Vertriebsvorstand Marc Opelt will Waren vermieten.
Vertriebsvorstand Marc Opelt will Waren vermieten. © Foto:Otto Group

Share-Economy | | von Anja Janotta

Warum Otto jetzt auch Waren verleiht

Der Trend zum Teilen, zum Leasen und Streamen lässt sich nicht bremsen. Jetzt hat er auch die Unternehmen erreicht, deren Kerngeschäft eigentlich das Gegenteil vom Share-Modell ist - die Versandhändler. Sie wollen nicht mehr nur allein vom Verkaufen leben, sondern auch vom Verleihen. Diesen Paradigmenwechsel jedenfalls hat Otto jetzt angekündigt. Das Angebot - zunächst werden Fernseher, Waschmaschine und weiße Ware angeboten - soll ein eigenes Portal erhalten und binnen weniger Wochen startklar sein.

Kunden, die das Sharing-Angebot nutzen wollen, müssen die Waschmaschine, den Fernseher etc. für mindestens drei Monate abnehmen. Nach dieser Frist muss der Kunde entscheiden, ob er das Gerät zu einem niedrigeren Zeitwert kauft oder an Otto zurückgibt. Werden die Geräte zurückgegeben, werden sie dann als Gebrauchtsgeräte dann über das Internet verkaufen. Was dann nicht mehr verkauft wird, landet im Schrott.

Die neue Verkaufsstrategie dürfte sich für Otto auszahlen, denn für die Kunden im Internet sind Miet-Modelle mittlerweile längst Alltag geworden. Die Autohändler wie Opel und BMW haben längst auf den Trend reagiert und bieten ihre Modelle auch zum Car Sharing an. Die Streamingangebote haben die Film- und Musikbranche komplett umgekrempelt. Entsprechend sieht auch Otto in diesem Trend Potenzial. "Wir glauben, dass Konsumenten zukünftig auch physische Produkte auf Zeit mieten möchten und dies genauso einfach und sorgenfrei sein sollte, wie Musik zu streamen oder Car Sharing zu nutzen", sagte dazu Vertriebsvorstand Marc Opelt.

Und nur mit innovativen, kundenorientierten Modellen kann Otto seinen derzeit bombensicheren Stand im deutschen Internet behaupten. Nach einer aktuellen Studie des EHI Retail Insititute (erschienen im "Handelsblatt") belegte Otto 2015 mit 2.300 Millionen Euro Umsatz den zweiten Platz im Ranking der größten E-Commerce-Anbieter Deutschlands. Vor ihm liegt mit 7.791 Milionen Euro Umsatz Amazon, Rang drei belegt Zalando mit 1.032 Millionen Euro Umsatz.

Nicht nur beim Verkaufsmodell zeigt sich Otto derzeit experimentierfreudig. In einer neuen Jung von Matt-Kampagne lässt der Versandhändler schräge Konsumenten den Service testen:

Warum Otto jetzt auch Waren verleiht

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