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Benedikt Holtappels: "Kommunikativ gesehen, ist die IceBucketChallenge einfach geil"

Benedikt Holtappels, Geschäftsführender Gesellschafter von GGH Lowe, hat genug von den Meckerern über die #IceBucketChallenge. "Meckern hat noch nie geholfen, lachen schon", glaubt er und meckert in seinem eigenen Eiswasser-Video trotzdem ganz schön viel.

Seit Tagen kennt das Netz nur ein Phänomen: die #IceBucketChallenge. Überall auf der Welt kippen sich Promis oder weniger bekannte Menschen einen Eimer Eiswasser über den Kopf, um auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen und die Spendentrommel zu rühren. Was auf den ersten Blick aussieht, wie eine ziemlich dämliche Idee, dominiert inzwischen den Newsfeed verschiedener Internet-Plattformen. Über 79 Millionen Dollar Spendengelder kamen auf diese Weise schon zusammen, mehr als jemals zuvor.

Auch Deutschland hat das Eisfieber erfasst. Es vergeht kein Tag, an dem nicht zig neue Videos auf Youtube und Facebook auftauchen. Selbst deutsche Agenturchefs nehmen fleißig an der Challenge teil. Doch wie immer, wenn eine Idee so richtig durch die Decke geht, formiert sich eine Front von chronischen Meckerern. Diese kritisieren, dass über die lustigen Videos der eigentliche Grund in den Hintergrund trete und einige mehr oder minder prominente Trittbrett-Fahrer die IceBucketChallenge einzig und allein zur Selbstdarstellung nutzen würden.

Das mag alles sein. Fakt ist jedoch, dass in den letzten 30 Tagen die Suche auf Google nach dem Begriff ALS extrem zugenommen hat. Die Leute gucken also die Videos und informieren sich. Mag ja sein, dass eine Verona Pooth ihren sinkenden Stern mit dem Video nochmal polieren will - ähnlich wie etwa Komiker Oliver Pocher. Aber Hand aufs Herz wer erinnert sich noch an diese Auftritte? Aus meiner Sicht haben die Filme eine einzige Aufgabe, nämlich zu unterhalten. Und das haben einige Leute wie die Schauspieler Patrick Stewart, Benedict Cumberbatch und Charlie Sheen zum Beispiel exzellent hinbekommen.

Ich persönlich fand es auch lustig zu sehen, wo die Teilnehmer ihre Filmchen aufgenommen haben oder wer alles Besitzer eines mehr oder minder spießigen Gartens ist. Vielmehr als die mitunter langweiligen Videos nervt mich, dass schon wieder ein paar schlecht gelaunte Leute eine tolle Idee kaputtreden wollen. Wäre ich gefragt worden, für wenig Geld eine aufmerksamkeitsstarke Idee für ALS zu entwickeln und hätte diese Idee gehabt, wäre ich jetzt stolz wie Bolle.

Kommunikativ gesehen, ist die IceBucketChallenge einfach geil. Denn zum ersten Mal wird über diese schreckliche Krankheit geredet. Hinzu kommt, dass keiner gezwungen wird, mitzumachen, manche aber richtig Spaß an der Sache haben. Was soll daran falsch sein? Also lieber Zauderer, einfach mal die Klappe halten. Dass das Spendenaufkommen in Deutschland laut Bericht der WAZ noch nicht so hoch ist, wird längst thematisiert und dürfte dazu führen, dass einige Promis ihre Spenden nachschießen. Außerdem kann jeder individuell durch eigene Spenden darauf antworten, so wie ich das auch tue.

Ich wurde übrigens gerade von einem Kunden nominiert. Und nachdem mein Kollege Reinhard Patzschke sein Video vorgelegt habe, treibt mich jetzt an, wie ich als gefühlt 500. Werber ein Video machen kann, das die Leute nicht langweilt. Denn Langeweile ist für jedes Ziel kontraproduktiv. Und das wäre schade für die gute Sache. Gerade weil die ALS-Kranken unglaublich dankbar für die große Aufmerksamkeit sind, die ihnen die IceBucketChallenge beschert, wie etwa Anthony Carbajal stellvertretend für viele Betroffene mit seinem wirklich berührenden Video auf Youtube deutlich macht.

Und hier ist Holtappels Video:

 

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