80 Prozent der Unternehmer brauchen Freelancer - vor allem fürs Digitale
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Adecco-Studie | | von Annette Mattgey

80 Prozent der Unternehmer brauchen Freelancer - vor allem fürs Digitale

Unterstützung für Spitzenzeiten und mit speziellem Expertenwissen - das sind die wichtigsten Triebfedern für Unternehmen, um mit Freiberuflern zusammenzuarbeiten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von The Adecco Group. Der Personaldienstleister ließ dazu gut 150 Unternehmen und knapp 1.200 Freiberufler nach ihren Vorstellungen und Problemen bei der Auftragsfindung befragen.

Unternehmen möchten vor allem Projektspitzen (82%) abdecken und von spezifischem Know-how (78%) profitieren. Den größten Bedarf haben Unternehmen in den Bereichen IT (58%), Engineering (47%) und Consulting (21%).

Das schätzen Freelancer an ihrem Status:

Das wollen Freiberufler

Viele Unternehmen haben allerdings Schwierigkeiten, die passenden Freelancer zu finden. Zum einen bemängeln rund 50 Prozent der befragten Firmen die Qualität der Profile und die technische Expertise der Freiberufler. Aber zum anderen geben 40 Prozent der Befragten an, es sei schlicht zu aufwändig, nach guten Profilen zu suchen.

Das Problem liegt beim Matching

Hier scheint eine der wesentlichen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt für Freiberufler zu liegen: Fachleute und Unternehmen gut und effektiv zusammenzubringen. Denn die vorhandenen Freelancer passen grundsätzlich gut zur Nachfrage der Unternehmen. Sie sind der Studie zufolge zumeist sehr erfahrene Arbeitskräfte – 80 Prozent sind älter als 40 Jahre. Und sie arbeiten vor allem in den nachgefragten Bereichen IT (78%), Consulting (42%) und Engineering (26%). Doch auch hier gibt jeder zweite Befragte an, es sei eine Herausforderung, Projekte zu finden.

"Fachkräfte sind in einer alternden Gesellschaft immer schwieriger zu finden. Und Globalisierung wie Digitalisierung erfordern von Unternehmen immer mehr Flexibilität. Das Potenzial der Freelancer nicht effektiv zu nutzen, können sich Unternehmen künftig nicht mehr leisten", warnt Christof Seiler, Geschäftsführer von Personality IT People Power, einer Adecco-Tochter. "Freelancer sind absolute Experten in ihrem Feld und bieten bei zielgerichteter Vermittlung echten Mehrwert."

Überraschend ist: Während die befragten Freiberufler zu 90 Prozent angeben, Online-Plattformen rund um Freelancing zu kennen, nutzen nur 16 Prozent der Unternehmen digitale Kanäle, um passende Freelancer einzustellen. Zumeist, weil sie diese gar nicht kennen (50%) oder sie Bedienbarkeit (13%) und Services (15%) unzureichend finden. "Firmen setzen noch zu wenig auf Online-Plattformen. Sie lassen eine zunehmend wichtige Möglichkeit ungenutzt, die passendenden Freelancer zu finden. Ihnen entgehen so Chancen. Aber auch Freelancer müssen sich konsequent weiterbilden und lernen, sich online noch besser zu vermarkten",
sagt Seiler weiter.

Das zeigt sich auch in der Umfrage: Nutzen Unternehmen digitale Plattformen, wünschen Sie sich vor allem ein qualitativ höherwertiges Angebot an Freelancern (66%). Bei der Suche ist für Unternehmen zudem nach wie vor entscheidend, dass sie volle Kostentransparenz haben (66%) und sich auf ein aussagekräftiges Bewertungssystem (58%) verlassen können.

80 Prozent der Unternehmer brauchen Freelancer - vor allem fürs Digitale

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