Web-TV | | von Irmela Schwab

Yahoo-Managerin Erin McPherson: Immer mehr Zuschauer gucken online fern

Die Revolution lässt zwar noch auf sich warten - aber laut Erin McPherson, Vice President und Head of Video bei Yahoo, dauert es nicht mehr lange bis Werbungtreibende Zielgruppen-Potenziale im Web-TV erkennen. Im Exklusiv-Interview mit LEAD digital erklärt McPherson, warum Werbungtreibende wie Procter & Gamble bereits schon jetzt die Umfelder buchen.  

Bei den Newfronts im Mai hat Yahoo eine Reihe an neuen Web TV-Shows vorgestellt. Haben die Shows im Internet denn das Zeug dazu, dem linearen TV den Rang abzulaufen?

Unser Ziel ist es den massiven Abwanderung von Konsumenten, die Monat für Monat im stationären und mobilen Internet nach Information und Unterhaltung suchen, ein Angebot zu unterbreiten. Immer mehr Menschen wählen die Inhalte danach aus, die sie interessieren - und nicht welche Plattform diese Inhalte anbietet.  die Plattform spielt dabei keine Rolle mehr. Millionen Menschen suchen Yahoo auf, auch um Video zu gucken. Unsere Inhalte können dabei mit den besten Programmierungen von TV mithalten. Zwei unserer Original-Formate Burning Love und Cybergeddon haben es sogar ins klassische TV geschafft, wo bei Burning Love insgesamt sieben Millonen Zuschauer einschalteten. Yahoo waren es elf Millionen.

Bisher fließen in den USA nur drei Milliarden Dollar in den Web-TV-Markt, während es beim klassischen TV fast 70 Milliarden sind. Was erwarten Sie für die Zukunft?

Der Online Video-Markt steckt noch in seinen Kinderschuhen, daher wird es sicherlich noch eine Weile dauern, bis Werbungtreibende das Potenzial von digitalem Video erkennen - sowie der Zuschauer, die Video-Inhalte online konsumieren und dabei großes Engagement zeigen. Mit dem weiteren Wachstum der aufkeimenden Industrie wird es auch bessere Tools für Werbungtreibende geben, um die Metriken rund um den Return on Investment von Online Video-Umfeldern zu bewerten sowie diese zu buchen und Zuschauer zu identifizieren. Dann werden auch mehr Spendings vom traditionellen ins Web-TV abwandern. Yahoo hat allerdings nicht TV abzulösen - wir glauben vielmehr, dass wir die beste Wahl sind, um einen Teil des TV-Budgets in Video-Kampagnen zu investieren.

Was sieht der typische Yahoo-Zuschauer aus?

Unsere Kernzielgruppe ist sehr breit und zwischen 18 bis 54 Jahre alt. Daher produzieren wir eine Vielzahl unterschiedlichen Video-Contents um ihre Interessen und Wünsche zu bedienen. Unsere treuesten Zuschauer sind momentan allerdings jünger: vor allem 18 bis 34 Jahre alte Männer, gefolgt von Frauen, daher stellen wir Content zur Verfügung, die den Interessen dieser Gruppe gerecht werden, basierend auf dem, was wir von ihnen wissen: wonach sie suchen, welche Geschichten sie lesen und ähnliches. Wir haben dabei Zielgruppen aufgebaut, die an spezifischen Themen interessiert sind, von Comedy bis hin zu Lifestyle-Programmen für Frauen.  Da Yahoo über ein starkes Media Network verfügt, können wir Video-Inhalte in unseren Verticals News, Finanzen, Entertainment, Sport und Lifestyle platzieren.

Youtube hat kürzlich Bezahlkanäle gestartet. Ist das auch für Yahoo denkbar? 

Vom jetzigen Standpunkt aus fokussieren wir auf ein werbefinanziertes Business Modell für unser Video-Angebot. Wir sind aber auch immer offen für neue Einnahmequellen und haben im Bereich Musik und Sport bereits mit Pay per View-Videos experimentiert.

Welche Branchen sind besonders an Web-TV-Werbeumfeldern interessiert?

Wir hatten zunächst eine Vielzahl von Brands, die mit uns von Anfang an zusammengearbeitet haben. Brands, die eine jüngere Konsumentenschar erreichen wollen und Brands, die eine sehr spezielle Zielgruppe im Auge haben waren die ersten, die bei uns im Bereich Digital Video geworben haben wie allen voran P&G. 

Bislang dominieren Prerolls bei den Werbeformen. Sind sie genauso effizient wie TV-Spots?

Wir forschen derzeit daran, die Effektivität von Prerolls versus TV-Spots zu messen. Die Werbewirkung zu belegen ist für unsere gesamte Industrie von Interesse - an der neben Yahoo sicherlich auch andere führende Online-Video-Anbieter im Rahmen von kollektivem Lernen partizipieren werden. Das Zuschauer-Verhalten sagt uns bereits jetzt, dass ein diversifizierter Kampagnenansatz oftmals der beste ist: einer, der Konsumenten über mehrere Plattformen und Medien hinweg anspricht, inklusive TV und Online. 

Mehr zum Thema Web-TV lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von LEAD digital 18/2013 (ET: 4. September 2013).

Yahoo-Managerin Erin McPherson: Immer mehr Zuschauer gucken online fern

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