Erklärt KMUs, wozu Apps gut sind: Marko Tosic.
Erklärt KMUs, wozu Apps gut sind: Marko Tosic. © Foto:TheAppGuys

Mobile | | von einem Gastautor

Was kann der Mittelstand mit Apps anfangen?

Bisher noch wenig. Aber das will Marko Tosic, Geschäftsführer des Mobile-Spezialisten TheAppGuys, ändern. Er hat den Ratgeber "Apps für KMU" verfasst. Unternehmer finden hier kurz und knapp alles aufbereitet, was man zu diesem Thema wissen muss. Unter anderem: Welche drei Fragen man unbedingt beantworten sollte, bevor man sich ins Abenteuer App stürzt.

Der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft. Hinsichtlich des digitalen Wandels ähnelt dieser so gut geschmierte und auf Hochtouren laufende Achtzylinder jedoch eher einem stotternden und schnaufenden alten Rasenmäher. Während die Verbreitung von Smartphones und mobilen Kommunikationslösungen im Allgemeinen mehr und mehr zunimmt, setzen speziell mittelständische Unternehmen nach wie vor kaum auf App & Co.

Bei der Zurückhaltung gegenüber Apps handelt es sich nicht um Ignoranz und Desinteresse der Unternehmer, sondern um mangelndes Know-how bezüglich der Möglichkeiten, wie man Apps im Rahmen des eigenen Geschäftsmodells einsetzen kann.

Welchen Zweck soll die App erfüllen?

Einer der häufigsten, professionellen Einsatzzwecke ist aktuell das Marketing. Hier kann man eine App zur Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen, zum Bekanntmachen einer Marke sowie zur Unterstützung anderer Kommunikationskanäle wie z.B. Newsletter verwenden. Ein weiterer Zweck kann die Prozessoptimierung innerhalb des KMUs sein. Mögliche Einsatzgebiete für Apps sind hier z.B. Customer-Relationship-Management, mobile Zeiterfassung und Lagerverwaltung.

Auch in der Produktion können Apps eine echte Bereicherung darstellen. Hier bieten alle Daten, die gemessen, gesteuert oder geregelt werden müssen, ein großes Anwendungsfeld. Zudem macht es unter Umständen Sinn, eine App als eigenständiges Produkt – z.B. als Ergänzung zum bestehenden Sortiment - zu etablieren. So kann z.B. ein Hersteller industrieller Messgeräte seine Produktpalette um einen Steuerungs-App erweitern.

Welches Ziel soll die App verfolgen?

Nachdem man sich über den Zweck der App im Klaren ist, sollte man passend dazu festlegen, welches Ziel man damit erreichen will. Im Bereich Marketing kann dies z.B. Neukundengewinnung, Kundenbindung oder Imagepflege sein. Bei der Prozessoptimierung bieten sich Ziele wie die Verbesserung der Arbeitsabläufe bzw. der Zusammenarbeit von Mitarbeitern an. Die Verkürzung von Produktionszeiten und Produktionsüberwachung sind wiederum Ziele, die möglicherweise beim Einsatzzweck Produktion einen Geschäftsvorteil mit sich bringen. Die Erweiterung der Produktpalette ist ein denkbares Ziel für den Zweck Produkt. In der Praxis verfolgt eine App in der Regel mehr als ein Ziel, daher ist hier im Vorfeld zwischen primären und sekundären Zielen zu unterscheiden. Wie der Zweck der App sollten jedoch auch sie individuell zum Unternehmen passen, damit ein maximaler Erfolg möglich ist.

Ist mein Unternehmen bereit für eine App?

Eine App kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Wichtig dafür ist jedoch, dass sie nicht dem puren Selbstzweck dient. „Wir brauchen eine App, weil die Konkurrenz eine hat“ ist demnach nicht der richtige Ausgangspunkt für eine solche Entscheidung. Unabhängig von den enormen Möglichkeiten, die Apps dem Mittelstand bieten können, muss auch das Unternehmen „reif für die App sein“. Ein Beispiel: Betreibt das Unternehmen noch keine Webseite und auch sonst kein Marketing, ist eine App höchstwahrscheinlich nicht die richtige Lösung.

Zudem sollte auch sicher sein, dass die angepeilte Zielgruppe überhaupt per App erreichbar ist. Hier gilt die Frage: Ist die App so gut, dass sich die Nutzer dafür ggf. sogar ein Smartphone zulegen würden? Nicht zuletzt steht auch der Preis im Raum. Für die Umsetzung einer App kommen unter Umständen Kosten in Höhe eines Kleinwagens auf. Hier sollte das Unternehmen im Vorfeld unbedingt prüfen, ob der geschätzte Gegenwert die Investition in eine App tatsächlich rechtfertigt.

Am 16. und 17. September findet in Köln die Branchenmesse Dmexco statt. LEAD Digital und W&V Online begleiten das Event und präsentieren die wichtigsten Digital-Themen und -Köpfe, die diese Messe prägen.

Was kann der Mittelstand mit Apps anfangen?

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