Um die 10.000 Euro im Jahr beträgt der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen bei jungen Berufstätigen.
Um die 10.000 Euro im Jahr beträgt der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen bei jungen Berufstätigen. © Foto: Universum

Arbeitgeber-Ranking von Universum | | von W&V Online

Arbeitnehmer unter 40 lieben BMW und Google - und ihre Freizeit

BMW, Google und die Max-Planck-Gesellschaft sind die beliebtesten Arbeitgeber der jungen Berufstätigen. Laut "Universum Arbeitgeberranking 2015: Young Professionals" zieht es vor allem diejenigen mit wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichem Studienabschluss zum Münchenr Automobilkonzern, gefolgt von Porsche und Audi. Bei den Informatikern liegt Google vor Microsoft, bei den Naturwissenschaftlern führt die Max-Planck-Gesellschaft vor Bayer. Interessant: Bei den Ökonomen verliert Amazon 20 Positionen und liegt nun nur noch auf Platz 35. Bei den Naturwissenschaftlern ist die Deutsche Lufthansa (Platz 48) der größte Absteiger in den Top 50 und verliert 24 Positionen. Das zeigt die Umfrage der Employer-Branding-Beratung Universum, die gut 7800 Young Professionals zu ihren Erwartungen an Arbeitgeber und Themen rund um Beruf und Karriere befragte. Die Befragten sind 40 Jahre oder jünger sind und haben mindestens ein und höchstens acht Jahre Arbeitserfahrung nach Abschluss des Studiums.

Die Berufstätigen unter 40 Jahren achten bei der Wahl des Arbeitgebers vor allem auf ein attraktives Grundgehalt, Anerkennung von Leistung und eine anspruchsvolle Tätigkeit. Frauen und Männer haben jedoch unterschiedliche Prioritäten bei der Bewertung der Eigenschaften, die einen attraktiven Arbeitgeber ausmachen. Frauen sind Aspekte, die sich auf die Unternehmenskultur beziehen, etwa ein freundliches Arbeitsumfeld, wichtiger als Männern. Deren Wünsche kreisen dagegen stärker um Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten. So sind Männern ein hohes Einkommen in der Zukunft und die Möglichkeit, Führungsaufgaben zu übernehmen, wichtiger als den Frauen.

Praktisch ist das, denn: Die Frauen verdienen deutlich schlechter (siehe Bild oben). Während die Frauen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 39.422 Euro erzielen, liegt das Gehalt der Männer bei 49.893 Euro. Die höchsten Gehälter mit durchschnittlich 50.484 Euro werden von den Informatikern erzielt, gefolgt von 49.604 Euro bei den Ingenieuren, 45.592 Euro bei den Berufstätigen mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund und 41.088 Euro bei den Nachwuchswissenschaftlern.

Bei den langfristigen Karrierezielen ganz vorn steht jedoch die ausgewogene Work-Life-Balance, gefolgt von der intellektuellen Herausforderung und einem sicheren, beständigen Job. Vielleicht ist hier eine Ursache für die Gehaltsunterschiede zu finden: Während Work-Life-Balance für 68 Prozent der befragten weiblichen Young Professionals ein besonders wichtiges Karriereziel ist, gilt dies nur für 55 Prozent der Männer. Auch das Ziel, intellektuell herausgefordert zu werden, hat für Frauen größere Bedeutung: Es ist für 57 Prozent der Frauen unentbehrlich, aber nur für 45 Prozent der Männer. Andererseits ist das Karriereziel, eine Führungskraft mit leitender Funktion zu sein, besonders den Männern wichtig: Für 46 Prozent der Männer, aber nur für 28 Prozent der Frauen ist die Führungsverantwortung im Job eines der drei wichtigsten Karriereziele. Auch wenn man die jungen Berufstätigen fragt, was Work-Life-Balance für sie bedeutet, zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen legen großen Wert darauf, dass sich Familien- und Karriereplanung nicht stören. Bei Männern dagegen sind flexible Arbeitszeiten und ausreichend Freizeit besonders häufig genannte Aspekte. Traditionelle Strukturen sind also wohl selbst bei der jüngeren Arbeitnehmer-Generation nach wie vor stark ausgeprägt.

Allerdings sind die Frauen nicht ganz so zufrieden mit ihrem Arbeitgeber wie die Männer: Young Professionals geben den Grad ihrer Zufriedenheit mit ihrem aktuellen Arbeitgeber auf einer zehnstufigen Skala mit durchschnittlich 7,0 an. Dabei erweisen sich die weiblichen Young Professionals mit einem Durchschnittswert von 6,7 als etwas weniger zufrieden als Männer, deren Durchschnittswert bei 7,1 liegt. Trotz der relativ hohen Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber plant etwa ein Drittel der jungen Berufstätigen, den Job innerhalb des kommenden Jahres zu wechseln, wobei sich die weiblichen Young Professionals (36 Prozent) wechselwilliger zeigen als ihre männlichen Pendants (29 Prozent). Gründe hierfür sind vor allem eine bessere Vergütung und Zusatzleistungen sowie bessere Aufstiegsmöglichkeiten.

Das Forschungs- und Beratungsunternehmen Universum unterstützt Unternehmen beim Aufbau ihrer Arbeitgebermarke. Jährlich werden von Universum über eine Million Studierende und Berufstätige befragt. Für die Young Professional Umfrage 2015 in Deutschland befragte Universum von Oktober 2014 bis April 2015  7810 Berufstätige mit Hochschulabschluss, die 40 Jahre oder jünger sind und mindestens ein und höchstens acht Jahre Arbeitserfahrung nach Abschluss des Studiums haben. Für die Ermittlung des Arbeitgeberrankings wählen die Umfrageteilnehmer aus Listen diejenigen Arbeitgeber aus, die für sie grundsätzlich in Betracht kommen. Auf dieser Basis benennen sie anschließend bis zu fünf Arbeitgeber, für die sie am liebsten arbeiten möchten – ihre idealen Arbeitgeber. Die Listen sind auf den jeweiligen Studienabschluss der Umfrageteilnehmer abgestimmt, wobei auch freie Nennungen möglich sind. Weitere Informationen gibt es online.

Junge Berufstätige legen Wert auf ein attraktives Gehalt (Universum-Studie).

Junge Berufstätige legen Wert auf ein attraktives Gehalt (Universum-Studie).

Arbeitnehmer unter 40 lieben BMW und Google - und ihre Freizeit

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