Cellular | | von Markus Weber

Agentur-Recruiting: "Geld allein motiviert niemanden dauerhaft"

In einer Serie stellen wir die Recruiting-Chefs der Agenturen vor. Worauf achten sie beim Persönlichkeitsprofil von Bewerbern? Wie lockt man die besten Leute? Was sind die häufigsten Fehler? - Diesmal steht Antje Mees, Human Resource Manager bei Cellular, Rede und Antwort. Die ehemalige Tomorrow-Focus-Tochteragentur ist auf die Inszenierung von Marken auf mobilen Endgeräten spezialisiert.

1. Wie wird man Human-Resource-Manager bei Cellular?

Ich weiß nicht, wie "man" HR-Manager bei Cellular wird. Ich hatte Glück – weil ich genau hierhin wollte und mich proaktiv gemeldet habe. Für meine Aufgabe als Personalverantwortliche bei Cellular sind meine Erfahrungen in den Themenfeldern Active Recruiting, Talent Management und Hochschulmarketing von Vorteil. Eine ordentliche Portion Menschenkenntnis hilft, die Freude am Netzwerken und an Kommunikation ist wichtig und ein Studium im Bereich Personal eine solide Basis.

2. Wie lockt man die besten Leute? Mit einem attraktiven Kundenportfolio oder mit Top-Gehältern?

Beides würde ich nicht als Köder einsetzen. Ich bezweifle stark, dass die zu uns passenden Leute – und das ist wichtig – allein von monetären Anreizen angetrieben werden oder mit einem attraktiven Kundenportfolio überzeugt werden können. Wir haben hier bei Cellular ein starkes, mit den Jahren gewachsenes Team und eine kreative und produktive Arbeitsatmosphäre. Wir alle begeistern uns für smarte Devices und Technologien und entwickeln auf Augenhöhe mit unseren Kunden digitale Zukunft. Uns treibt der Gedanke an, gemeinsam Produkte zu erschaffen, die auf dem Markt herausragen. Das bringt Spaß. Und meiner Erfahrung nach ist man immer glücklich und "am besten", wenn wirkliche Leidenschaft dahintersteckt. Deswegen schaffen wir für unsere Mitarbeiter eine "Wohlfühl-Atmosphäre": Bei uns sind kreative Spielwiesen, Platz für eigene Ideen und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung genau so wichtig, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, eine tolle Arbeitsausstattung oder eine offene Feedbackkultur.

3. Spielt Geld heute eine wichtigere Rolle als früher?

Geld ist eher weniger wichtig als früher. Denn Geld allein wird niemanden dauerhaft motivieren. Eine faire und angemessene Bezahlung ist jedoch essentiell. Die Motivationsfaktoren sind bei jedem Mitarbeiter verschieden und es ist die Herausforderung der Führungskraft, diese zu erkennen und entsprechend zu berücksichtigen. Bei Cellular hat jeder Mitarbeiter zusätzlich zu seinem Gehalt einen Bonus, der sich aus persönlichen Zielen und Unternehmenszielen zusammensetzt.

4.  Worauf schauen Sie besonders beim Persönlichkeitsprofil von Bewerbern?

Es gibt keine Kategorie "gut" oder "schlecht". Mir ist generell wichtig, dass Bewerber authentisch bleiben. Wir versuchen in Gesprächen herauszufinden, ob Bewerber zu uns passen und die Chance haben, bei Cellular glücklich zu werden. Es ist wichtig, dass die Person zu den direkten Kollegen passt und eine sinnvolle Ergänzung für das jeweilige Team darstellt. Und ob die Anforderungen einer Stelle zu den Fähigkeiten und dem präferierten Verhalten eines Bewerbers passen.

5. Was sind die häufigsten Fehler von Bewerbern?

Schlechte Vorbereitung. Wenn beispielsweise schon beim Lesen eines Anschreibens deutlich wird, dass sich Bewerber überhaupt nicht mit unserem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Oder die Bewerber es nicht schaffen, ihre Erfahrung mit unserem Stellenprofil abzugleichen. Oder ich im persönlichen Gespräch höre, dass sich Bewerber nicht eine einzige App von uns angesehen haben.

6. Das Image der Agenturen als Arbeitgeber hat zuletzt gelitten. Zu Recht?

Viele Themen könnten in Agenturen besser laufen. Work-Life-Balance schreibt sich ja jeder gern auf die Fahne, aber gelebt wird es nicht überall. Ich kenne aus meinem Umfeld die schlimmsten Geschichten aus anderen Agenturen. Aber wer denkt, das passiere in anderen Branchen nicht, irrt gewaltig. Ich persönlich bin kein Konzern-Mensch. Ich würde immer eher versuchen, die Bedingungen in meinem Umfeld zum Positiven mitzugestalten. Aus meiner Sicht ist Cellular hier ein Positivbeispiel für die Branche.

7. Wie sieht es in Ihrer Agentur mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus?

Ziemlich gut, wie ich als Mutter finde. Bei uns arbeiten viele Kollegen in Teilzeit, wir haben eine verlässliche Vertrauensarbeitszeit und die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Egal, ob unsere Mitarbeiter Kinder haben, Eltern pflegen, pendeln oder aus anderen Gründen Zeit privat nutzen möchten: Es gibt sehr viel Verständnis im Unternehmen und Gestaltungsspielräume für die unterschiedlichsten Lebensmodelle. Wichtig bleibt dabei, dass die Arbeit getan wird und Absprachen zuverlässig getroffen werden.

8. Welche Rolle spielt bei Ihnen Diversity Management?

Es ist Teil unserer Unternehmenskultur, eine produktive Gesamtatmosphäre zu schaffen – für alle. Cellular ist als kleiner technischer Dienstleister mit wenigen weiblichen Kollegen gestartet und hat sich im Laufe der Jahre zu einer echten Full-Service-Digital-Agentur mit einem bunten Team gewandelt. Wir schreiben Teamwork extragroß – beim Montagsfrühstück, bei spannenden Think-Tank-Vorträgen, lauten Parties, gemeinsamen Ausflügen oder auch in spontanen Pausen kommen Kollegen regelmäßig zusammen und tauschen ihre Ideen aus. So entsteht echte Wertschätzung untereinander und Innovation durch Beteiligung.

9. Was ist aus Ihrer Sicht der größte Fehler, den ein Personalverantwortlicher oder Headhunter machen kann?

Unehrlich sein und Versprechungen machen, die nicht gehalten werden können.

10. Warum sollte jemand bei Ihnen anfangen? Was macht Ihre Agenturmarke einzigartig?

Wer sich in dem, was ich in den vorangegangenen Antworten gesagt habe, wiederfindet, sich in dieser Kultur wohlfühlt, mit uns die digitale Zukunft gestalten und Teil unseres fantastischen Teams werden will, darf sich gerne melden.

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Agentur-Recruiting: "Geld allein motiviert niemanden dauerhaft"

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