Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Zwischen Hackern und Übernahmen

Für die deutsche Agentur-Szene war das eine Überraschung: Die Münchner Plan.net-Gruppe kauft die Agentur HMMH für einen ungenannten Preis komplett und steigt damit zur größten Digital-Agentur des Landes auf. Die Bremer HMMH ist vor allem im Bereich E-Commerce und Web-Plattformen stark aufgestellt. Damit verbreitert Plan.net sein Portfolio in genau diesem Segment.

Sie kennen keine Grenzen, wenn es um neue Geschäftsmodelle geht: Der Suchmaschinen-Konzern Google hat natürlich auch wieder was übernommen. Diese Woche war es der Video-Dienst Twitch für eine schlappe Milliarde Dollar. Twitch zeigt Video-Sequenzen aus Computer- und Konsolenspielen, der Zuschauer guckt also anderen beim Ballern, Hüpfen oder Rasen zu. Angeblich wollen das genug Menschen sehen, um für Googles Video-Portal YouTube interessant zu sein. Dort soll Twitch nämlich integriert werden, hört und liest man.

Auch sie kennen keine Grenzen, wenn es um neue Geschäftsfelder geht: Hacker-Aktivitäten erobern immer neue Lebensbereiche. Dass chinesische Studenten im Rahmen eines Wettbewerbs das US-Elektroauto Tesla S erfolgreich während der Fahrt geknackt haben, Türen wie Schiebedach öffneten und hupen konnten, beschäftigt Deutsche natürlich sehr. Unser liebstes Kind in den Händen von Chinesen! Hackern! Wo bleibst Du, ADAC, wenn Du gebraucht wirst? Gelbe Engel 2.0 müssen her!

Manchmal geht es beim Hacken weniger um Spaß, sondern schlicht ums Geld: Eine andere Truppe ist mit dem Versuch aufgeflogen, die Europäische Zentralbank (EZB) zu erpressen. Zuvor hatten sie über ein Leck 20.000 E-Mail-Adressen sowie einige andere Kontaktdaten geklaut. Dann sollte Geld fließen. Es kam aber die Polizei.

Verluste kamen für die Anteilseigner von Amazon offenbar doch überraschend: Im zweiten Geschäftsquartal kostete die aggressive Expansionspolitik des Online-Händlers so viel Geld, dass am Ende ein Verlust von 126 Millionen US-Dollar in der Bilanz stand. Die Aktie brach daraufhin erst mal um zehn Prozent ein.

Facebook dagegen konnte sich deutlich steigern: Mehr Umsatz (plus 61 Prozent auf 2,9 Milliarden US-Dollar) und mehr, viel mehr Gewinn (plus 138 Prozent auf 791 Millionen US-Dollar) im zweiten Quartal. Der Kurs stieg daraufhin auf das neue Allzeithoch von 75 Dollar. Das Unternehmen wäre damit 138 Milliarden Euro wert, haben Kollegen errechnet. Fast doppelt soviel wie Schwergewichte der Old Economy: Etwa Siemens oder Volkswagen.

Hochzeiten hatte an der Börse auch das Schnäppchen-Portal Groupon mal. Lange her. Nun wollen sie als Marktplatz neu durchstarten. Mal sehen, ob das bei den Kunden die Fehler der Vergangenheit vergessen machen kann.

Zwischen Hackern und Übernahmen

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