Tipps | | von Annette Mattgey

Wie Sie Ihr Konten-Chaos in den Griff kriegen

Bei der Vielzahl an Social Media-Konten, die sich nach und nach angehäuft haben, sollte man von Zeit zu Zeit Großreinemachen. Einige Anbieter galten etwa eine Weile als vielversprechende Nachfolger der großen Netzwerke. Doch leider wurden sie es dann doch nicht. Auf diese Weise verliert man schnell den Überblick, wo man mit Unternehmensprofilen (und auch mit privaten Accounts) vertreten ist, wo nicht und wer diese Profile eigentlich bedient.

LEAD digital hat Florian Bracht, Teamleiter Account Management & Social Media Manager bei Exelution, gefragt, wie man am besten vorgeht, um das Durcheinander zu beenden.

Hier seine Anleitung für den Social Media-Großputz in vier Schritten:

1. Wer bin ich und wenn ja wie viele?

In welchen Netzwerken sind überhaupt Social Media-Profile angelegt? Wissen Sie über alle Anmeldungen Bescheid oder gibt es eventuell Plattformen, die andere Personen betreuen?  Wichtig hierbei ist: Think outside the box! Wahrscheinlich ist Ihnen bewusst, dass Profile auf Facebook, Twitter und Linkedin existieren.

Aber ganz ehrlich: Jeder hat sich, als gerade wieder ein neuer Netzwerk-Rising-Star prognostiziert wurde, schon mal prophylaktisch irgendwo angemeldet. Um nur einige der wahrscheinlichsten Plattformen abzudecken: Facebook, Google+, Twitter, Tumblr, Instagram, Pinterest, Quora, Youtube, Xing und Linkedin. In diesem ersten Schritt sollten auch inoffizielle Accounts ermittelt werden, sodass man diese direkt vom Betreiber löschen lassen kann.

Dann gilt es, die einzelnen Netzwerke aufzulisten und sich zu jedem folgende Fragen zu stellen: Warum haben wir diesen Account? Nutzen wir den Account zum beabsichtigten Zweck? Was sind unsere Ziele in diesem sozialen Netzwerk? Benutzt unsere Zielgruppe dieses Netzwerk? Sollten Sie eine dieser Fragen mit einem „nein“ oder „unklar“ beantworten, gibt es nur eine Lösung: Eine radikale Trennung. So wird nicht unnötig Zeit verschwendet, um ziellos und publikumslos Content zu verbreiten. Außerdem: Aussehen ist alles! Ein Corporate Design stellt ein Unternehmen nach außen dar: Komplettieren und aktualisieren Sie Ihre Profile in diesem Sinne.

2. Was machen die anderen?

Spionage ist gut: Finden Sie Unternehmen Ihrer Branche und beobachten Sie, was diese tun. Eine gute Vorgehensweise ist hier die Lasswell-Formel: WER sagt WAS IN WELCHEM KANAL ZU WEM MIT WELCHEM EFFEKT? Also wie stellt sich das Unternehmen dar? Gibt es ein einheitliches Branding? Wie wird kommuniziert? Was wird kommuniziert (Tonalität, Art der Posts, Themen)? Welche Social Media Plattformen nutzen die Mitbewerber mit welchem Erfolg? Kommen bestimmte Posts gut an, wie ist das Engagement?

Sinnvoll ist hier, den Fokus auf vier bis acht Mitbewerber zu legen. Diese Konkurrenz-Analyse soll vor allem dazu dienen, Perspektiven, Prognosen und Optionen aufzuzeigen.  Die Informationen, die Sie verwundern oder neu sind, sind genau diese, die Ihnen bei den eigenen Kanälen weiterhelfen können.

3. Daten verwerten – Der Weg ist das Ziel!

Nachdem Sie herausgefunden haben, wo Sie stehen und wie es um Ihre Mitbewerber bestellt ist, gilt es herauszufinden, wie Sie Ihre Accounts mit diesem Wissen optimieren können. Um sinnvolle Ziele für Social Media-Aktivitäten zu setzen, müssen Sie erstmal auf Ihren bisherigen Weg zurückblicken. Eine sinnvolle Zeitspanne hierfür sind ein bis zwei Jahre. Konzentrieren Sie sich auf die Zahlen, die für Ihre Ziele relevant sind. Einem Medienunternehmen, das sich über Onsite-Werbung finanziert, sind andere Faktoren wichtig, als einem Unternehmen, das seine Markenbekanntheit steigern will.

Angesichts dessen sollen im Folgenden lediglich mögliche Ziele aufgezeigt werden:

  • Follower/Fan-Wachstum: Wie viele neue Follower konnten Sie generieren? Wer kam neu hinzu? Hat sich die Demografie der Fans geändert? Gab es Höhen und Tiefen in dieser Kurve und können diese erklärt werden?
  • Engagement-Entwicklung: Wie viele @-Antworten gab es bei Twitter? Retweets? Wie viele Menschen teilen Ihren Facebook Content? Und wie sieht es überhaupt mit der viel diskutierten Reichweite aus? Die meisten Social Media Plattformen bieten ihre eigenen Analyse Tools an, bspw. Facebook Statistiken und seit Neustem auch Twitter Analytics.
  • Erfolgreicher Content: Welche Arten von Inhalten funktionieren bei den Fans? Bei welcher Art von Posts erreicht man ein hohes Engagement?
  • Klicks: Schlicht und ergreifend: Wie viele Menschen bringen Sie dazu, Ihre Seite zu besuchen?
  • Reichweite: Eine Analyse der Reichweite ist sinnvoll, um Potentiale zu erkennen. Reichweite alleine reicht allerdings als KPI nie aus.
  • Markenbotschafter/Influencer: Gibt es Follower, die außergewöhnlich intensiv mit dem Account interagieren? Wer sind sie und wie kann dieses Potential genutzt werden?

4. Follow-Up

Natürlich müssen diese Daten nun auch aktuell gehalten werden, sonst sind Sie in kürzester Zeit wieder an dem Punkt an dem Sie begonnen haben: Chaos. Planen Sie ganz bewusst einen Termin für diese Aktivitäten ein. Alle neuen Daten können in die bereits vorhandene Übersicht eingepflegt werden. So haben Sie alle relevanten Informationen an einem Ort und können für künftige Social Media Aktionen auf diese Erfahrungswerte zurückgreifen und davon profitieren.

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