wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Start-up eingeladen sind. In seiner Kolumne für W&V rät Personalberater Harald Fortmann vor allem zu "Engagement und Leidenschaft".

Die Frage stellt sich schon länger, erst recht seit dem Candystorm rund um Sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger (#Hoodiejournalismus) oder dem #Hoodiegate, das Mark Zuckerberg 2012 auslöste: Wall-Street-Banker bezeichneten seinen Kapuzenpulli als Zeichen seiner Unreife und mangelnder Ernsthaftigkeit. Nun ja, Mark Zuckerberg kann anziehen, was er will. Sein Erfolg spricht ohnehin für sich.

Wer aber – unabhängig davon, ob in der Old oder New Economy – noch am Anfang seiner Karriere steht, fragt sich vor Bewerbungsgesprächen oftmals: Was ziehe ich an?

Nun ist die Bekleidungsetikette in der traditionellen Wirtschaft gelernt und es gibt zahlreiche Tipps dazu im Netz. Bei Start-ups zu arbeiten, bedeutet jedoch, in einem dynamischen, innovativen Umfeld tätig zu werden. Kreative, smarte Köpfe bekommen jede Menge Entfaltungsraum und schnelle Aufstiegschancen geboten. Die Unternehmen befinden sich noch im Aufbau und sind auf zupackende, mitdenkende, eigenständig agierende Mitarbeiter angewiesen – in der Personalberaterbranche gern auch als Menschen mit einer starken Hands-on-Mentalität bezeichnet. Sie sollten daher vor allem von ihrem Typ zu dem Unternehmen passen. Insofern weht bei Start-ups auch ein anderer Wind hinsichtlich der Kleidungswahl als bei Mittelständlern und Konzernen: Schlips und Kragen oder Business-Kostüme sind in der Digitalwirtschaft eher die Ausnahme. (Ist später der Investorentermin geplant, kann man den Kommunionsanzug aber immer noch rausholen ...)

Die Regel sind Outfits, die die eigene Persönlichkeit widerspiegeln. Vom Hoodie über die Jeans zum Sakko bis hin zum bunten Rock zur Lederjacke ist es individuelle Geschmackssache, was angebracht ist. Die Hauptsache ist aber eine saubere Kleidung und ein gepflegtes Äußeres. Denn: Fühlen sich Bewerber in ihrer Kleidung wohl, macht sich das definitiv bemerkbar – sie wirken sicherer und agieren kompetenter.

Mein persönlicher Tipp: Mit Business Casual machen Bewerber nichts falsch, das passt immer. Am wichtigsten ist jedoch immer, dass sie mit ihrer Persönlichkeit überzeugen. Mit ihrem Engagement und vor allem ihrer Leidenschaft. So habe ich es in meinem gesamten Berufsleben noch nie erlebt, dass man mich und meine Leistung aufgrund meiner Kleidung beurteilt hat.

Harald Fortmann ist sowohl Vizepräsident des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDW) als auch Director Executive Search bei der Personalberatung Cribb, wo er Konzerne und Mittelständler berät. Zudem unterstützt er Start-ups als Beirat oder Investor.

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